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LOCATION:Oberer Kirchenweg 1\, 82131 Gauting
DESCRIPTION:&Uuml\;bersetzung: J&uuml\;rgen Krug\n
Regie: Ulrike Arnold\, Co-Regie: Eli Wasserscheid\n
B&uuml\;hne: Julia Str&ouml\;der\n
Kost&uuml\;me: Katja Kirn\n
Licht: Hans-Peter Boden\n
Choreographie: Katja Wachter\n
Dramaturgie: Katharina Sch&ouml\;fl\n
Mit: Butz Buse\, Julia Loibl\, Matthias Renger\, Thomas Wenke und Georg St&uuml\;rzer\n
Einf&uuml\;hrung: 19.15 Uhr // Dauer: 1.25 Std. // keine Pause

Ich m&ouml\;chte lieber nicht.\n
Sich die Freiheit nehmen\, nichts mehr tun zu m&uuml\;ssen\, sich nicht f&uuml\;gen\, sich nicht wehren.\n
Verweilen auf der Schwelle zwischen Handeln und Nichthandeln.

Gut gehende Gesch&auml\;fte veranlassen den Anwalt einer Kanzlei an der Wall Street dazu\, den Kreis seiner Angestellten zu erweitern. Zu diesem Zeitpunkt erledigen die beiden Schreiber Turkey und Nippers sowie der Laufbursche Ginger Nut die anfallenden Arbeiten im Gro&szlig\;en und Ganzen zur Zufriedenheit des Anwalts. Als auf seine Anzeige hin ein junger Mann von ausnehmend ruhigem &Auml\;u&szlig\;eren vorstellig wird\, sieht er in ihm eine vorteilhafte Erg&auml\;nzung. Bartleby legt in den ersten Tagen ungemein gro&szlig\;en Flei&szlig\; an den Tag und erledigt eine au&szlig\;erordentliche Menge an stupiden Kopierarbeiten. Alles scheint seinen Gang zu gehen\, bis Bartleby der Bitte des Anwalts\, ihm bei einer kleinen Sache zur Hand zu gehen\, sanft und entschieden entgegnet: &bdquo\;Ich m&ouml\;chte lieber nicht.&ldquo\;

Diese wohl ber&uuml\;hmteste Widerstandsformel der Literaturgeschichte ist die Ank&uuml\;ndigung eines Ausstiegs\, der allen um Bartleby herum unerkl&auml\;rlich bleibt. Seine Verweigerung besch&auml\;mt\, verst&ouml\;rt\, verunsichert - und zieht magisch an.

BARTLEBY\, DER SCHREIBER ist erstmals 1853 erschienen\, zwei Jahre nach dem Jahrhundertroman &bdquo\;Moby Dick&ldquo\;\, und gilt als eines der wichtigsten Werke des amerikanischen Autors Herman Melville (1819 &ndash\; 1891).\n
&nbsp\;
Presse:\n
&quot\;Es gibt S&auml\;tze\, die wundersam r&auml\;tselhaft bleiben. Einer dieser S&auml\;tze lautet: &#39\;Ich m&ouml\;chte lieber nicht&#39\;\, das erkl&auml\;rt Bartleby\, ein Kopist in einem dunklen New Yorker Anwaltsb&uuml\;ro\, tagein\, tagaus. (...) Bartlebys Missmut ist nicht trotzig\, im Gegenteil: seine Totalverweigerung\, sie kommt &auml\;u&szlig\;erst h&ouml\;flich daher. (...) Der Anwalt\, der von Bartleby erz&auml\;hlt\, ist hier auf vier Schauspieler aufgeteilt - unsicher und zum Schmunzeln wirkt so dieser Mann\, der sich gerne auf gro&szlig\;e Denker bezieht oder sich selbst f&uuml\;r einen h&auml\;lt. (...) In seiner Zerrissenheit ist er nicht nur Bartlebys Gegenspieler\, er ist - wie jeder Leser\, jeder Zuschauer - sein Interpret. Dass dieser Interpret geteilt ist\, zeigt auf wundervoll einfache Weise\, dass es unm&ouml\;glich ist\, nicht zu spekulieren\, nicht verstehen zu wollen\, was diesen Nein-Sager umtreibt. Und doch: Jede Interpretation l&auml\;uft ins Leere\, immer bleibt da die Unsicherheit. Der Inszenierung gelingt damit das\, was Bartlebys Mitmenschen nicht gelingt: Sie l&auml\;sst diesen Mann einfach sein\, ohne dieses Sein verstehen zu m&uuml\;ssen.&quot\; (B2 KulturWelt)\n
\n
&bdquo\;Im tadellos harmonisierenden Teamgeist (...) hat Ulrike Arnold aus diesem Melville ein hinrei&szlig\;end unterhaltsames\, spottl&auml\;chelndes Sprach- und Gesten-Konzert inszeniert.&nbsp\; (...) hier &uuml\;bernehmen die vier Darsteller in geradezu musikalisch phrasiertem Wechsel die Erz&auml\;hlerrolle und sind doch noch deutlich mit ihrer Figur erkennbar. Alle vier k&ouml\;nnen hervorragend sprechen. Man bekommt also die ganze Geschichte mit: Bartlebys selbst gew&auml\;hlte &#39\;Einmauerung&#39\; in seinem Arbeitsbereich (...)\; seine Weigerung\, seinen Kopierplatz\, &uuml\;berhaupt seine Stelle aufzugeben\; schlie&szlig\;lich den Auszug des Notars\, verursacht durch Bartlebys hartn&auml\;ckige &#39\;Hausbesetzung&#39\; und sein Ende im Gef&auml\;ngnis (...). Alle vier Schauspieler beleben die B&uuml\;hne auch k&ouml\;rperlich in einer in ironische Bewegungs-Choreografie &uuml\;bersetzten B&uuml\;ro-Routine. (...) Eine sehenswerte Auff&uuml\;hrung!&quot\;&nbsp\; (MM)

&quot\;Die Erz&auml\;hlung hat also anarchistisches Potenzial\, hat aber auch einen leuchtenden Sprachwitz\, sehr sophisticated. Der Icherz&auml\;hler ist Anwalt mit einem B&uuml\;ro an der Wall Street\, er ist mehr faul als ehrgeizig\, seine Verm&ouml\;gensverwaltungsgesch&auml\;fte laufen gut genug\, um ihm ein bequemes Leben zu sichern\, er hat drei Angestellte\, die in ihren Absonderlichkeiten liebevoll - und dann auf der B&uuml\;hne mit lustvoller Komik - geschildert werden. (...) Mit Butz Buse\, Julia Loibl\, Matthias Renger und Thomas Wenke erz&auml\;hlt Arnold diese Geschichte\, mit einer &auml\;hnlichen\, hoch pr&auml\;zisen B&uuml\;hnen-Poesie\, wie sie ins Metropol &quot\;Unter dem Milchwald&quot\; hineinzauberte. (...) ein kleines Fest der Literatur.&quot\; (SZ)

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SUMMARY:Metropoltheater München Bartleby\, der Schreiber // Bosco Gauting
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