Presse

Mo, 23.10.2017
20:00 Uhr
Diskussion
Vortrag

Ideen zum Gautinger Bahnhof

Veranstaltung: 
Ideen zum Gautinger Bahnhof
Künstler: 
Achitektur-Sichten
Erschienen in: 
Sternberger Merkur
Es geht um die Zukunft des historischen Empfangsgebäudes beim Gautinger Bahnhof. Beschlossen ist, das Bauwerk zu sanieren. Stadtplaner Dr. Andreas Romero macht das Bahnhofsgebäude zum Thema seiner neuen Veranstaltungsreihe „ArchitekturSichten“. Mit dem Uttinger Architekten Wolf-Eckart Lüps auf dem Podium wird Romero den interessierten Bürgern am Montag, 23. Oktober, im Bosco zunächst Kollegen-Entwürfe vorstellen. Zum Auftakt der Veranstaltung wird Dr. Ulla Ziegler die Historie des Bahnhofs erläutern.

Das Podium wird am Montag leider etwas abgespeckt sein, bedauert Romero. Der im Theaterforum-Programm noch angekündigte Benedikt Sunder-Plassmann habe zurückgezogen. Grund: Der Architekt, der bereits den restaurierten historischen Feldafinger Bahnhof geplant hat, wird sich am laufenden Gautinger Plangutachten beteiligen. Den Sunder-Plassmann-Entwurf wird daher sein Kollege Romero dem Publikum vorstellen. Der sieht vor, das Kopfgebäude des Bahnhofs als Blickachse und Gegenpol zum denkmalgeschützten E-Werk unten am Hauptplatz stehen zu lassen. Diese Idee zum Gautinger Bahnhof hatte Sunder-Plassmann seine Idee schon im Januar im Gemeinderat erläutert. Richtung Breitwand-Kino will er eine neue verglaste Halle setzen, in der wie im Feldafinger Bahnhof ein neuer Bürger-Treffpunkt mit Kaffeetheke entstehen soll.

Zur Diskussion stehen auch zwei Varianten des Gautinger Architekten Christian Hadlich: Plan eins ist ein Neubau in ähnlicher Optik wie das jetzige Empfangsgebäude. Potenzial hätte die Gemeinde zudem für 30 bis 50 Wohnungen nebst Tiefgarage auf der Südseite des historischen Bahnhofsgebäudes. Dadurch entstünde am Bahnhof ein neuer Platz mit Aufenthaltsqualität – für täglich 6000 bis 7000 S-Bahn-Fahrgäste. In Hadlichs Variante zwei wird das schmale Jugendstil- Gebäude mit Dach-Wohnung erhalten – und restauriert. Die bisher nur über Stufen zugängliche Schalterhalle würde einem barrierefreien Anbau weichen, dem künftige Bürgerbahnhof.

Schon in der Gemeinderatssitzung im Januar hatte Schauspieler Sebastian Hofmüller einen Bürgerbahnhof nach dem Landsberger Modell angeregt, betrieben von einer noch zu gründenden Genossenschaft. Den früheren Abrissbeschluss fürs historische Empfangsgebäude hatten Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger und der Gemeinderat damals ausgesetzt – und das geförderte Plangutachten mit Kostenberechnungen in Auftrag gegeben.

„Wir wollen die Bürger für ihren Bahnhof interessieren“, sagt Dr. Ulla Ziegler und freut sich auf eine lebhafte Diskussion zum Auftakt der Gautinger „ArchitekturSichten“ im Bosco. Der Eintritt ist frei. Schade, dass die Veranstaltung mit der Stockdorfer Bürgerversammlung konkurriert.

Chistine Cless-Wesle, 24.10.2017