Veranstaltungsinfo

So, 23.04.2017 bis Fr, 02.06.2017
17.00 Uhr
Ausstellung
Eintritt frei

Joachim Heinzelmann: Naturfotografie

Skurrile, mystische und ergreifende Szenen fotografisch festgehalten
Manchmal sind es die kleinen Dinge am Wegesrand, manchmal sind es die überwältigenden Naturschauspiele, manchmal sind es die unauffälligen Begebenheiten dazwischen. Joachim Heinzelmann gelingt es, so manches „Banale“ genau - so gut fotografisch in Szene zu setzen, wie die für jedermann sichtbaren Naturspektakel. zur richtigen Zeit auch an äußerst ungewöhnlichen Orten zu sein, das ist seine persönliche Herausforderung. So entstehen Bilder, hin und wieder gar „Gemälde“, von zeitloser Schönheit. Lassen Sie sich überraschen, denn Überraschungen sind möglich – für viele Augen sogar garantiert. Den Beweis wagt Joachim Heinzelmann in seiner Ausstellung mit Naturfotografien.

Dauer: 23.04. – 02.06.2017
Veranstalter: 
Theaterforum Gauting e.V.
Galerie 
Bilder der Veranstaltung

2017

Nach(t)kritik 

Grundsätzlich nicht in Weingebieten – so lautet die Urlaubsdevise des Gautinger Weinhändlers Joachim Heinzelmann. Aber ganz ohne Wein geht es dann doch nicht: In einem mit perlendem  Frizzante gefüllten Weinglas, abgestellt auf dem Geländer vor einer Hütte in Osttirol, spiegelt sich in der Abendsonne die ganze Bergwelt des Vilgratentals. Das Bild steht für einen jener Glücksmomente, die Heinzelmann auf seinen Reisen in die Dolomiten oder nach Norwegen einfängt. Eine Auswahl seiner schönsten Naturfotografien aus den vergangenen zwei Jahren zeigt er jetzt in einer Ausstellung im Bosco – es ist zugleich das erste Mal, dass er sich mit seinem Hobby in der Öffentlichkeit präsentiert. 

Es ist wohl kaum verwunderlich, dass jemand, der Tag für Tag in einem Geschäft steht und Kunden berät, seine Freizeit in der Einsamkeit der Natur verbringt. Und so wird man auch Menschen auf den Bildern von Joachim Heinzelmann vergeblich suchen. Das Weinglas auf einem von insgesamt 25 Fotos ist beinahe das einzige Zeichen von Zivilisation. Das Skelett eines Elchs am Eingang zu einer Galerie und die zähnefletschenden getrockneten Fische, beides in Norwegen gefunden, erzählen vielleicht noch von Menschen, die es irgendwo außerhalb dieser Bilder geben muss. Ansonsten nur Stille, Natur von so majestätischer Schönheit und von einer zuweilen so romantischen Entrücktheit, als sei Caspar David Friedrich unter die Fotografen gegangen. 

Auch die Mondfinsternis im Jahr 2015 fotografierte Heinzelmann in Osttirol. Die Collage aus verschiedenen Phasen dieses Himmelsspektakels ist das einzige „bearbeitete“ Bild in dieser Ausstellung. Alle anderen Motive sind einzig und allein deshalb zu gelungenen Bildern geworden, weil er im richtigen Moment aus der richtigen Perspektive das Richtige fotografiert hat – schon das macht die Ausstellung in unseren Zeiten der allgegenwärtigen geschönten und gefakten Bilder sehenswert. Der richtige Moment – auch das eine alte Fotografenweisheit – ist übrigens sehr oft „früh am Morgen“, so die Formulierung, die sich häufig in den charmant und ausführlich erzählten Bildlegenden findet.

Neben den spektakulären Gipfelformationen, die sich spektakulär in klaren Bergseen spiegeln, den spektakulär schön im letzten Abendlicht glühenden Felsen und anderen spektakulären Lichterscheinungen gibt es auch „einfach nur schöne“ Bilder: Ein kleiner Bachlauf, der durch grüne Wiesen mäandert. Ein herbstlicher Birkenwald. Schmetterlinge auf rosaroten Blüten vor grauen Felsen. Wie gemalt wirken die Eiskristalle, die sich in einer kalten Nacht über einer Quelle gebildet haben oder die vom ersten Raureif „geeisten“ Alpenglockenblumen. Und schließlich: Stille und immer wieder Stille.

Joachim Heinzelmann fotografiert zwar mit einer Digitalkamera, aber er ist doch ein durch und durch „analoger“ Mensch. Und er mag zwar die Einsamkeit in der Natur suchen, aber er ist doch ein echter Menschenfreund: Am Vernissagenabend lagen kleine Zettel aus, auf denen man sein persönliches Lieblingsbild und seine Adresse eintragen konnte, das bevorzugte Motiv bekommt man dann als Postkarte geschickt. Außerdem geht von jedem verkauften Foto eine Spende an Sternstunden e.V. 

Pressestimmen 

Gautinger Weinhändler Joachim Heinzelmann stellt seine Fotografien bis zum 2. Juni aus

Gauting – Bizarre Eisformationen: Auf Bergwanderungen in den Dolomiten ist dem Gautinger Weinhändler Joachim Heinzelmann dieser Schnappschuss gelungen – bäuchlings im Schnee liegend. Daneben hängt im Kulturzentrum Bosco das Foto vom Bergmassiv Teufelszähne, das sich in einer Wasserlache in Nordnorwegens spiegelt. Ein Höhepunkt der Ausstellung ist die Collage der Mondfinsternis: Am 28. September 2015 hat der Gautinger das spektakuläre Naturereignis in Osttirol auf dem 2665 Meter hohen Gabesitten mit seiner Kamera festgehalten.

Bei der Vernissage seiner Fotoausstellung im Bosco erzählt Heinzelmann begeistert von seinen Erlebnissen. Mit seiner Frau Sabine harrte der Fotograf am jenem 28. September 2015 auf dem Berggipfel geduldig aus – und das bei minus drei Grad. Die Strapaze hat sich gelohnt: Am Ende der Finsternis beobachtete das Paar, wie der schwarze Vollmond plötzlich wieder die Berge des Villgratentals erleuchtet. Spektakulär ging der Himmelskörper morgens hinter den Ötztaler Alpen unter. Heinzelmann hat dieses Schauspiel ausnahmsweise mit dem Stativ fotografiert. Vier Phasen dieser Mondfinsternis hat der Gautinger Profi Robin Rehm in seinem Fotolabor „blow up“ auf Papier gebannt.

Heinzelmann versteigert den einzigen Abzug nun höchstbietend. 25 Prozent der erzielten Summe werden für die „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks gespendet, erläutert der Weinhändler bei der gut besuchten Vernissage.

Bei seinen Bergtouren durch Süd-, Osttirol und zu „unserem Lieblingsziel Norwegen“, drückt der Inhaber von „Wein & Geist“ auf den Auslöser seiner „normalen“ Digitalkamera. Denn die hat kaum Gewicht, sagt der passionierte Bergsteiger. So entdeckt der Betrachter bei der Ausstellung im Bosco außer der spektakulären Mondfinsternis auch eine vom ersten Raureif geeiste Alpenglockenblume in Osttirol. Heinzelmann ist ein wunderbarer frühmorgendlicher Schnappschuss des Laserzsees im Schatten der umgebenden Berge gelungen. „Gegen den Willen meiner Frau“ hat der Weinhändler auch getrocknete Fischköpfe aufgehängt, die „gekonnt die Zähne fletschen“ – ein Motiv aus Norwegen.

Nichts für Schlangen-Phobiker ist die Kreuzotter: Am Weg zum Schwarzsee in Osttirol hat der Bergsteiger das Tier in seinem Steinversteck abgelichtet. Beeindruckend diese Schwarz-Weiß-Aufnahme: Die Wellen des kleinen Sees in den Villgrater Bergen reflektieren das Sonnenlicht nämlich so grell in die Kamera, dass die Umgebung mit schemenhaften Steinen als tiefschwarze Nacht erscheint. „Naturfotografie“ hängt noch bis 2. Juni im Bosco.