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Presse

 

800 Zuschauer beim ersten „gauting.live“

Erschienen in:   Starnberger Merkur

Vielfältiger Auftakt mit Boogie Woogie, Interviews und Schalte ins Rathaus

Das Verlangen nach beflügelndem Sound ist im Lockdown groß: Ein voller Erfolg war der Auftakt von „gauting.live“ am Freitag im Bosco, eine gesponsorte Benefiz-Reihe für Künstler. „Wir gehen von 800 Zuschauern aus“, sagte Mitveranstalter Dirk Lösch. Denn mehr als 400 „Unique Viewer“ hatten die Auftritte der Ludwig-Seuss-Band mit Blues und Boogie Woogie vom Feinsten, aber auch von Erik Berthold (E-Gitarre, Gesang) mit Stefan Berchtold (Bass) am heimischen Bildschirm verfolgt – die meisten zu zweit oder mit der ganzen Familie.

„Spannend wie eine Premierenfeier“, sagte der aufgeregte Veranstalter Stefan Berchtold kurz vor dem Start um 19.30 Uhr: Im Bosco-Saal hatten Techniker um Tobias Mc Fadden das große TV-Studio mit Kameras, Licht-, Tontechnik und Moderatoren-Ecke aufgebaut. Mehr als 150 Sponsoren ermöglichen „gauting.live“ sechs Live-Auftritte mit zehn Acts von Gautinger Musikern und Schauspielern. Zunächst bedankten sich die Initiatorin Christina Tewes-Gradl und Berchtold, der auch Kulturreferent der Gemeinde ist. Vom Bosco ging die Schalte direkt ins Rathaus-Foyer. Denn die Gemeinde hat das Bosco zur Verfügung gestellt. „Damit zeigen die Gautinger Flagge für ihre Kultur“, lobte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. „Weil das Publikum nicht kommen darf, kommen die Künstler zum Publikum.“

Los ging‘s mit rhythmischem Boogie Woogie und Blues des „Spider Murphy-Gang“-Pianisten Ludwig Seuss und seiner Band. „Einer der besten Pianisten“, postete ein Zuschauer begeistert. „Ich bin froh, mal wieder im Bosco zu sein.“ Mit Louisiana-Blues erinnerte Seuss (Piano, Akkordeon, Gesang) mit Peter Kraus (Schlagzeug), Tom Peschel (Bass) und Titus Vollmer (Gitarre, Gesang) an „gute Zeiten“. Denn: „Wir hoffen am 7. Juli auf die große Blues-Nacht im Bosco“, blickte Seuss, Veranstalter der Reihe des Jazzforums, voraus.

Gautings Kulturszene ist reich, das belegte Berchtold mit einem Video-Einspieler. Ein Beispiel ist Schauspieler Sebastian Hofmüller von der „Greulmüllerschen Hörspielmanufaktur“, dessen Maifestspiele in der alten Bahnhofpizzeria 2020 ausgefallen sind. Das galt auch für die „Literarischen Hausbesetzungen“. Er setze auf sein zweites Standbein die „Holz-Spiel-Werkstatt“, berichtete er. „Keiner kann spielen, keiner wird gebucht“, bedauerte Moderator Berchtold im Gespräch mit Gabriel Knoll, dem Vorsitzenden des Gautinger Kulturspektakels. Denn zum ersten Mal seit 1983 musste auch das Band-Festival auf dem Schulcampus abgeblasen werden. „Gibt‘s heuer eines?“, wollte Berchtold wissen. „Wir müssen abwarten“, sagte Knoll. Eventuell gebe es ein „Kult“ mit beschränkten Eintrittskarten und Doppelauftritten: „Leidtragende sind die Bands“, so Knoll. Zum Finale stand Berchtold (Bass) mit Erik Berthold (E-Gitarre, Gesang) auf der Bühne: „Vor 40 Jahren haben wir hier im damaligen Don-Bosco-Pfarrsaal um diese Zeit tolle Faschingsfeste gefeiert“, erinnerte er sich. Dazu passte der berührend intonierte Bob-Dylan-Song: „Don’t think twice it‘s alright“.

Das Spendenbarometer stieg auf fast 13 700 Euro. Bei „Pünktchen und Anton“ am Samstagnachmittag waren rund 400 Kinder und Erwachsene live dabei. Videos der Auftritte gibt es online auf gauting.live.

Rockabilly, Träumerisches und Balkan-Indie: So geht’s weiter

Die Reihe „gauting.live“ wird am Freitag, 26. Februar fortgesetzt. Zum einen mit „Faltsch Wagoni“ – dahinter steckt das Künstlerpaar Silvana und Thomas Prosperi. Sie verbinden satirische Wortkunst und inszenierte Poetry-Songs. Außerdem spielt an diesem Abend die Rockabilly-Band „BusStop Rokkers“. Am Freitag, 5. März, lautet das Motto „Lasst uns träumen“, mit Halina Bertram (Klavier), Gisela Auspurg (Violoncello) und Ernst Matthias Friedrich (Sprecher). Zudem treten Ricardo Volkert und Jost-H. Hecker auf, die musikalisch mit Flamenco-Gitarre durch den Süden Spaniens führen. Am Freitag, 12. März, spielt „Organ Explosion“. Die Band setzte auf analoge Instrumente aus den 60ern und 70ern und Weltraum-Effekte. „Black Patti“ liefert am selben Abend Roots-Musik. Den Freitag, 26. März, gestalten die „Stray Colors“ ein kunterbuntes Leuchtfeuer aus Balkan, Folk und Indie mit zweistimmigem Gesang.

15.02.2021, Christine Cless-Wesle