Direkt zum Inhalt

Presse

 

So klingt Georgien

Erschienen in:   Starnberger Merkur

Im Rahmen des Bosco-Schwerpunkts Georgien ist derzeit der Jugendchor „Tutarchela“ in Gauting zu Gast. Die 20 jungen Georgier leben bei Gastfamilien, haben ein dichtes Programm und lassen die berühmten, vielstimmigen Lieder ihrer Heimat hören.

Gauting – Georgien: Das sind Bergdörfer im Kaukasus, Strände am Schwarzen Meer, aber auch die Hauptstadt Tiflis mit ihrer labyrinthischen Altstadt. Der ehemaligen Sowjetrepublik an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien widmet das Bosco seinen aktuellen Themenschwerpunkt mit einer Fotoausstellung, Theateraufführungen, Filmen im Breitwandkino und anderem mehr.

Das Besondere an diesem Schwerpunkt: Er ist mit einem Kulturaustausch verknüpft. Aus Georgien ist am Donnerstag ein Chor angereist, bestehend aus 20 jungen Leuten zwischen 16 und 21 Jahren, die alle privat beherbergt werden, vier davon in Gauting, der Rest in Pasing, Gröbenzell und anderswo. Der Name des Chors lautet „Tutarchela“, was soviel wie Mondlicht bedeutet. Das Projekt wird vom Goethe-Insititut, dem Auswärtigen Amt sowie von zahlreichen Privatspendern unterstützt. „Ein wirklich tolles Engagement“, findet Bosco-Managerin Barbara Schulte, die den Anstoß sowohl für den Schwerpunkt als auch für den Austausch gegeben hat.

Die jungen Georgier haben das, was man ein volles Programm nennt. Schon am Tag ihrer Ankunft erlebten sie ein Jugendkonzert der Münchner Philharmoniker in der Isarphilharmonie, gefolgt von einer Stadtführung und einer Aufführung von Verdis Nabucco in der Bayerischen Staatsoper. „Es gibt jeden Tag ein gemeinsames Essen, so dass auch Austausch und Kulinarik nicht zu kurz kommen“, so Schulte. „Und natürlich genügend Zeit, damit die jungen Sängerinnen und Sänger selbst oder mit ihren Gastfamilien etwas unternehmen können.“

Der Chor selbst lässt den polyphonen Gesang, für den Georgien berühmt ist und der zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO ernannt wurde, mehrfach hören. Am Montag, 26. Januar, geben die jungen Sänger ein Schulkonzert in der Gröbenzeller Waldorfschule, an der die Patentante von Barbara Schulte tätig ist, mit einem anschließenden moderierten Gespräch. Am Dienstag, 27. Januar, gibt „Tutarchela“ ein Konzert im Olympiaforum in München. Tags darauf geht es dann für zwei weitere Konzerte in die Schweiz, bevor der Chor am 2. Februar zurück nach Tiflis und Rustavi fliegt.

Die Leiterin des Chors ist Tamar Buadze. „Eine echte Powerfrau“, so die Bosco-Managerin. Buadze lebt und arbeitet als Sängerin, Dirigentin und Dozentin. Seit 2006 leitet sie die Musikschule für traditionelle georgische Musik in Rustavi. 2009 gründete sie „Tutarchela“ und formte ihn zu einem Ensemble, das weit über seine Heimat hinaus Furore machte. An diesem Wochenende gibt die Georgierin einen Workshop im Bosco, bei dem Teilnehmer georgische Lieder lernen. Schon bald nach der Ankündigung war er ausverkauft.

In Deutschland ist der Chor nicht zum ersten Mal. Das hat damit zu tun, dass die Dirigentin Kontakte zu deutschsprachigen Künstlern und Chorleitern pflegt, darunter viele in der Schweiz. Das schlägt sich auch im Repertoire nieder, das auch deutschsprachige Popmusik von Rosenstolz bis Rammstein umfasst. Beim schon lange ausverkauften Konzert am gestrigen Freitag in Gauting stimmten die jungen Georgier zum Auftakt das traditionelle Lied „Maqruli“ ab. Passenderweise ein Reiselied.

26.01.2026, Volker Ufertinger