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LOCATION:Oberer Kirchenweg 1\, 82131 Gauting
DESCRIPTION:An diesem Abend zeigt die Kompassnadel in den Orient. Die Schweizer Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach\, befreundet u.a. mit Erika Mann\, ist dieser Tage wieder aufgetaucht in dem Roman Kompass von Mathias &Eacute\;nard\, in dem um die Verschlungenheit und gegenseitige Bereicherung von Orient und Okzident geht. F&uuml\;r Franz Ritter\, einen Protagonisten des Romans ist der Orient ein &bdquo\;staatenloser Traum&ldquo\;\, auf Arabisch\, Persisch und T&uuml\;rkisch\, in dem er immer wieder eine Sarah zu treffen sucht\, der es ihrerseits jedoch um die Spuren der Annemarie Schwarzenbach geht: beide dem Orient vollkommen verfallen.\n
Annemarie Schwarzenbach ist eine unheilbar Reisende\, ihr Aufbrechen bleibt immer ohne Ziel. &bdquo\;Wirklich\, ich lebe nur wenn ich schreibe&ldquo\;\, schreibt sie in ihr Tagebuch\, 1939. Im einst ber&uuml\;hmten Hotel Baron in Aleppo sendet sie triste Briefe an Klaus Mann. Thomas Mann betrachtet sie mit einer Mischung aus Besorgnis und Wohlgefallen: &bdquo\;Merkw&uuml\;rdig\, wenn Sie ein Junge w&auml\;ren\, dann m&uuml\;ssten Sie doch als ungew&ouml\;hnlich h&uuml\;bsch gelten. &bdquo\;Sie lebte gef&auml\;hrlich. Sie trank zu viel. Sie ging nie vor Sonnenaufgang schlafen&ldquo\;\, erinnert sich eine Freundin Sie wird nur 34 Jahre alt\, stirbt an den Folgen eines Fahrradunfalls in der Schweiz.\n
F&uuml\;r sie wie f&uuml\;r Else Lasker-Sch&uuml\;ler gibt es kein Land der Heimkehr. Lasker-Sch&uuml\;lers spezifische &bdquo\;Mischung&ldquo\; beschreibt J&uuml\;rgen Serke als &bdquo\;h&auml\;ufig j&uuml\;disch\, ihre Phantasie war orientalisch\, ihre Sprache deutsch.&ldquo\;&nbsp\; Sie will nichts weniger als: &bdquo\;in das Grenzenlose in mir zur&uuml\;ck&ldquo\;.\n
Das scheinbar oder tats&auml\;chlich Paradoxe dieses Satzes steht im Zentrum von &Uuml\;berlegungen\, die nicht unbedingt &bdquo\;Ergebnisse&ldquo\; zum Ziel haben\, sondern noch einmal an den Anfang zur&uuml\;ckgehen m&ouml\;chten: Was wird denn &uuml\;berhaupt gesucht? Was haben sich diese damals jungen K&uuml\;nstler vorgestellt? Hat das in irgendeiner Weise etwas damit zu tun\, was auch uns umtreibt?\n
Zwei Jahre lang\, von 1912 bis 1914 hat Franz Marc kleine expressionistische Kunstwerke an Else Lasker-Sch&uuml\;ler geschickt\, bemalte Karten als &bdquo\;Botschaften an den Prinzen Jusuf&ldquo\;. Else Lasker-Sch&uuml\;ler anwortet literarisch: &bdquo\;Briefe an den blauen Reiter Franz Marc&ldquo\;. Das Blaue Land des Blauen Reiters in Bayern tritt in poetischeVerbindung mit Pal&auml\;stina. In Jerusalem tritt sie unter anderem f&uuml\;r einen arabisch-j&uuml\;dischen Kindergarten ein. Ihre zentrale Botschaft lautet: &bdquo\;Ein Mensch der Liebe kann nur auferstehen! Hass schachtelt ein! Wie hoch die Fackel auch mag schlagen!&ldquo\;\n
&nbsp\;\n
Konzeption &amp\; Moderation\n
GERD HOLZHEIMER\n
Sprecherin\n
KATJA SCHILD
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SUMMARY:Holzheimer-Reihe "Ich und die Welt" (4)  Der Orient als Biographie // Bosco Gauting
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