Direkt zum Inhalt

Presse

 
defaul

Büro-Bäume und Schmetterlingshäuser

Erschienen in:   Starnberger Merkur

Visionäre Architektur war das Thema des P-Seminars im Leistungskurs Kunst am Gautinger Gymnasium. Manche „bauten“ für die Berge, andere für den Starnberger See.

Völlig freie Hand ließ Lehrerin Swantje Munzert den 15 Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Kunst am Gautinger Otto-von Taube-Gymnasium in den vergangenen Wochen. Das Ergebnis ist eine Ausstellung, bei der es im Bosco geradezu visionäre Architektur-Modelle zu besichtigen gab.

Im gesteckt gefüllten kleinen Saal applaudierten Eltern und Mitschüler unter anderem dem Entwurf von Paul Dichtl. Der Gymnasiast hat das bestehende Haus des Ruderclubs Starnberg durch ein umgedrehtes Gebäude in Ruderboot-Optik ersetzt. „Unten werden die Boote verstaut, oben finden Festivitäten statt“, erklärte Dichtl bei der Vernissage sein utopisches Modell. Für die Ausstellung unter dem Titel „Fantastische Architektur“ waren von vorneherein bizarre, visionäre Ideen der 15 Teilnehmer des P-Seminars zur Berufs- und Studienorientierung gefragt, erläuterte Kunstlehrerin Munzert. Die Entwürfe würden nämlich nicht realisiert.

Thilo Hartlieb (17), begeisterter Skifahrer aus Gauting, hatte zum Beispiel eine moderne Gondelstation gebaut, die sich in die Natur integriert: Die aneinandergereihten Dachformen symbolisierten die Bergkette, erläuterte der Abiturient. Eine „Mountain-Lodge“ hatte Justus Germeier (18) kreiert: Sein wahrlich fantastisches Ferienhaus in den Bergen mit deckenhohen Panoramaverglasungen und hexagonalen Prismen in Holz fungiere als Rückzugs- und Erholungsort, sagte er. In den Fenstern spiegle sich die Natur, erklärte der Gymnasiast, der bereits ein Architekturpraktikum absolviert hat.

Maya Götze aus Gauting nennt ihr Modell „Office Tree“. Das Bürogebäude in Form eines Baumhauses mit Grünflächen, Pflanzen als Luftfilter und Plattformen biete stressgeplagten Großstädtern bei der Arbeit Erholung, erklärte sie. Durch den gläsernen Hauptteil flutet natürliches Licht. Ein neuartiges Natur-Kolosseum als großen Veranstaltungsraum mit kegelförmigem Grundriss hat Thea Feneberg aus Stockdorf erdacht und gebaut. Vom Stufenmodell ihres Kolosseums könnten die Besucher auch die Natur genießen, erläuterte die Gymnasiastin.

„Der Schmetterlingsgarten“ nennt Hannelore Frank ihr vom Schmetterling inspiriertes Gebäude. Das Haus mit geschwungenen Fenstern, die an die Flügel eines Falters erinnern, beherberge einen botanischen Garten. Über eine Treppe könnten Besucher diesen Lebensraum für Insekten und exotische Pflanzen auch besichtigen, erklärte die Abiturientin ihr Modell. Von Stararchitektin Zara Hadid inspiriert sei seine Polizeistation, erläuterte derweil Simon Gunka. Um den sternförmigen Hauptkomplex gruppieren sich Lobby, Cafeteria, Garage und Archiv.

Das versammelte Publikum applaudierte allen 15 Entwürfen. Nur eines ist schade: Die sehenswerte Ausstellung „Fantastische Architektur“ der P-Seminaristen im Bosco war nur bis Samstag zu besichtigen.

17.01.2023, Christine Cless-Wesle