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Bosco-Freunde wollen Kulturvielfalt retten

Erschienen in: 
Starnberger Merkur
Die „Freunde des bosco Gauting“ wollen das Bürger- und Kulturhaus mit seinem vielfältigen Angebot nicht untergehen lassen. Denn nach den vom Gemeinderat beschlossenen Zuschusskürzungen mussten bereits einige Programmpunkte gestrichen werden. Der neue Verein will Spenden sammeln.

„Unser geliebtes Bosco ist in Not“, sagt Dr. Ekkehard Knobloch und schlägt Alarm. Der Alt-Bürgermeister und Gründer der „Freunde des bosco Gauting“ bittet die jährlich etwa 20 000 Besucher der hochkarätigen Veranstaltungen des Theaterforums, aber auch andere Gautinger Bürger und Gewerbetreibende um Spenden, um das Bosco-Angebot zu retten. Wegen der Zuschusskürzungen des Gemeinderats müssen die Konzert-Einführungen, aber auch zwei Theater-Aufführungen und der Literaturwettbewerb gestrichen werden, so Thomas Hilkert, Vorsitzender des Theaterforums, beim Pressegespräch zur Vorstellung des Freundeskreises.

Das breit gefächerte Kulturangebot mit Kammermusik, Schauspiel, Theaterjugendclub, Kabarett, Jazz, Literatur und Kinderfrühling suche seinesgleichen im Landkreis, sagte Knobloch. Mit den um 9000 Euro gekürzten Gemeindezuschüssen sei diese Programmvielfalt in Gefahr. Hinzu komme die erhöhte Saalmiete im Bosco – um zehn Prozent ab Herbst 2019, danach um jährlich fünf Prozent. Deshalb müsse er einsparen, erläuterte Hilkert.

Vom Gautinger Sparkurs habe ein Bosco-Liebhaber aus Wolfratshausen beim Gedenkkonzert für den Klassikforum-Gründer Rainer A. Köhler gehört, berichtet Knobloch. Der Wolfratshauser habe ihn auf die Idee gebracht, Sponsoren zu werben. Um das weithin gerühmte Kulturangebot zu erhalten, gründete Knobloch die „Freunde des bosco“. Mit im Boot sind bereits 450 Fördermitglieder des Theaterforums. Dazu zählen auch Alt-Bürgermeisterin Brigitte Servatius, der Unterbrunner Heimatforscher Hermann Geiger, Gertrud Köhler, das Ehepaar Dres. Dorothea und Peter Spaich, Grünen-Ortssprecher Professor Jürgen Schade, Susanne Forster und Stefan Fichert (Puppet Players), Seniorenbeirat-Vorsitzender Dr. Klaus Wagner, Flötistin Gesa Wangenheim sowie Elke Groebler und Rosemarie Zacher von der Kulturplattform Gauting. Insgesamt 16 Freunde haben den Spendenaufruf unterschrieben.

„Kultur in Gauting ist auch eine soziale Aufgabe, die ein breites Publikum aller Altersstufen zusammenbringt“, betont Bosco-Freund und Schriftsteller Dr. Gerd Holzheimer. „Gauting ist berühmt für seine Kultur“, sagt Unterstützer Stefan Schmid-Burgk. Deshalb müsse der jetzt amtierende Gemeinderat auch mal „Sachen zurückstellen“, um die Kultur für die Bürger zu fördern. Denn die Gemeinde benötige nicht nur Einnahmen. Er hoffe sehr, dass der Streichkurs von Zugezogenen im anstehenden Wahlkampf auch kritisiert werde, wetterte Ex-Gemeinderat Schmid-Burgk.

„Ich danke Ihnen für Ihre Initiative“, erklärte Thomas Hilkert schließlich den versammelten „Freunden des bosco“. Der Spendenaufruf wird dem frisch gedruckten Programm des Theaterforums für die kommende Spielsaison 2020/21 beiliegen, sagt der Vereinsvorsitzende. Denn das Heft, das in den kommenden Tagen erscheinen wird, hat eine Auflage von 8000 Exemplaren.
Christine Cless-Wesle, 05.06.2019