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LOCATION:Oberer Kirchenweg 1\, 82131 Gauting
DESCRIPTION:&quot\;ICH UND DIE WELT&quot\; - NEUE LITERATURREIHE MIT GERD HOLZHEIMER\n
Die Lesbarkeit von Ich und der Welt\n
Nach wie vor ist in den B&uuml\;chern ein Schatz der Menschheit aufgehoben\, der Tag f&uuml\;r Tag darauf wartet\, gehoben zu werden. Dabei geht es nicht um eine wie immer geartete Bildung\, schon gar nicht im formalen Sinne &ndash\; es geht um uns\, um unser Herz\, um unsere Sinne\, um unseren Verstand\, und wie wir in dieser Welt stehen\, und zu ihr. Ungebrochen ist die Literatur eine m&ouml\;gliche Instanz\, im Spiegel anderer Lebensgeschichten\, &uuml\;ber unseren eigenen Lebenslauf nachzudenken\, und im Buch nach Orientierung f&uuml\;r eigene grundlegende M&ouml\;glichkeiten zu suchen. Von der Lesbarkeit der Welt kommen wir zu unserer eigenen Person und wir von uns pers&ouml\;nlich zur Welt.\n
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&bdquo\;Person&ldquo\;\, &bdquo\;Maske&ldquo\;\, &bdquo\;Rolle&ldquo\; sind alles Begriffe aus der Theatersprache\, ohne die wir nicht auskommen in unserem Alltag. Jeder von uns &uuml\;bernimmt eine Rolle\, zwangsl&auml\;ufig\, es geht gar nicht anders\; wir m&uuml\;ssen sogar mehrere Rollen ausf&uuml\;llen\, auf privater\, auf beruflicher\, auf &ouml\;ffentlicher Ebene. Jeder von uns inszeniert sich\, der eine mehr der andere weniger. Was aber ist\, wenn man gl&uuml\;cklich in die eigene Person hinein - gewachsen ist? Was ist dann? Dann muss man dar&uuml\;ber hinauswachsen\, &uuml\;ber sich selbst hinaus\, in ein Drittes\, anderes.\n
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Besucher dieser Abende brauchen die jeweilige Lekt&uuml\;re &uuml\;berhaupt nicht zu kennen. Worum es geht\, wird kurz er&ouml\;rtert\, einzelne Textpassagen werden vorgelesen. Unterhaltsames und Vergn&uuml\;gliches geh&ouml\;rt selbstverst&auml\;ndlich dazu. Wer nicht lachen kann\, nimmt das Leben nicht ernst.\n
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1. Ganz so\, wie ich bin: J.W. v. Goethe und C.G. Jung\n
Jeder kennt die Geschichte vom &bdquo\;verlorenen Sohn&ldquo\;\, der von seinem Elternhaus aus aufbricht\, um seine eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das Ende ist gl&uuml\;cklich\, denn von beiden Seiten her erscheint die R&uuml\;ckkehr m&ouml\;glich und w&uuml\;nschenswert. In der Literatur folgt der sogenannte &bdquo\;Bildungsroman&ldquo\; diesem Schema. Auf den ersten Anschein mag dieser Begriff recht wuchtig und in seinem Bildungsanspruch vielleicht sogar bedrohlich wirken\, doch meint er in der Goethezeit etwas sehr Einfaches\, freilich zugleich Umfassendes. Unter &bdquo\;Bildung&ldquo\; verstand man den Versuch einer ganzheitlichen Harmonisierung von K&ouml\;rper\, Geist und Seele. Die Strukur dieser Romangattung sieht ein zumeist jugendliches Ich\, das mit seinen Idealen in eine Welt der Realit&auml\;t hinausgeht\, die zwar ganz und gar nicht ideal ist\, aber zumindest soweit offen f&uuml\;r Visionen bleibt\, dass das Individuum zwar zuletzt realistischer geworden ist\, aber durchaus nicht zu resignieren braucht. Es geht dabei um den von Hegel formulierten Gegensatz &bdquo\;zwischen der Poesie des Herzens und der entgegenstehenden Prosa der Verh&auml\;ltnisse&ldquo\;.\n
In Goethes &bdquo\;Wilhelm Meister&ldquo\; formuliert der junge Held seinen Anspruch so: &bdquo\;Da&szlig\; ich Dir&rsquo\;s mit einem Worte sage: mich selbst\, ganz wie ich da bin\, auszubilden\, das war Dunkel von Jugend auf mein Wunsch und meine Absicht.&ldquo\; angestrebt ist jene ganzheitliche Erf&uuml\;llung der eigenen Person\, wie sie sp&auml\;ter auch in der Psychoanalyse\, etwa durch C.G. Jung formuliert wird.\n
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Der Literaturwissenschaftler Gerhard Neumann bringt das Programm auf einen Nenner: &bdquo\;Der Gang durch die Welt als Gang zu sich selbst: das reflektierende\, handelnde\, beobachtende oder tr&auml\;umende Ich als Reisender\, Spazierg&auml\;nger\, als Wanderer\, als Flaneur und als Exilierter &ndash\; es sind historisch begr&uuml\;ndbare Formen der Selbsterfahrung\, die Selbst-Sein als Selbst-Werden zu bestimmen suchen\, als Bewegung des K&ouml\;rpers durch die Landschaft\, als Bewegung der Phantasie im Weltraum der Seele.&ldquo\;\n
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Konzeption &amp\; Moderation\n
GERD HOLZHEIMER\n
Sprecher\n
HANS J&Uuml\;RGEN STOCKERL
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SUMMARY:Holzheimer-Reihe "Ich und die Welt" (1) Ganz so\, wie ich bin // Bosco Gauting
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