Presse

Sa, 23.11.2019
10.00 Uhr
Sonstiges

Rasch zugreifen

Veranstaltung: 
Einzelkarten & Wahlabo
Künstler: 
Vorverkaufsbeginn
Erschienen in: 
Süddeutsche Zeitung - Starnberg
Der Kartenverkauf fürs neue Bosco-Programm startet

„Auf die Plätze, fertig, los“: Wer wirklich sichergehen will, bei den begehrtesten Veranstaltungen im Bosco nicht leer auszugehen, steht an diesem Samstag, 23. November, vor dem Theaterbüro auf der Matte. Von 10 bis 12 Uhr werden persönliche und telefonische Bestellungen von Einzelkarten und Wahlabos bearbeitet. Der Online-Vorverkauf startet dann am Dienstag, 26. November, die Fördermitglieder des Theaterforums durften sich freilich schon eine Woche früher bedienen. Das Risiko, dass alle Karten rasch vergriffen sind, ist erfahrungsgemäß bei den Gastspielen der Theaterensembles und Kabarettisten besonders hoch – deshalb hier ein Überblick für die erste Jahreshälfte 2020.

Die Vorstellungen des Münchener Metropoltheaters waren in der Vergangenheit stets schon Monate im voraus ausverkauft. Dieses Mal gibt das famose Ensemble im Bosco am 3. und 4. März „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ nach dem autobiografischen Roman von Joachim Meyerhoff. Die temporeiche Komödie schildert die Geschichte des Schauspielstudenten, der bei den extravaganten Großeltern in einer Münchner Villa unterkommt. Für Gil Mehmerts Inszenierung erhielt das Metropoltheater heuer den Monica-Bleibtreu-Preis.

Ähnlich begehrt dürfte das Gastspiel des Deutschen Theaters Berlin sein, das am 17. Mai Stanislaw Lems Science-Fiction-Klassiker „Solaris“ auf die Bühne bringt. Regisseur Andràs Dömötör hat die Begegnung zwischen Forschern in einer Raumstation und rätselhaftem, außerirdischem Leben in eine absurde Slapstickkomödie verwandelt. Mit einer anderen Art der Übersetzung gastiert die Münchner „Wirtshausmannschaft“ am 21. und 22. März: Sie hat „Der Gott des Gemetzels“ in bairische Mundart gefasst und so Yasmina Rezas weltweit erfolgreichem Kammerspiel ganz neue Facetten abgewonnen.

Mit elf Vorstellungen ist der beliebteste Bereich Kabarett im Bosco-Programm auch am stärksten vertreten. Zum Auftakt im neuen Jahr tritt am 18. und 19. Januar Frank Lüdecke auf. Das Programm des Chefs der Berliner „Stachelschweine“ wird so frisch sein, dass es derzeit noch gar keinen Namen hat. Im weiteren Verlauf der Saison kristallisiert sich eine Art Schwerpunktthema heraus: Sowohl HG Butzko („Echt jetzt“, 19. Februar) wie auch Reiner Kröhnert („GeTWITTERcloud“, 5. März) und Philipp Weber („KI: Künstliche Idioten“, 13. März) nehmen die Auswüchse der Digitalisierung und der sogenannten sozialen Medien aufs Korn.

Außerdem entführt Sarah Hakenberg ihr Publikum am 6. Februar in die ostwestfälische Provinz. Ihr neues Programm „Dann kam lange gar nichts“ gilt aber auch Themen wie Kreuzfahrten und anderen katastrophale Eroberungszügen. Aus dem hippen Alltag in Berlin hingegen meldet sich Nils Heinrich zu Wort: Der Lakoniker probt am 23. April den „Aufstand“. Auch Simone Solga, die am 24. April mit „Ihr mich auch!“ auftritt, ist für das Bosco-Publikum eine alte Bekannte – ihre Vorstellungen in Gauting sind regelmäßig ausverkauft.

Stefan Waghubinger hatte das Bosco zuletzt 2015 auf seinem Tourplan. Am 14. Mai nächsten Jahres gerät der Österreicher ins Grübeln: „Jetzt hätten die guten Tage kommen können“, lautet der Titel seines aktuellen Programms. Dafür erklärt Sissi Perlinger am 23. Mai im obligaten Leoparden-Look „Worum es wirklich geht“. Erst im September brachte sie mit „Ich bleib dann mal jung“ das ausverkaufte Bosco zum Brodeln.

Und wie stets steht Anfang des Jahres die „Endabrechnung“ mit der „Schlachtplatte“ von Robert Griess an: Am 29. Januar wird er sie mit den drei Kolleginnen Hakenberg, Lisa Catena und Dagmar Schönleber servieren.
Armin Greune, 21.11.2019