Veranstaltungsinfo

Sa, 09.12.2017
20.00 Uhr
Heimspiel
Jazz
20,00 / 10,00 €*
* Vorverkauf ab 08.07.2017

Michael Hornstein, sax & Oliver Hahn, piano: Around the World

Bearbeitungen von Liedern aus 12 Ländern wie der Mongolei, Haiti, Belize, Nicaragua, Panama, Australien, Trinidad oder Tibet bilden das Ausgangsmaterial für die Improvisationen zweier Musiker, die sich blind aufeinander verlassen können
Endlich gibt es wieder eine Gelegenheit den international gefeierten Saxophonisten Michael Hornstein im intimen Rahmen des Duos zu erleben. Live entführt Hornstein mit seinem einzigartigen Saxophonsound in eine Welt tiefer Gefühle.
Jahrzehntelang bereiste er auf der Suche nach Klängen und Liedern die abenteuerlichsten Gegenden dieser Erde und tauchte tief in diese Kulturen ein. Bearbeitungen von Liedern aus 12 Ländern wie der Mongolei, Haiti, Belize, Nicaragua, Panama, Australien, Trinidad oder Tibet Bilden das Ausgangsmaterial für die Improvisationen zweier Musiker, die sich blind aufeinander verlassen können. Hier werden aber keine Klischees erfüllt, sondern lustvoll in der Sprache des Jazz mit
diesen Liedern gespielt. Mit dem renommierten Ausnahmepianisten Oliver Hahn verbindet Michael Hornstein eine lange Zusammenarbeit. Die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Vertrautem und Neuland, Zeit und Stillstand verschwimmen und Interpretation und Komposition gehen eine perfekte und überraschende Symbiose ein. Intensiv, authentisch und unprätentiös.
Veranstalter: 
Theaterforum Gauting e.V.
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2017

Nach(t)kritik 

Es gibt Konzerte, die regelrecht ein Gefühl von Dankbarkeit auslösen. Dass man dabei sein durfte, dass einem so schöne Dinge kredenzt wurden und so weiter. Michael Hornstein und Oliver Hahn haben dem bosco-Publikum bei ihrem „Heimspiel“ ein solches Geschenk gemacht: Ihr Programm „Around the world“ hatte ein gutes Dutzend für Saxophon und Klavier arrangierte Kostbarkeiten im Gepäck, die Volkslieder aus aller Welt zur Grundlage haben – und das zusätzlich Geniale dabei war, dass Hornstein nach fast jedem Stück ein Ratespiel mit Preis-Auslobung veranstaltete: Wer erriet, woher wohl das gerade verwendete Original stammte, wurde über die unglaubliche Live-Musik hinaus auch noch extra mit einer CD belohnt! Der aus Gauting stammende Hornstein scherzte zu Beginn, er sei im zarten Alter von 13, 14 Jahren genau hier zum ersten Mal auf der Bühne gestanden. „Damals wurden wir mit Bierflaschen beworfen – ich muss sagen, das Publikum ist besser geworden.“ Als ob er es heute nicht mühelos um den Finger wickeln würde: Mit seinem geradezu „streichelnden“ Saxophon-Stil vermag Hornstein es gemeinsam mit Oliver Hahn, aus den folkoristischen Fundsachen seines Globetrottertums die denkbar feinsten Arrangements zu zaubern – Lieder aus der Dominikanischen Republik, aus der Mongolei (Das Publikum tippte erst auf China oder Japan), aus Panama, aus dem „deutschen“ Mittelalter gar.
Häufig ist es Hahn am Pianoforte, der die Motivik bloßlegt und ihr buchstäblich die Treue hält, während Hornstein die Seele der Stücke leichtfüßig umtänzelt. Beide treffen sich beim Spielen wie zu Verabredungen, einigen sich auf das Grundmuster, erinnern einander von Zeit zu Zeit daran, wo die Reise ihren Ausgangspunkt hatte. Hahn gelingt es sogar, das musikalische Thema durch Verlangsamung seines Spiels noch weiter zu intensivieren. Weiter ging es dann nach der Pause über Lieder aus Mexiko, Tibet und das von den Zuhörern dechiffrierte „Waltzing Matilda“ Australiens. Es folgte ein Schuss „Karibik“ in der Manier eines supergeschmeidigen Harry Belafonte, auch Salsa, zwischendurch ein sanfter Boogie. Dass Hornstein und Hahn sich musikalisch und offenbar auch menschlich ganz wunderbar verstehen, war mit Händen zu greifen: Da sind zwei „Spielkameraden“ mit größter Freude am Werk. Erkunden gemeinsam die Welt, genießen das Echo, das Erkennen, die Wesenheit des jeweils anderen Instruments. Und das bosco-Publikum ist hin und weg von dieser Art Weltmusik, lauscht gebannt und selber hoch konzentriert. Hornsteins Kommentar: „Ist doch gleich was ganz anderes als die Bierflaschen vor 42 Jahren.“ Zur Belohnung noch drei Zugaben, darunter Brechts „Mäcki Messer“-Song und, nun endgültig zum Niederknien: „Amazing Grace“. Am Ende ein Gefühl von Dankbarkeit, wie gesagt.