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LOCATION:Oberer Kirchenweg 1\, 82131 Gauting
DESCRIPTION:Ein ganzes Volk glaubte an den Weihnachtsmann. Noch kaum geboren\, erkennt Oskar Matzerath die Welt als universales Desaster &ndash\; und lehnt sie ab. Einzig die von seiner Mutter versprochene Blechtrommel er&ouml\;ffnet ihm eine akzeptable &Uuml\;berlebensperspektive: die Existenzform als Trommler\, ein groteskes K&uuml\;nstlerdasein mit ambivalenten Motivationen und Wirkungen. So beschlie&szlig\;t Oskar an seinem dritten Geburtstag\, nicht mehr zu wachsen\, sondern zu beobachten und zu trommeln. Aus der Froschperspektive schildert er das Aufziehen des faschistischen Denkens und Handelns\, berichtet von Ehebruch und Pogromnacht\, verkn&uuml\;pft Privatgeschichte mit Zeitgeschichte. Er ist Zeuge\, zugleich Au&szlig\;enseiter wie Beteiligter einer Welt\, in welcher ein Zivilisationsbruch wie der Holocaust m&ouml\;glich ist.\n
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Nicht schuldig\, aber verantwortlich f&uuml\;r das Grauen\, das in deutschem Namen begangen wurde\, hat G&uuml\;nter Grass sich zeitlebens gef&uuml\;hlt. &raquo\;Die Blechtrommel&laquo\; ist auch ein Versuch\, die Mechanismen der eigenen Verf&uuml\;hrung durchsichtig zu machen. Trotz aller Kontroversen um den Roman und Nobelpreistr&auml\;ger G&uuml\;nter Grass\, gilt der Text bis heute als Meilenstein der deutschen Nachkriegsliteratur. Regisseur Oliver Reese erz&auml\;hlt die Geschichte des ewigen Trommlers in einer ganz auf die Perspektive der Hauptfigur zugeschnitten Fassung.\n
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Triumph f&uuml\;r den Hauptdarsteller. [...] Also darf Nico Holonics ein darstellerischer Berserker sein\, ein Teufelchen im Engelskleid und Engelchen mit teuflisch blauen Augen\, ein kalter Zyniker und schl&uuml\;pfriger Schelm mit Trommelst&ouml\;cken. Man ist ganz auf der Seite dieses Schauspielers\, der greint und gr&uuml\;belt\, verf&uuml\;hrerisch fl&uuml\;stert und gr&ouml\;&szlig\;enwahnsinnig schreit.

S&uuml\;ddeutsche Zeitung

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Er setzt den Schauspieler Nico Holonics ein und beschert ihm das Solo seines bisherigen jungen Lebens. [...] Ein Schauspielertriumph.

Frankfurter Rundschau

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Dem Schauspieler Nico Holonics geb&uuml\;hrt Respekt [...]. Auch die mimische Energie\, die er auf die B&uuml\;hne [...] bringt\, ist aller Ehren wert: Vom Herumrennen\, Stillsitzen\, H&auml\;nderingen\, Aufstampfen\, Hochspringen\, Runterh&uuml\;pfen bis zum mal diabolischen und mal engelsgleichen Blick aus leuchtend blauen Augen reich das Arsenal.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Oliver Reeses Inszenierung baut ganz auf die Leistung des Darstellers\, nimmt sich zur&uuml\;ck. Manchmal h&ouml\;rt man Ger&auml\;usche aus dem Off. Die Heil-Rufe einer Parteiversammlung. Einen Falter\, der um eine Gl&uuml\;hbirne kreist. Dann erklingt eine melancholische Melodica-Musik (von Parviz Mir-Ali). Oder die Lichtstimmung &auml\;ndert sich. Im Mittelpunkt bleibt immer Nico Holonics. Seine One-Man-Show ist ohne Frage eine Meisterleistung. Das Premierenpublikum dankt es dem Schauspieler mit minutenlangem Beifall\, Jubelrufen und Standing Ovations.

Die Welt kompakt

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Das Jahr hat kaum angefangen &ndash\; schon gibt es einen &uuml\;berzeugenden Kandidaten f&uuml\;r den Titel &raquo\;Schauspieler des Jahres&laquo\;: Nico Holonics vom Schauspiel Frankfurt. Mehr als zwei Stunden lang geh&ouml\;rt die B&uuml\;hne des Gro&szlig\;en Hauses ihm allein. Mehr als zwei Stunden lang meistert er einen gro&szlig\;en Monolog. Und mehr als zwei Stunden lang fesselt er mit seinem enormen darstellerischen Facettenreichtum das Publikum. [...] Nico Holonics l&auml\;sst die Brausepulver-Erotik Oskars sch&auml\;umen. [...] So sinnlich ist Theater selten.　

Die Deutsche B&uuml\;hne

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St&auml\;ndig h&uuml\;pft Holonics zwischen den Charakteren hin und her\, spielt liebestolle Frauen mit ebensolcher Hingabe wie nazistische M&auml\;nner mit &uuml\;berzeugend gef&auml\;hrlicher D&auml\;mlichkeit\, ist mal die bodenst&auml\;ndige Gro&szlig\;mutter und gleich ein sanfter j&uuml\;discher Spielwarenh&auml\;ndler\, &auml\;fft die Erwachsenen nach und schl&uuml\;pft zur&uuml\;ck in seine Rolle als &raquo\;Gnom&laquo\;\, verstellt die Stimme und verf&auml\;llt in Dialekte. Keine Frage: Das ist hohe Kunst.

Spiegel online

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Reduktion ist der Schl&uuml\;ssel zu Oliver Reeses theatralischer &Uuml\;bersetzung des Romans. Die Verwandlung von Grass&#39\; &uuml\;berbordendem kaleidoskopartigen Werk in eine Art Monodram. Statt auch nur zu versuchen\, die Opulenz des Originals nachzuahmen &ndash\; ein k&uuml\;hner Schnitt: eine Figur\, ein Darsteller\, eine Perspektive. Oskar Matzerath ist kein Erz&auml\;hler\, sondern in einer rasanten Stationen-Folge ebenso Nach-Spieler wie auch Opfer seiner eigenen Lebensgeschichte. In einem dramatischen Hochseilakt zwischen Identifikation und Distanz\, bedr&auml\;ngender Vergegenw&auml\;rtigungswut und leiser Andeutung gelingt Nico Holonics in einem Atemzug die Entwicklung vom rebellischen Kleinkind und greinenden Balg zum t&uuml\;ckischen Strategen.

Deutschlandfunk

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Holonics ist zwar schon mehr als 30 Jahre alt\, doch die nur 94 Zentimeter\, die er vorgibt gro&szlig\; zu sein\, bezweifelt man keinen Moment. Dabei spielt er mit teuflisch vibrierender Energie\, die dem Gr&ouml\;&szlig\;enwahn wie dem Irrsinn der Figur\, ihrer Kindsk&ouml\;pfigkeit wie ihren Manien gerecht wird. Mit einem ausgekl&uuml\;gelten Gesp&uuml\;r f&uuml\;r Rhythmus\, Pausen\, Tempowechsel gibt er nicht nur Oskar\, sondern ist unter vielen anderen der Liliputaner Bebra und die kecke Maria. [...] Dabei gelingt es ihm\, Oskar in all seiner Vielschichtigkeit zwischen Psychopath\, Terrorist\, Gnom\, Rebell und Kleinkind zu simulieren. Mal ist er niedlicher Bubikopf\, dann spuckender Teenager\, mal arroganter Ironiker\, dann obsz&ouml\;ner Schelm.

Nachtkritik

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SUMMARY:Schauspiel Frankfurt  Die Blechtrommel - nach Günter Grass // Bosco Gauting
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