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LOCATION:Oberer Kirchenweg 1\, 82131 Gauting
DESCRIPTION:Nobellierung von Br&uuml\;chen: Hermann Hesse und Thomas Mann\n
Ein Dreigestirn wird gern genannt\, wenn es darum geht\, den Aufbruch in die Kunst der Moderne mit Namen zu versehen: Arnold Sch&ouml\;nberg\, Wassilij Kandinsky\, Thomas Mann. Musik\, bildende Kunst und Literatur schaffen gemeinsam die k&uuml\;nstlerische Grundlage des zwanzigsten Jahrhunderts\, und man darf sich freuen\, dass etliche Geburtsstunden in einem Land stattgefunden haben\, in dem Avantgardisten sie nicht unbedingt vermuten wollen\, in Bayern.\n
Wirft man\, um Thomas Mann n&auml\;her zu kommen\, einen Blick in seine Tageb&uuml\;cher\, wird eine erstaunliche Diskrepanz sp&uuml\;rbar zwischen der gro&szlig\;b&uuml\;rgerlichen Erscheinung\, die er nach au&szlig\;en verk&ouml\;rpert\, und den extemen Br&uuml\;chen\, die ihn seine k&uuml\;nstlerische Berufung verursacht &ndash\; und nicht nur die. Im Stil des Lebensf&uuml\;hrung wie des meisterlichen Schreibens gelingt es ihm\, diese Br&uuml\;che zwar nicht auszugleichen\, aber doch immerhin lebbar zu gestalten.\n
Zu den Avantgardisten wird sein Kollege Hermann Hesse gemeinhin nicht gez&auml\;hlt. In intellektueller Rezeption erscheint Hesse als &bdquo\;literarischer Gartenzwerg&ldquo\;\, wie selbst der Hermann-Hesse-Herausgeber Volker Michels konstatiert. Literarischem Scharfsinn gegen&uuml\;ber\, r&auml\;umt er ein\, haben Hesse Texte viele Nachteile: sie sind leicht zu lesen\, aber schwer zu leben. Seine Gesellschaftskritik beginne mit Selbstkritik: auf den einzelnen kommt es Hesse an. Er schreibt: &bdquo\;Es fehlt nicht an Autoren\, der Verzweiflung an unserer Zeit und deren Angst vor dem Chaos echt ist. Es fehlt aber an solchen\, deren Glaube und Liebe ausreicht\, sich selber &uuml\;ber dem Chaos zu halten.&ldquo\;&nbsp\; Der Mensch\, den ich suche und erw&uuml\;nsche\, ist der\, der sowohl der Gemeinschaft wie des Alleinseins\, sowohl der Tat wie der Versenkung f&auml\;hig ist.&ldquo\;\n
Immer von neuem muss &bdquo\;das Paradoxe wieder gewagt&ldquo\; werden\, so zitiert Hermann Hesse gleich zu Beginn der Morgenlandfahrt seinen Siddharta\, &bdquo\;das an sich Unm&ouml\;gliche muss immer neu unternommen werden.&ldquo\; Zeitlebens hat Hesse an dieser Maxime festgehalten und ging solcherma&szlig\;en eben doch verdient als weiser Mann in die Geistes- und Literaturgeschichte ein.\n
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Konzeption &amp\; Moderation\n
GERD HOLZHEIMER\n
Sprecher\n
AXEL WOSTRY
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SUMMARY:Holzheimer-Reihe "Ich und die Welt" (5) Nobellierung von Brüchen // Bosco Gauting
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