Von den frühen Papierwegen zwischen Ost und West bis zur Erfindung des Buchdrucks: Papier hat Bildung, Aufklärung und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht – und zugleich Verwaltung, Kontrolle und Ausschluss organisiert. Auf Papier entstehen Liebesbriefe, Gedichte, Verträge und Akten. Es trägt Erinnerungen, ordnet Wissen und prägt Geschichte. In der Kunst ist Papier Bildträger und Werkstoff zugleich – für Zeichnung, Druckgrafik und Collage ebenso wie für Skulptur und Installation. Es ist fragil und widerständig: leicht zu zerreißen und doch fähig, Jahrhunderte zu überdauern. Als Material, Medium und Metapher verbindet Papier Wissen und Macht, Kunst und Bürokratie, Intimität und Öffentlichkeit.
Mit unserem Themenschwerpunkt Papierwelten laden wir dazu ein, durch künstlerische Arbeiten, Workshops, Filme und Exkursionen die Dimensionen dieses Stoffes neu zu entdecken. Es ist auch eine Einladung, genauer hinzusehen, auf das, was wir festhalten, weitergeben, unterschreiben, verlieren – und das, was zwischen den Zeilen steht.
Die Ausstellung von Papierkünstlerin Anna Maria Bellmann zeigt filigrane Arbeiten zwischen Fläche und Raum, die durch Licht und Schatten eine überraschende Tiefe entfalten. Die Ausstellung eröffnet einen konzentrierten Blick auf Papier als künstlerisches Material – poetisch, reduziert und voller feiner Strukturen.
Papier wird im Rahmen des Schwerpunkts auf verschiedene Weise erfahrbar gemacht: Beim Papierschöpfen im Papierwerk Glockenbach, durch die Gestaltung von eigenem Origamischmuck oder Papierfiguren und eine Exkursion zur traditionsreichen Büttenpapierfabrik in Gmund.
Außerdem erzählt Johannes Volkmann mit seinem Papiertheater für Kinder das Märchen „Hans im Glück“ mit Licht, Schatten, Musik und Papier als wandelbares Bühnenbild.
Ergänzt wird das Programm durch eine Filmreihe im Kino Breitwand Gauting.
Programm zum Themenschwerpunkt "Papierwelten"















