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Das Konservieren geht weiter

Erschienen in:   Starnberger Merkur

Bajuwarische Grabbeigaben: Gesellschaft für Archäologie sucht Spender.

Die Erinnerungen an die Feierlichkeiten zu „25 Jahre Gesellschaft für Archäologie und Geschichte (GfAG) – Oberes Würmtal“ mit einem Festakt Ende Oktober im Rathaus standen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung am Dienstagabend im kleinen Saal des Bosco. Beim Jubiläum wurde erstmals die goldene, vierpassige Filigranscheibenfibel der „Edlen vom Krapfberg“ in einer Vitrine präsentiert, betonte der Vereinsvorsitzende Karl Ludwig Hebler. Die Restaurierung und Konservierung des kostbaren Schmuckstücks mit Almandin-Einlagen – Grabbeigabe einer jungen Frau, die Ende des sechsten Jahrhunderts am Krapfberg bestattet worden war – habe die GfAG finanziert.

Im nächsten Schritt werde der Verein weitere Funde konservieren lassen. Auf dem ehemaligen Gemeinde-grundstück Krapfberg 5 hatten Archäologen auch das Grab eines reich begüterten Ritters aus Franken gefunden, erläutert der Vereinsvorsitzende Hebler. Dessen Beigaben – Lang- und Kurzschwert, Wurfaxt, ein aus Bein geschnitzter, gut erhaltenen Kamm nebst Gürtelschnalle – lasse die GfAG in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt restaurieren. Bis Herbst sollen die Fundstücke des laut Archäologen im frühen sechsten Jahrhundert am Krapfberg bestatteten Ritters konserviert sein: „Dafür sammeln wir Spenden“, betont Hebler. Denn über die Beiträge der momentan 109 Vereinsmitglieder könne der Erhalt der Grabbeigaben nicht finanziert werden. Zudem müssten auch noch Eisenfunde aus insgesamt 17 freigelegten Bestattungen auf dem Grundstück konserviert werden, so Hebler weiter. Das koste etwa 8000 Euro.

Den Gautinger Bürgerinnen und Bürgern sollen die konservierten Beigaben des „fränkischen Ritters“ künftig neben denen der jungen Bajuwarin im oberen Rathaus-Foyer präsentiert werden. Die beiden waren nicht miteinander verwandt, sie lebten zu unterschiedlichen Zeiten. „Sie waren also kein Liebespaar, auch wenn das eine schöne Story wäre“, so Hebler. Die Kosten für neue Sicherheitsvitrinen mit Beleuchtung werde die Gemeinde übernehmen, erinnerte der Vereinsvorsitzende an eine Zusage von 2023.

Weiter geht es heuer mit den Zeitzeugen-Interviews, blickt Hebler voraus. Bis Herbst soll die GfAG-Dokumentation mit 25 anonym befragten Kriegsflüchtlingen, die zwischen 1945 und 1950 nach Gauting oder Pentenried gekommen waren, fertig sein. „Der älteste Zeitzeuge war Jahrgang 1922“, so Hebler. Auf den neuesten Band der 1998 gegründeten Gesellschaft für Archäologie und Geschichte darf man gespannt sein.

01.03.2024, Christine Cless-Wesle