Veranstaltungsinfo

Mo, 21.11.2016
20.00 Uhr
Klassik
25,00 / 15,00 €*
* Wir führen eine Warteliste
Trio Shaham Erez Wallfisch im bosco, Gauting - FOTO: Hagai Shaham

Trio Shaham, Erez, Wallfisch: Rachmaninow, Arenski, Brahms

"… musizieren mit beispielhafter rhythmischer Präsenz und Präzision und bewundernswerter struktureller Klarheit in eine bravourös ausgespielte Apotheose, deren Klangwunder die Zuhörer bis zum letzten Ton in ihren Bann schlugen…" -  HANS HERDEG, SÜDWEST PRESSE
Die Gründung dieses Klaviertrios, 2009 vom Duo Shaham-Erez und dem weltberühmten Cellisten Raphael Wallfisch, führte sofort zum internationalen Erfolg: Sie sind regelmäßig zu Gast im Concertgebouw Amsterdam und der Wigmore Hall London und ihre drei CD-Aufnahmen wurden von der internationalen Presse total begeistert empfangen.

HAGAI SHAHAM Violine
ARNON EREZ Klavier
RAPHAEL WALLFISCH Violoncello

19.00 Uhr Konzerteinführung durch den Kulturjournalisten Reinhard Palmer

Programm:
RACHMANINOW Trio Elegiac (1892)
ARENSKY Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 32
BRAHMS Klaviertrio Nr. 2 C-Dur op. 87



Pressestimmen:

Full-blooded music making from a streamlined ensemble
”… they never get in the music’s way. It flows out of them unimpeded, as if balancing a piano trio were the easiest thing in the world, which goodness knows it is not… These performers evoke musical values that today are beginning to seem “old school”, yet are as sterling solid as ever. Erez is the most self-effacing of virtuosi, delivering glitter and dazzle… his tone always singing and tanslucent. Shaham’s sound recalls the great violinists of the mid 20thcentury: rich and gorgeous, yet never sugary, his use of portamenti judiciously applied. Wallfisch’s cello seems virtually an extension of himself as he blends into vivid musical conversations or briefly takes centre stage to bowl out the big tunes… Notable qualities that leapt out of this performance included the choice of contrasting palettes… Erez’s piano tone turned utterly luminous, as if by magic.” The Arts Desk, Jessica Duchen, 21 January 2016
 
First rate music making from the Trio Shaham Erez Wallfisch
”… rich, expressive intensity…Wallfisch played with exquisite beauty of tone… Shaham gave us some gorgeous sustained melodies while Erez brought lovely Romantic colouring to the piano writing… Shaham dispatched some of the virtuoso passagework with aplomb. The players were as one in their approach to the various shifts of mood and tempo… their thrilling rendition of the coda… Erez excelled in Rachmaninov’s swirling virtuoso passagework, ensuring the string players were never overwhelmed and the balance of sound remained excellent throughout… There was an ease and fluency in the way all three players approached the constantly evolving thematic material… I particularly enjoyed the striking double stopping of the string players and the tenderness and lyricism … a terse energy and exceptionally clear and tight articulation… the performers brought a spontaneity and freshness to the music with the inventive nature of the material really shining through. Overall, this was an evening of first rate music making and the performances of the Arensky and Brahms trios were exceptionally fine.” Seen and Heard International, Robert Beattie, 23 January 2016
Veranstalter: 
Theaterforum Gauting e.V.
Galerie 
Bilder der Veranstaltung

2016

Nach(t)kritik 

Als Trio waren die drei Musiker erst zum dritten Mal in Deutschland, nach Göppingen 2013 und Göttingen 2014. Obgleich Hagai Shaham (Violine), Raphael Wallfisch (Violoncello) und Arnon Erez (Klavier) als Solisten oder in anderen Konstellationen weltweit einen Namen haben, gelang dem Trio Shaham Erez Wallfisch der Durchbruch in Deutschland noch nicht. Wenn es nach dem bosco-Publikum ginge, könnte sich das bald ändern, auch wenn die Klangfluten des etwas dick auftragenden Programms so manchen Besucher übersättigten. Klaviertrios von Sergei Rachmaninow, dessen Lehrer Anton Arenski und Johannes Brahms: Das ist wohl zu viel der Schwergewichtler an einem Abend.
Dieser Eindruck konnte allerdings nur vordergründig entstehen, denn an feinsinnigen Rücknahmen fehlte es hier nicht, wenn auch nicht vom ersten Werk an. Rachmaninows erstes Trio Élégiaque op. 9/1 zu Ehren von Tschaikowski ist keine Komposition, die sich an irgendeiner Stelle zurückhalten will. Höchste Emotionalität ist darin die Grundsubstanz, die immer nur weiter verdichtet und intensiviert wird. Dunkel, leidenschaftlich und substanzfüllig, doch mit leicht formbarer Plastizität nahm das Trio hier den als Pianist recht nüchtern überlieferten Rachmaninow und demonstrierte zugleich seine große Stärke als Ensemble: die Klangbildnerei.
Sinnenfreudiges und farbsattes Gestalten machte schon das g-Moll-Werk Rachmaninows zu einer vergoldeten Ikone mit expressiven Zügen und im schweren Rahmen. Doch Arenskis Klaviertrio d-Moll zog schon deutlich feinere Saiten auf. Auch er gedachte darin eines Musikers, des bereits 1889 verstorbenen Cellisten Karl Davidoff. Mit dem tiefen Streicher im Vordergrund ging es hier ebenso um elegisch-pathetische Gesänge. Aber wie bei Rachmaninow genauso um einen virtuosen Klavierpart, der bei Arenski allerdings perlender in Erscheinung trat. Ein kleiner Vorgeschmack darauf, was auch im Ensemble schließlich für schillernde Klangmalerei sorgen sollte.
Schon das verspielte Scherzo, in dem unzählige Spieltechniken und deren Kombinationen zum Einsatz gelangten, sorgte für erfrischende Farbnuancen. Aber damit waren die Möglichkeiten noch nicht erschöpft: Die Elegia, die eigentliche Totenklage des Cellos über dem Trauermarschrhythmus im Klavier, hielt eine Überraschung parat. Unerwartet verzogen sich die düsteren Wolken und der Himmel der Apotheose klarte sich auf. Geradezu impressionistisch spürte das Trio hier der Trauermelodie nun in Dur nach. Ein farbfrisches Schillern in zarten Lasuren sorgte dabei für eine überwältigende Wirkung, die sich im dritten Satz noch einmal steigern sollte, eingerahmt vom Tanztaumel der konzertanten Polonaise.
Bei Brahms sahen die einfühlsamen Rücknahmen anders aus, neigt doch sein zweites Klaviertrio op. 87 eher zum Ungestümen und Kantigen. Das dämonische Element, wie es Brahms-Biograph Max Kalbeck beschrieb, hatte seinen Auftritt, wenn auch in einer verhaltenen Form. Weniger Mysterium als vielmehr ein persönliches Geheimnis. Gerade im Scherzo, wo sich im Klavierpart höchste Virtuosität ins leichte Leggiero zurücknehmen muss. Selbst die heitere Triomelodie vermochte jedoch nicht viel dem Sog zum großen Finale entgegenstellen. Im Schlusssatz griff das Trio Shahan Erez Wallfisch denn auch spielfreudig ins Volle, doch nicht ohne die lyrischen Kontrastmotive auszukosten. Ein fulminantes Ende, dem sich lang anhaltender, begeisterter Applaus anschloss. Dvořáks Dumky-Allegro in der Zugabe.