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LOCATION:Oberer Kirchenweg 1\, 82131 Gauting
DESCRIPTION:&quot\;AUF GEHT&acute\;S: ZU NEUEN UFERN!&quot\; - NEUE LITERATURREIHE MIT GERD HOLZHEIMER\n
Politische Aufbr&uuml\;che\n
Die Ausrufung des Freistaats Bayern und damit gleichzeitig der R&auml\;terepublik in M&uuml\;nchen j&auml\;hrt sich zum hundertsten Mal\, wieder einmal Anlass f&uuml\;r ein Jubil&auml\;um. Diese literarische Reihe greift diese Geschichte auf und erweitert sie: um die Vorgeschichte\, und dazu geh&ouml\;ren auch siebenhundert Jahre Wittelsbacher\, um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert\, eine Zeit\, in der in M&uuml\;nchen ein wirklich gro&szlig\;er Aufbruch stattfand\, auf allen Ebenen menschlichen Lebens &ndash\; eine Wendung der Dinge\, wie sie sich in gewisser Weise 1968 wiederholen sollte. Nat&uuml\;rlich geh&ouml\;rt auch die Revolution von 1918 selbst zum Thema sowie ein Herr Meyer in M&uuml\;nchen\, der sich sp&auml\;ter Lenin nannte\, und eine gewisse Rolle spielt.\n
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Freilich wechseln sich in der Geschichte der Menschheit offenkundig immer wiederkehrend Epochen vern&uuml\;nftiger Planung\, partnerschaftlicher Zusammenarbeit und phantasievoller Projekte mit solchen der Irrationalit&auml\;t\, Isolierung und Engstirnigkeit ab. Goethe formuliert diesen ewigen Wechsel in einer seiner Maximen so: &bdquo\;Der Kampf des Alten\, Bestehenden\, Beharrenden mit Entwicklung\, Aus- und Umbildung ist immer derselbe. Aus aller Ordnung entsteht zuletzt Pedanterie\; um diese los zu werden\, zerst&ouml\;rt man jene\, und es geht eine Zeit hin\, bis man gewahr wird\, dass man wieder Ordnung machen m&uuml\;sse. Klassizismus und Romantizismus\, Innungszwang und Gewerbefreiheit\, Festhalten und Zersplittern des Grundbodens: es ist immer derselbe Konflikt\, der zuletzt wieder einen neuen erzeugt. Der gr&ouml\;&szlig\;te Verstand des Regierenden w&auml\;re daher\, diesen Kampf so zu m&auml\;&szlig\;igen\, dass er ohne Untergang der einen Seite sich ins Gleiche stellte\; dies ist aber den Menschen nicht gegeben &hellip\;&ldquo\; &ndash\;&nbsp\; eine ziemlich pessimistische Prognose\, es kommt aber noch dicker: &bdquo\;&hellip\;und Gott scheint es auch nicht zu wollen.&ldquo\; Damit h&auml\;tten wir nat&uuml\;rlich richtig Pech. Aber geh&ouml\;rt es nicht auch zum Wesen des Menschen\, dass er weltoffen ist\, offen f&uuml\;r die Welt? Und dass er\, weil er das Leben liebt\, auch mit anderen Lebewesen menschlich umgehen kann\, selbst wenn es ihm keinen unmittelbaren Nutzen bringt. Davon soll die Rede sein. Es geht weniger um politische Botschaften\, als vielmehr darum\, in welcher Weise sich diese Ver&auml\;nderungen im Bewusstsein der Menschen literarisch niedergeschlagen haben.\n
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1. Der Herr Meyer aus der Kaiserstra&szlig\;: Lenin in M&uuml\;nchen\n
Sommer 1900 in M&uuml\;nchen\, mitten im Herzens Schwabings: Ein junger Mann Anfang drei&szlig\;ig stellt sich als Herr Meyer vor und bezieht ein kleines Zimmer in der Kaiserstra&szlig\;e 46. Das erscheint auf den ersten Blick als nicht allzu Besonderes. Doch bei diesem Herrn\, einem untergetauchten Russen\, handelte es sich um einen besonderen Meyer. Hinter dem Allerweltsnamen steckt kein Geringerer als Vladimir Iljitsch Uljanow\, uns allen besser bekannt als Lenin.&nbsp\;Mit Pamphleten wie Was tun? legt er in seinen zwei Jahren in M&uuml\;nchen erste schriftliche und politische Grundlagen f&uuml\;r die russische Revolution. Auch die Zeitschrift Iskra wird in M&uuml\;nchen gedruckt. M&ouml\;glicherweise ist auf diese Weise in der Druckerei die Verbindung zu einem &bdquo\;Fr&auml\;ulein Sch&ouml\;n&ldquo\; entstanden\, die sp&auml\;ter im sogenannten &bdquo\;Jagah&auml\;usl&ldquo\; in Stockdorf gelebt hat. Zu ihren wenigen Habseligkeiten geh&ouml\;rte auch ein Sessel\, auf dem Herr Meyer alias Lenin sa&szlig\; und sogar gen&auml\;chtigt hatte. Lenins Sessel wird w&auml\;hrend der ganzen Veranstaltung life anwesend sein. In seinen Schriften klingt Lenin nicht gerade als freudvoller Mensch\, aber das lustvolle M&uuml\;nchner Leben hatte es ihm durchaus angetan. Er war ein gern gesehener Gast im Hofbr&auml\;uhaus\, liebte Bier und Mehlspeisen. Vielleicht hat er die Aufschrift &bdquo\;HB&ldquo\; auf den Ma&szlig\;kr&uuml\;gen als Abk&uuml\;rzug von Народная воля gelesen\, narodnaja wolja\, auf gut deutsch: &bdquo\;Volkswille&ldquo\;. Das wird ihm zus&auml\;tzlich gefallen haben. Thema dieses Abends: Nicht nur die zwei Jahre\, in denen Lenin in M&uuml\;nchen war\, sondern vor allem der Geist der Zeit in M&uuml\;nchen und eben auch um Lenins Geist. Und damit um Fragen: Welche Modelle werden diskutiert? R&auml\;te versus Partei als Diktatur des Proletariats\, gleichbedeutend mit der Alleinherrschaft einer kommunistischen Partei\, mit der Ausschaltung aller anderen Kr&auml\;fte und damit auch des Anarchismus\, w&ouml\;rtlich der&nbsp\; &bdquo\;Herrschaftsfreiheit&ldquo\;\, Gewaltfreiheit\, Pazifismus.\n
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Konzeption &amp\; Moderation\n
GERD HOLZHEIMER\n
Sprecherin\n
CLARA HOLZHEIMER\n
Musik\n
&quot\;Das Lustprinzip&quot\;\n
mit ROSE BIHLER SHAH\, Gesang\n
BIRGIT OTTER\, Tasten
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SUMMARY:Gerd Holzheimer "Auf geht´s: Zu neuen Ufern!" (1) Der Herr Meyer aus der Kaiserstraß // Bosco Gauting
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