Presse

Sa, 27.01.2018
19:30 Uhr
Literatur

Lyrikstier fährt ab auf „Zitroneneis“

Veranstaltung: 
10. Internationaler Wettstreit der Poetinnen und Poeten
Künstler: 
Der Lyrikstier 2018
Erschienen in: 
Starnberger Merkur
Gauting – Zehn Jahre gibt es nun den Kampf um den begehrten Lyrikstier, ein Wettstreit der Poeten, den der Anton Leitner aus Weßling, Herausgeber der Zeitschrift „Das Gedicht“, ins Leben gerufen hat. Jahrelang in stickiger Wirtshausluft ausgetragen, ist er ins Gautinger Bosco umgezogen. Mit dem Ortswechsel hat der Lyrikwettstreit seinen Ritterschlag erhalten.

Die neue Arena tut gut. Nicht nur allen Dichtern, die ja zum Teil von weit her anreisen. Die mit 79 Jahren älteste Teilnehmerin kommt seit 2002 jedes Jahr extra aus Kanada eingeflogen, die jüngste, Anna Münkel, ist 16 und wird vom Ammersee nach Gauting chauffiert. „Für die lyrische Idee“, so Leitner, ist der Theaterraum nahe der S-Bahn ein Segen, auch, „weil hier viel mehr Publikum reinpasst“. Außerdem gibt es nun ausreichend Luft zum Atmen, damit mehr Konzentration und Aufmerksamkeit und schließlich tut auch die Bühnentechnik, die den Wohlklang der Worte weit hinaus trägt, der Poesie nur gut. Kurzum, dieser Jubiläumswettstreit war ein voller Erfolg, es hat richtig Spaß gemacht. Das lag natürlich zuvorderst an den Gedichten, die unter dem Motto „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe“ standen, das den Poeten Flügel verliehen hat. Kein einziges Gedicht, dem man Last und Leid der Dichtkunst angemerkt hätte.

26 Poeten hatte Leitner eingeladen, 26 klopfende Dichterherzen wurden von Felizitas Leitner, die durch den Abend führte, aufmunternd begrüßt. Die Motive der Wettbewerbsteilnehmer waren so bunt wie das Leben. Es ging um Stille in einem Benediktinerkloster oder um Stoßgebete beim Elfmeterschießen, um „Sünden, die zünden“, oder um die Frage, ob man in seinem Leben alles gesagt, gesucht, gefühlt hat.

Die Qual der Wahl hatten schließlich die Juroren und das Publikum, das sich beim ersten Publikumspreis für Leni Gwinner aus Herrsching entschied und ihr witziges Gartenschlauchliebesgedicht. Den zweiten Publikumspreis nahm Nikolaus Högel aus Feldafing für sein schräges „Lamento Minimalis“ über eine zerbaazte Fliagn entgegen. Der dritte Publikumspreis ging an den „Liebesbrief vom Oktopus“ von Renate Buddensiek aus Ratingen, die Ringelnatz-Qualitäten bewies. Die Teilnehmer selbst kürten Uta Regoli für ihr deutsch-französiches Klostergedicht „Saint Bénoit du Lac“. Der Sonderpreis „Bayerns Bestes“ ging an Wolf-Dieter Grengel aus Ingelheim für „Ein Fünfter“.

Dann kam es zum Hauptpreis. „Wir sind begeistert von der Qualität und Dichte“, freute sich Jurymitglied Norbert Göttler. Nach langer Beratung fiel die Entscheidung auf das Gedicht „Zitroneneis“, „wegen der Fülle der Bilder, die wie im Kurzfilm funktionieren“. Karsten Paul aus Nürnberg hielt stolz den Holzstier im Arm. Der 47-Jährige dichtet abends nach der Uni, liest leidenschaftlich gerne Gedichte, notiert sich seine Ideen zwischendurch auf losen Zetteln, die er in der Jackentasche hat und ist nebenbei noch Dozent für Wirtschaftspsychologie.

Gauting – Zehn Jahre gibt es nun den Kampf um den begehrten Lyrikstier, ein Wettstreit der Poeten, den der Anton Leitner aus Weßling, Herausgeber der Zeitschrift „Das Gedicht“, ins Leben gerufen hat. Jahrelang in stickiger Wirtshausluft ausgetragen, ist er ins Gautinger Bosco umgezogen. Mit dem Ortswechsel hat der Lyrikwettstreit seinen Ritterschlag erhalten.

Die neue Arena tut gut. Nicht nur allen Dichtern, die ja zum Teil von weit her anreisen. Die mit 79 Jahren älteste Teilnehmerin kommt seit 2002 jedes Jahr extra aus Kanada eingeflogen, die jüngste, Anna Münkel, ist 16 und wird vom Ammersee nach Gauting chauffiert. „Für die lyrische Idee“, so Leitner, ist der Theaterraum nahe der S-Bahn ein Segen, auch, „weil hier viel mehr Publikum reinpasst“. Außerdem gibt es nun ausreichend Luft zum Atmen, damit mehr Konzentration und Aufmerksamkeit und schließlich tut auch die Bühnentechnik, die den Wohlklang der Worte weit hinaus trägt, der Poesie nur gut. Kurzum, dieser Jubiläumswettstreit war ein voller Erfolg, es hat richtig Spaß gemacht. Das lag natürlich zuvorderst an den Gedichten, die unter dem Motto „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe“ standen, das den Poeten Flügel verliehen hat. Kein einziges Gedicht, dem man Last und Leid der Dichtkunst angemerkt hätte.

26 Poeten hatte Leitner eingeladen, 26 klopfende Dichterherzen wurden von Felizitas Leitner, die durch den Abend führte, aufmunternd begrüßt. Die Motive der Wettbewerbsteilnehmer waren so bunt wie das Leben. Es ging um Stille in einem Benediktinerkloster oder um Stoßgebete beim Elfmeterschießen, um „Sünden, die zünden“, oder um die Frage, ob man in seinem Leben alles gesagt, gesucht, gefühlt hat.

Die Qual der Wahl hatten schließlich die Juroren und das Publikum, das sich beim ersten Publikumspreis für Leni Gwinner aus Herrsching entschied und ihr witziges Gartenschlauchliebesgedicht. Den zweiten Publikumspreis nahm Nikolaus Högel aus Feldafing für sein schräges „Lamento Minimalis“ über eine zerbaazte Fliagn entgegen. Der dritte Publikumspreis ging an den „Liebesbrief vom Oktopus“ von Renate Buddensiek aus Ratingen, die Ringelnatz-Qualitäten bewies. Die Teilnehmer selbst kürten Uta Regoli für ihr deutsch-französiches Klostergedicht „Saint Bénoit du Lac“. Der Sonderpreis „Bayerns Bestes“ ging an Wolf-Dieter Grengel aus Ingelheim für „Ein Fünfter“.

Dann kam es zum Hauptpreis. „Wir sind begeistert von der Qualität und Dichte“, freute sich Jurymitglied Norbert Göttler. Nach langer Beratung fiel die Entscheidung auf das Gedicht „Zitroneneis“, „wegen der Fülle der Bilder, die wie im Kurzfilm funktionieren“. Karsten Paul aus Nürnberg hielt stolz den Holzstier im Arm. Der 47-Jährige dichtet abends nach der Uni, liest leidenschaftlich gerne Gedichte, notiert sich seine Ideen zwischendurch auf losen Zetteln, die er in der Jackentasche hat und ist nebenbei noch Dozent für Wirtschaftspsychologie.
Astrid Amelungse-Kurth, 30.01.2018