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Viel Programm, wenig Sicherheit

Erschienen in:   Starnberger Merkur

Bosco startet am Samstag Vorverkauf, aber was wirklich wie stattfinden kann, ist offen.

 „Willkommen im neuen Jahr, willkommen im Bosco!“ Hoffnungsvoll startet das Gautinger Bürger- und Kulturhaus ins dritte Coronajahr. „Pickepackevoll ist unser Veranstaltungskalender im neuen Halbjahr“, heißt es aus dem Bosco. Die Probleme bleiben: Die Besucherzahlen sind weiter auf 25 Prozent begrenzt. Deshalb empfiehlt das Team, sich Karten bereits zum Vorverkaufsstart am Samstag, 8. Januar, ab 10 Uhr zu besorgen. Dieser gilt nur für das erste Halbjahr und zugleich auch für alle Fördermitglieder. Abos pausieren wegen der Beschränkungen im ersten Halbjahr. Der Vorverkaufsstart war wegen der Corona-Lage mehrfach verschoben worden – und sollten sich die Kapazitätsvorgaben ändern, gibt es einen weiteren Vorverkaufstermin, aber auch Wartelisten.

Thomas Hilkert, Vorsitzender des Theaterforums und damit für einen Großteil des Programms zuständig, nennt die Kapazitätseinschränkungen „unser großes Handicap“, das sich weder Bosco noch für die Künstlerinnen und Künstler rechne. Pro Konzert oder Vorstellung dürfen seit Ende November nur 75 von 300 Karten vorhandenen verkauft werden. Damit man mehr Flexibilität etwa für Paare haben, die nebeneinandersitzen dürfen, gebe es zum Saisonstart freie Platzwahl, erklärt Thomas Hilkert. Beim Staat habe das Theaterforum bereits Förderanträge für entgangene Ausfälle gestellt. „Doch bisher kam noch kein Geld“, resümiert Hilkert. Nur durch Kartenspenden im ersten Lockdown 2020 und dank Sponsoring „unseres tollen Publikums“ gehe es weiter. Zudem übernehme die Gemeinde einen großen Anteil der Personalkosten für die Verwaltung. „Eine wichtige Säule“ bei der Finanzierung seien zudem die Beiträge, aber auch Spenden der 450 Mitglieder des Theaterforums. „Ich bin immer wieder gerührt, wie sehr uns unser Publikum unterstützt, damit wir nicht kaputtgehen: Das ist ein richtiger Ansporn.“ Er hoffe sehr, dass Abstand bald nicht mehr notwendig sein wird „und wir wieder in die Vollen gehen können“.

Eine wichtige Änderung ergibt sich derzeit bei den Corona-Regeln: Für Besucher, die vor mindestens 15 Tagen eine dritte Auffrischungsimpfung (Booster) erhalten haben, entfällt aktuell die Testpflicht. Durch die Omikron-Welle könnte sich auch das noch ändern oder bereits angekündigte Konzerte, Aufführungen könnten verschoben werden, erklärt das Veranstalterteam. Ab Freitag, 7. Januar, ist das Theaterbüro wieder besetzt. Dort sind auch die gedruckten neuen Programmhefte erhältlich.

Das Halbjahresprogramm startet mit einer Vernissage am kommenden Dienstag, 11. Januar, 19 Uhr: Unter dem Titel „Bergseele“ geht es mit Fotografin Miriam Mayer zu Fuß über die Alpen (dazu gibt es am 18. Januar den Film „Alpi“ zu sehen). Der österreichische Kabarettist Christof Spörk ist am 14. Januar mit „Dahaam“ zu Gast, am 15. Januar folgt das Kabarett „Schlachtplatte: Die Jahres-Endabrechnung 2021“. Gerd Holzheimers „Mir ham!“, genauer: der Teil zwei, ist für 19. Januar geplant. Das erste Jazz-Konzert am 20. Januar bestreiten „Johanna Summer: Schumann Kaleidoskop“; am 28. Januar gibt’s „Münchner Südstaatengroove“ mit der Band „The Stimulators“. Ein Highlight folgt am 29. Januar: In der Klassik-Reihe ist die amerikanische Pianistin Claire Huangci unter anderem mit zwei Toccaten von Johann Sebastian Bach zu hören.

In der Reihe „Architektur im Bosco“ wird der Film „Der Bauch des Architekten“ am 1. Februar gezeigt, am 3. Februar folgt der Nachholtermine des Kabaretts mit Franziska Wanninger. Luisa und Matthias Eberth sind mit „Edgar“ (Literatur/Musik) am 5. Februar zu Gast, am 6. Februar finden eine Führung durch die Ausstellung und ein Philosophisches Café („Moral“) statt. „Fourganic“ spielen in der Jazz-Reihe am 10. Februar, am 15. Februar in der Klassik-Reihe Pablo Barragán (Klarinette), Alexey Stadler (Violoncello) und Matan Porat (Klavier). Wolfgang Müller tritt mit „Die Nacht ist vorbei“ am 17. Februar in Gauting auf; an Kinder richtet sich das Gastspiel von Heinrich Klug und den Münchner Philharmoniker am 19. Februar unter dem Motto „Spaß mit Musik von Erik Satie“. Kabarettist Stefan Waghubinger ist am 20. Februar zu Gast, die Hamburger Kammerspiele zeigen am 21. Februar „Was man von hier aus sehen kann“ nach dem Roman von Mariana Leky. Teil drei von Gerd Holzheimers „Mir ham!“ folgt am 23. Februar, Kabarett mit Simone Solga gibt es am 24. Februar.

Der März bringt eine Ausstellung mit dem Gautinger Fotografen Michael Nguyen (8. März), Jazz mit „Three Wise Men“ (10. März), Klassik mit Jonathan Biss, Liza Ferschtman, Malin Broman und Antoine Lederlin (11. März) und „Gogol & Mäx: Teatro Musicomico“ (13. März). Weitere Termine sind ein Gastspiel des Metropoltheaters München mit „Die Wahrheiten“ (16./17. März), Kabarett mit Christoph Sieber (18. März), eine neue Ausgabe von „boox – ein Gast, zwei Frauen, drei Bücher“ (22. März) und Klassik mit dem Horszowski-Trio (23. März). Die Kabarettistin Sarah Hakenberg ist zu Gast (24. März), ebenso das Kammerensemble „Opus Zwei“ (25. März) und „T-Werk“ mit „Das kleine Licht bin ich“ für Kinder (27. März). Abschluss im März ist Kabarett mit HG. Butzko (31. März).

Im zweiten Quartal geht es ähnlich weiter. Das Deutsche Theater Berlin kommt im April, Ludwig Seuß und Manfred Mildenberger spielen am 1. Juni auf. Am 13. Mai beispielsweise „gibt es noch etwas positive Energie in unserer Vielklang-Sparte“: Pianistin Hania Rani, „eine echte Perle der Neoklassik“, wird zu hören sein. „40 Jahre Polt-Well – Ein Jubiläumsabend“ mit Gerhard Polt und den Well-Brüdern „aus’m Biermoos“ musste erneut coronabedingt verschoben werden auf den 9. Oktober .

05.01.2022, Christine Cless-Wesle & Stephan Müller-Wendlandt