Veranstaltungsinfo

Di, 10.10.2017
16:00 Uhr
Kinder
Musik
10,00 €*
* Vorverkauf ab 08.07.2017

Kinderkonzert: Karneval der Tiere

Nur noch Karten für 11:30 Uhr verfügbar.
Wir nehmen Sie mit in die fantastische Tierwelt von Camille Saint-Saëns. Sein Karneval der Tiere gehört zu den beliebtesten musikalischen Werken für Kinder.
Für vier einmalige Aufführungen lassen Gautinger Künstler-Eltern und Freunde die Tierwelt im bosco nicht nur für ihre eigenen Kinder erklingen. Gemeinsam mit dem Schauspieler Sebastian Hofmüller bringen sie das humoristische Werk in eigener Textfassung auf die Bühne.
Ab 5 Jahren

Musikalische Besetzung
JULIA FISCHER & LENA NEUDAUER Violine
LOUIS VANDORY Viola
WEN-SINN YANG Violoncello
JUAN SEBASTIÁN RUIZ Kontrabass
ANDREA LIEBERKNECHT, Flöte
FLORIAN SATZL Klarinette
BABETTE HAAG Schlagzeug
PAOLA DE PIANTE & ADRIAN OETIKER Klavier
Erzähler SEBASTIAN HOFMÜLLER
Text DIRK SCHÖNLEBE
Veranstalter: 
Theaterforum Gauting e.V.
Nach(t)kritik 

 

Es gibt drei Dinge, die jedes Kind wirklich liebt: Sich verkleiden, eine Geschichte erzählt bekommen, und Musik. So war es kein Wunder, dass das Kinderkonzert, das Gautings Kinder heute - in gleich vier Vorstellungen - im bosco erleben durften, sein Publikum auf Anhieb in den Bann gezogen hat. Der Gautinger „Karneval der Tiere“ auf der Basis des Werkes von Camille Saint-Saens war ein großer karnevalesk-musikalischer Spaß, den zu zelebrieren und zu genießen allen Mitwirkenden gelang. Schließlich sind die Künstler auf der Bühne selber einmal Gautinger Kinder gewesen, die meisten jedenfalls - die Julia (Fischer), die Lena (Neudauer) und der Sebastian (Hofmüller). Heute wachsen ihre eigenen Kinder hier an der Würm auf, so dass sie das kritischste Publikum unter dem eigenen Dach sitzen haben.

Irgendwann ist sie entstanden, die Idee, für ihre eigenen und alle anderen Gautinger Kinder etwas auf die Bühne zu stellen, das Lust auf Musik und Geschichten macht. 

Die musikalische Besetzung darf man sich auf der Zunge zergehen lassen: Weltklasse-Solistinnen Julia Fischer und Lena Neudauer, Violinen, dazu Louis Vandory, Viola, und der wunderbare Wen-Sinn Yang am Cello, der Gautinger Kontrabassist (und Ehemann von Lena Neudauer) Juan Sebastián Ruiz, die Gautinger Percussionisten Babette Haag, dazu Florian Satzl an der Klarinette, Andrea Lieberknecht an der Flöte und die beiden Pianisten Adrian Oetiker und Paola de Piante Vicin. Den meisten der kleinen Zuschauer sind diese Namen nichts weiter als eben Namen, doch die musikalische Exzellenz, für die sie stehen, ist den Kindern durchaus bewusst geworden. Und weil sie Kinder sind, haben sie getanzt und getrampelt und sich lautstark eine Zugabe erkämpft - ein schöneres Dankeschön aus diesen kleinen Händchen, Füßchen und Mündchen kann es nicht geben.

Die freche, sehr amüsante Textfassung von Dirk Schönlebe bietet eine Steilvorlage für Schauspieler Sebastian Hofmüller, der zur Höchstform aufläuft und einen ganzen Tierpark gleichzeitig spielt. Da sind die wilden Esel auf Rollschuhen, da sind die Kolibris, da ist das Schnabeltier, der Lurch, der Schwan. Der Elefant kommt als Mücke verkleidet, denn „umgekehrt kann ja jeder“. Und der Wolpertinger murmelt angesichts der wilden Esel „San schon Hund, diese Esel“. Aber Esel darf man ja in Zeiten politischer Korrektheit nicht mehr sagen, die heißen jetzt „Persönlichkeiten mit langen Ohren“, und wenn sich einer eine Eselsbrücke bauen will, so baut er sich gefälligst eine „Persönlichkeiten-mit-langen-Ohren-Brücke“. 

Seit seiner Uraufführung ist Saint-Saens` „Karneval der Tiere“ für viele Kinder der Einstieg in die klassische Musik. Beim Gautinger Kinderkonzert dürfte so mancher „angefixt“ worden sein - hoffentlich. Denn die Musikerinnen und Musiker auf der Bühne wünschen sich alle ein Mehr-Generationen-Publikum. Das darf auch gerne ein paar Persönlichkeiten-mit-langen-Ohren-Ecken ins Programmheft knicken.

Pressestimmen 
Auch ein Wolpertinger darf dabei sein, bei diesem Karneval der Tiere, den die berühmte Geigerin Julia Fischer mit anderen Musikereltern im Gautinger Bosco präsentiert

Diese Musikstunde werden die Schüler der Gautinger Josef-Dorsch-Grundschule so schnell nicht vergessen. Erstens fand sie nicht im Klassenzimmer statt und zweitens spielten auf der Bühne die Eltern ihrer Mitschüler. Ganz vorne an der ersten Geige Julia Fischer. Sie dürfte die bekannteste Musikermama in Gauting sein. Die Idee entstand gemeinsam mit Violonistin Lena Neudauer und der Pianist Adrian Oetiker, deren Nachwuchs dieselbe Klasse besucht. Die drei Profis unterrichten außerdem an der Hochschule für Musik und Theater in München. "Wir dachten, wir müssten einmal etwas zusammen für diese Klasse auf die Beine stellen", erzählt Julia Fischer zwischen zwei Vorstellungen im Gautinger Theaterforum bosco.Im Foyer wuselt es wie in einem Ameisenbau. In kleinen Kompanien schlängeln sich Grundschüler jeder Größe entweder Richtung Garderobe oder Richtung Theatersaal. Die einen kommen gerade aus einer Vorstellung, die anderen warten aufgeregt schwatzend auf die nächste. In zwanzig Minuten wechseln 300 Schüler die Plätze. Rund 1000 werden am Ende des Tages durch das Theaterforum in Gauting marschiert sein.

Die Wahl der Musiker-Eltern fiel schnell auf die fröhliche Suite von Camille Saint-Saens, doch zwei Klaviere in einem Klassenzimmer unterzubringen war denkbar schwierig und so fragte Fischer das Bosco als Veranstaltungsort an. Das war vor einem Jahr. Aus zwei Vorstellungen wurden vier. Nicht nur die Grundschule, sondern auch die Gautinger Kindergärten lud man ein und einige Klassen kamen auch aus Gräfelfing und München. "Wir wollten nicht, dass Kinder zu Hause bleiben müssen," erzählt Fischer und so spielen die Künstler-Eltern am Dienstag Vormittag im Stundentakt.Das Publikum war hellauf begeistert von dem Spektakel. Foto: Georgine TreybalZusammen mit ihrem Mann Dirk Schönlebe hat Fischer das Werk des französischen Komponisten Camille Saint-Saens in einen zeitgemäßen Textrahmen gefasst. Der Löwe lädt zum Geburtstagsfest im Dschungel. Das Partymotto lautet: Karneval der Tiere. Schauspieler Sebastian Hofmüller führt wunderbar szenisch durch die fantastische Tierwelt. Ein paar Tiere haben sich neu eingeschlichen darunter der Wolpertinger und seine Frau. Er spricht à la Monaco Franze und nennt seine Frau "Spatzl".

Saint-Saens komponierte den Karneval der Tiere in 14 kleinen Sätzen und ließ darin Löwen, Hühner, Schildkröten, Elefanten und viele Tiere mehr musikalisch interpretiert auftreten. Anlass seines fröhlichen Konzertes war ein Kammerkonzert am Fastnachtsdienstag im Jahr 1886. Wie es im Karneval Sitte ist veralberte Saint-Saens darin auch einige seiner Berufskollegen. So verlangsamt er im Auftritt der Schildkröten den bekannten Can-Can von Jaques Offenbach und zitiert auch die Komponisten Berlioz und Rossini.Es ist eine großartige Tierwelt aus Löwen, Hühner oder Elefanten, die Julia Fischer und andere Musiker-Eltern wie Lena Neudauer auf die Bühne im Gautiger Bosco zauberten. Foto: Georgine TraybalJulia Fischer hat sich entschlossen in ihrer Interpretation den Can-Can von Offenbach erst einmal schnell zu spielen. Überhaupt kommen bei den jungen Zuhörern die schnellen Stücke besser an. Der Esel auf Rollschuhen bekommt spontanen Applaus und auch Geigerin Julia Fischer klappert auf der Bühne mit ihren Absätzen, obwohl das bei einem Kammerkonzert ja nicht so gern gesehen ist. Als der Kuckuck (Klarinette: gespielt vom einzigen Nicht-Profi des Ensembles Florian Satzl) seinen Ruf irgendwo aus dem verdunkelten Zuschauerraum erklingen lässt, geht ein neugieriges Hälserecken los. Nach dem mitreißenden Auftritt der Fossilien sind die kleinen Zuschauer schließlich nicht mehr zu halten: es gibt begeisterten Applaus mit kräftigem Fußgetrampel. Bei der Zugabe müssen Fischer und ihre Musiker schließlich alles geben, um nicht im Begeisterungsjubel der Kinder unterzugehen.