Grenzen sind nicht nur Linien auf Landkarten – sie durchziehen unser Zusammenleben. Kulturell bestimmen sie, welche Geschichten wir erzählen und wem wir Zugehörigkeit zusprechen. Sozial entscheiden sie über Chancen und Ausschlüsse, über Begegnung oder Distanz. Politisch regeln Grenzen Machtverhältnisse: Sicherheit, Rechte, Migration, Kontrolle. Künstlerisch schließlich werden Grenzen zum Spannungsfeld – sichtbar in Bildern, Sprache und Formen, aber ebenso spürbar in dem, was ausgegrenzt wird oder im Verborgenen bleibt. Gesellschaftlich prägen sie Alltagserfahrungen: an Passkontrollen, in Quartieren, in Debatten – und in uns selbst.
Die Fotoausstellung „Dahinten gehts nicht weiter“ von Olaf Unverzart steht im Zentrum des Themenschwerpunkts und richtet den Blick auf Übergänge und Abbrüche, auf das Verhältnis von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit und auf Ambivalenzen, die Grenzen begleiten: Was lässt sich durchschreiten – und was bestimmt, wann „weiter“ wirklich endet? Die Ausstellung lädt dazu ein, genauer hinzusehen und sich mit Fragen nach Perspektiven, Möglichkeiten und den Grenzen des Möglichen auseinanderzusetzen.
Daneben sind in unserer Schauspiel-Reihe zwei Theaterproduktionen zum Thema zu Gast: „WAR DIARIES – Tagebücher aus unterschiedlichen Kriegsrealitäten“ von Nadia Migdal & Uri Fahndrich, eine dokumentarische Performance über den israelisch-palästinensischen Konflikt sowie das Metropoltheater München mit „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von Kleist, ein intensiver Theaterabend über Unrecht, Gerechtigkeit und Radikalisierung.
Schriftsteller Navid Kermani thematisiert im Gespräch mit Journalistin Shahrzad Eden Osterer Fragen kultureller, gesellschaftlicher wie auch existenzieller Grenzräume. In der Reihe boox diskutieren Tanja Weber und Sabine Zaplin mit Schriftsteller Pierre Jarawan literarische Zugänge zu Heimat, Flucht und Identität.
Ergänzt wird das Programm durch eine Filmreihe im Kino Breitwand Gauting.
Programm zum Themenschwerpunkt "Grenzen"



















