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„Wichtigstes Kulturhaus im Landkreis“

Erschienen in:   Starnberger Merkur

Bosco feiert „15 Jahre plus eins“: Festakt würdigt auch Leistung von Hans-Georg Krause.

Großes Aufatmen beim Jubiläum „15 Jahre plus eins“ für das Gautinger Bosco: Der pandemiebedingt mehrmals verschobene Festakt konnte am Sonntag im voll besetzten Saal stattfinden. Hans-Georg Krause, unermüdlicher Kämpfer für das Projekt „Gauting braucht einen Kultursaal“, nutzte gleich die Gelegenheit: Unter Applaus appellierte der Gründer des Theaterforums an Landrat Stefan Frey, der Landkreis solle sich künftig an den Personalkosten des „wichtigsten Kulturhauses im Landkreis“ beteiligen.

Mit einem lebendig intonieren „allegro assai“ aus Bachs Violin-Sonate eröffnete die Weltklasse-Geigerin Lena Neudauer den Festakt. Es sei ein Kraftakt gewesen, das Bosco nach dem Lockdown wieder zum Laufen zu bringen, bekannte Bosco-Managerin Amelie Krause. Dies schaffe man nur im Team sowie mit der Solidarität der Gemeinde, die ihr Bürger- und Kulturhaus für Auftritte wie „Gauting live“ kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte (wir berichteten). Nur durch Spendenbereitschaft und „bürgerschaftliches Engagement“ seien die Pandemie-Folgen gemildert worden und die Gautinger Kultur lebendig geblieben, dankte Amelie Krause.

Fast 15 000 Besucher und 160 Veranstaltungen im Jahr – der Erfolg von Hans-Georg Krause und des Bosco sei wohl „kaum zu toppen“, erklärte Landrat Frey auch den anwesenden Altbürgermeistern Dr. Ekkehard Knobloch und Brigitte Servatius. Mit 23 000 Euro Jahreszuschuss ans Bosco lasse sich der Landkreis die Kultur „etwas kosten“. Denn: „Wer an Kultur spart, spart am falschen Ende.“ Von deren „Anstoßwirkung“ lebten ganze Branchen, sagte Frey.

Stille habe über der Gemeinde gelegen, als im Lockdown 2020 das Bosco schließen musste und „das kulturelle Herz Gautings plötzlich verstummte“, warf Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger den Blick zurück. Doch dank Spenden und Ehrenamtlicher wurde die Zeit überbrückt. Mit seinem knalligen Rotanstrich habe das 2005 eröffnete Bosco bis heute nichts von seiner Strahlkraft verloren. Der einst von Hans-Georg Krause angestoßene schrittweise Umbau des früheren Don-Bosco-Heims zum Bürger- und Kulturhaus „war die beste Idee“, so Kössinger unter Applaus. Es sei „Teil unserer Identität und Kitt unserer Gesellschaft“.

„15 Jahre Bosco – kann doch gar nicht sein“, wunderte sich Kulturreferent und Musiker Stefan Berchtold. Denn nach seiner Wahrnehmung sei diese etablierte Institution und mitunter trotzige Trutzburg, die der Verein Theaterforum betreibt, schon immer dagewesen. „Wir haben etwas, worum uns alle vergleichbaren Nachbarkommunen beneiden und was im Landkreis ziemlich solitär ist: ein Haus mit echter Identität, Erkennbarkeit, wahrnehmbarem Profil und Eigenständigkeit“, würdigte er auch das Bosco-Team: „Lasst euch niemals aufhalten. Ihr tut es für uns.“

Im Rückblick erläuterte Hans-Georg Krause, wie sich der „Leuchtturm“ aus dem Don-Bosco-Heim mit Schulturnhalle zum Kulturtempel entwickelte. Auch als Bürgerhaus mit Bürgerversammlungen, Info- oder Vereinsveranstaltungen, Seniorencafé oder Feiern sei das Bosco rege nachgefragt. Das Haus, das auch Hochkultur wie die von Rainer Köhler begründete Klassikforum-Reihe mit nahezu 950 Abonnenten bietet, habe ein klares Profil: „Kultur für alle.“ Deshalb danke er den Wegbegleitern wie der früheren Bürgermeisterin Servatius und dem damaligen Gemeinderat, die den „mutigen Schritt“ zum Umbau gewagt hätten. Kössinger dankte er „für ihr klares Bekenntnis zur Existenz des Hauses und für eine lebendige Kultur in der Gemeinde“, aber auch den 450 Fördermitgliedern des Theaterforums.

Mit Boogie Woogie verpassten Ludwig Seuss (Piano) und Manfred Mildenberger (Drums) dem von Applaus begleiteten Festakt ein beschwingtes Sahnehäubchen.

12.10.2021, Christine Cless-Wesle