Veranstaltungsinfo

Mi, 21.02.2018
20.00 Uhr
Jazz
22,00 / 10,00 €*
* Vorverkauf ab 25.11.2017

Echoes of Swing: Swingender Jazz

Ohne jede museale Nostalgie schöpfen die vier Musiker beherzt aus dem riesigen Fundus des swingenden Jazz von Bix bis Bop, von Getz bis Gershwin, dabei immer auf der Suche nach dem Verborgenen, dem Exquisiten.
ECHOES OF SWING konzertieren seit nunmehr fast 20 Jahren in unveränderter Besetzung - ein in der Jazzgeschichte beinah beispielloses Teamwork. 
 
In  jüngster  Vergangenheit  wurde  das  Ensemble  vom  US-Magazin  Downbeat  ausgezeichnet und erhielt u.a. in Paris den Prix de L'Académie du Jazz und den Grand Prix du Disque de Jazz sowie hierzulande den Preis der deutschen Schallplattenkritik. 
 
Zwei  Bläser,  Schlagzeug  und  Piano.  Diese  einzigartige,  kompakte  und  wendige  Formation  erlaubt größte  harmonische  Flexibilität  und  bietet  Freiraum  für  agiles,  feinnerviges Zusammenspiel.  Ohne jede museale Nostalgie schöpfen die vier Musiker beherzt aus dem riesigen Fundus des swingenden Jazz von Bix bis Bop, von Getz bis Gershwin, dabei immer auf der Suche nach dem Verborgenen, dem  Exquisiten.  Das  „Great  American  Songbook“  und  die  meisterlichen  Aufnahmen  vorväterlicher Helden  bilden  klumpenfreien  Humus  für  die  Kreativität  der  Combo,  die  sich  in  verblüffenden Arrangements, virtuosen Solobeiträgen und ausdrucksstarken Eigenkompositionen niederschlägt. 
 
Die  zeitgemäße  Aufbereitung  eines  enorm  abwechslungsreichen  Repertoires  und  nicht  zuletzt  die humorvolle Moderation und spontane Bühnenpräsentation machten das  Ensemble schon bald nach der Gründung zur gefeierten Attraktion vieler namhafter Festivals und etablierten "Echoes of Swing" an  der  Spitze  der  internationalen  klassischen  Jazzszene.  Ausgedehnte  Tourneen  führten  das Ensemble quer durch Europa, über den Atlantik, nach Japan, Neuseeland und sogar auf die Fidschi-Inseln. Die rasante musikalische Entwicklung der Band ist mittlerweile auf sieben CDs - viele davon preisgekrönt - eindrucksvoll dokumentiert.
 
2013 wurden ECHOES OF SWING von der weltweit erfolgreichen Plattenfirma 'ACT Music & Vision'
unter Vertrag genommen. Kurz darauf erschien die erste und von der internationalen Kritik gefeierte
CD 'BLUE  PEPPER' unter neuer Flagge. Das nächste, mit Spannung erwartete neue ECHOES OF
SWING-Album  'DANCING'  wurde  unlängst  veröffentlicht  und  wird  im  Rahmen  der Konzert-Tournee 2016/2017 präsentiert.

COLIN T. DAWSON, Trompete & Vocals
CHRIS HOPKINS, Alto Saxophon
BERND LHOTZKY, Piano
OLIVER MEWES, Schagzeug

Veranstalter: 
Theaterforum Gauting e.V.
Nach(t)kritik 
Die Combo hat viele Fans. Mit dem Swing im Namen gelingt es zudem auch, immer wieder neue Konzertbesucher zu mobilisieren. Swing verspricht einen packenden Abend, gute Laune, mitreißende und vergnügliche Musik, zudem nicht selten einfach nur Jugenderinnerungen, hat er sich doch noch bis in die 1960er Jahre gut gehalten. Aber um Nostalgie geht es den vier Musikern von „Echoes of Swing“ wohl nicht, auch wenn man bei der Wahl dieser Gattung automatisch eine gewisse Rückgewandtheit in Kauf nehmen muss. Bei dem Quartett ist vielmehr der Name Programm. Im Fokus steht nicht, den guten alten Swing museal zu konservieren, als vielmehr das Ansinnen, mit zeitgemäßer Rhetorik alles Swingende in die Gegenwart zu übersetzen, um es frisch und lebendig zu halten – und es auch auf neue Wege zu bringen.
Letzteres implizierte hier einen gewissen Überraschungseffekt. Nicht etwa, weil man dem Swing nicht zutrauen würde, auch in der Gegenwart eine passende Form zu finden. Überraschend war eher, dass Echoes of Swing die neue Frische mit einem überaus kammermusikalischen Zugriff suchte. Das Quartett pflegt eine sehr feinsinnige, detailpräzise und klanglich reizvoll austarierte Spielart. Colin T. Dawson (Trompete und Gesang), Chris Hopkins (Altsaxophon), Bernd Lhotzky (Klavier) und Oliver Mewes (Schlagzeug) sind zudem Meister des leisen Spiels, bei dem der Eindruck uneingeschränkter Spielfreude und lustvollen Zupackens dennoch ungetrübt bleibt.
Anders als in der klassischen Kammermusik geht die Formation allerdings sehr frei, wenn auch respektvoll mit dem vorgegebenen Material um. Arrangements, Bearbeitungen, Neukombinationen, schlanke Auslegungen und schließlich Neukompositionen im mehr oder weniger alten Stil sind nicht zuletzt ein Abbild der großen kreativen Kräfte im Ensemble. Zudem beziehen sich die Inhalte nicht nur auf die Gattung Swing als vielmehr auf alles, was einen swingenden Duktus zur Grundlage hat. Vordringliche Kriterien zur Aufnahme ins Repertoire sind wohl Möglichkeiten besonderer Wirkungen und Reize. So etwa das spritzig leichte Spiel beim rasch und scharf geschnitten interpretierten „Volare“ von Domenico Modugno oder der ähnlich humoresk ausgelegte „The Ragtime Dance“ von Scott Joplin samt seiner mit rhythmisierten Pausen raffiniert fragmentierten Passage. „Southern Sunset“ von Sidney Bechet zeigte sich im Marsch-Thema recht sperrig, was umso geschmeidiger die Improvisationen erscheinen ließ.
Was man in dieser Gesellschaft wohl kaum erwartet hatte, war eine Bach-Bearbeitung, die Lhotzky mit der Gavotte II der sechsten Englischen Suite BWV 811 im Kontrast zwischen Originalmaterial und freier harmonischer Auslegung gewagt hatte. Unter solchen Besonderheiten entwickelte selbst ein Evergreen wie „Over the Rainbow“ solistisch am Flügel überaus zart, leicht und filigran vorgetragen eine überaus starke Wirkung. Genauso wie das sinnierende Umherschweifen in „The Old Country“. Ab und an genügte es dann auch, ein Stück in absolut reiner Form auszuspielen, um es zu etwas Besonderem zu machen. So etwa das bluesig packende „Disorder at the Border“ von Coleman Hawkins mit ordentlichem Drive oder die wunderbar sentimentale Ballade „Dream Dancing“ von Cole Porter. Darunter reihte sich auch die Eigenkomposition Lhotzkys „Das Wrack der guten Hoffnung“ mit ihrem flotten Groove nahtlos ein. Das „Ain’t Misbehavin“ in der Zugabe setzte schließlich mit dem Klavierduo Lhotzky und Hopkins dem Abend noch ein kabarettistisches Sahnehäubchen auf.
Pressestimmen 
Den Namen muss man wörtlich nehmen: Echoes of Swing wollen kein tausendster Aufguss sein, sie verstehen sich als Nachklang der Swing-Ära in zeitgemäßer Spielart. Damit ist eben nicht nur die Stilrichtung der 1920er und -30er Jahre gemeint, sondern generell das musikalische Phänomen der Beschwingtheit, das auch im ausverkauften Gautinger Kulturhaus Bosco die damit assoziierte Wirkung zu entfalten vermochte.

Und das bedeutet immer eine entspannte, doch mitreißende Gute-Laune-Musik, die unmittelbar anspricht. Die bestechende Qualität des Ensembles ist dabei der kammermusikalische Zugriff, der selten auf schmetternde Bläsersoli, bravouröse Pianistik oder massive Trommelattacken aus ist. Es ging in erster Linie um einen homogenen Ensembleklang und vor allem darum, dass sich die vier Musiker einer sehr feinsinnigen, einfühlsamen und meist weit zurückgenommenen Spielart hingaben.

Höchste Effizienz war hier die Devise, die jedoch Colin T. Dawson (Trompete und Gesang), Chris Hopkins (Altsaxophon), Bernd Lhotzky (Klavier) und Oliver Mewes (Schlagzeug) keinesfalls dazu nötigte, zaghaft zu agieren. Der Fokus lag dabei stets auf der Besonderheit eines jeden Stücks, das dann mit viel Detailsorgfalt und Raffinesse köstlich dargeboten wurde. Durchaus mit Musizierlust und Verve, doch abgesehen von der Steigerung zum Finale hin, das die Zuhörer nachhaltig packen sollte, meist in den leisen Registern.

Auf diese Weise kamen die besonderen Charakteristika der einzelnen Stücke deutlicher zur Geltung und konnten klarer herausgearbeitet werden. Besonders profitierten davon die melancholischen Balladen, wie etwa Duke Ellingtons "On a turquoise Cloud" von der brandneuen CD "Travelin" mit seinen singenden Soli, oder noch weiter auf Klavier und Saxophon reduziert das melodiös-sentimentale "You are to beautiful" von Richard Rodgers.

Einen schönen Effekt arbeitete das Ensemble in "Dream Dancing" von Cole Porter heraus - beginnend mit einem empfindsamen Solo der Trompete, zu der die weiteren Instrumente dann sukzessive dazu stießen, um schließlich auf eine finale Wirkung mit großer Klangfülle hinzusteuern. Prickelnd-spritzige Leichtigkeit kam indes mit Stücken wie "Volare" oder Colin Dawsons "Gan Hyem" zum Zuge. In den kraftvolleren Stücken sollte aber auch der Reichtum an Ausprägungen nicht zu kurz kommen. So etwa mit "Ol' Man River" aus dem Musical "Show Boat", das sich aus einer Art schrägem Kinderlied entwickelte, dann mit Drive auch Mewes die Gelegenheit bot, die Klangfarben seines Schlagzeugs auszuspielen.Oder auch im Powerplay des "Disorder at the Border" von Coleman Hawkins, das sich bluesig leicht verdunkelte. Eine humoristische Einlage lieferte das vierhändige Klavierduo Lhotzky und Hopkins mit einem entfesselten "Ain't Misbehavin" in der Zugabe, effektvoll von Tutti zu einem packenden Schluss geführt.