Veranstaltungsinfo

Fr, 21.09.2018
19.30 Uhr
Sonstiges
Eintritt frei*
* Für geladene Gäste und Fördermitglieder

25 Jahre Theaterforum: Festakt "Traum & Wirklichkeit"

25 Jahre nach Gründung des Theaterforums - auf den Tag genau - feiern wir dieses Jubiläum mit einem besonderen Festakt.
In einem Streifzug durch 25 Jahre und alle Sparten der Künste führen uns zahlreiche Künstler, die uns verbunden waren: Blues, Literatur, Theater, Klassik und Tanz mit dem Stelzentheater Zebra, Bettina Mittendorfer, Stefan Hunstein, Stefan Wilkening, die Puppet Players, Alexander Netschajew, Gerd Holzheimer, Ludwig Seuss, Babette Haag, Sebastian Hofmüller, Matthias Friedrich, Tanja Weber, Bettina Fritsche & Damen und Herren ab 60.

Für Fördermitglieder und geladene Gäste. Gerne würden wir dieses Jubiläum mit Ihnen allen feiern aber die Plätze im bosco sind begrenzt. Ab dem 15.09.2018 sind eventuell kostenlose Restkarten im Theaterbüro erhältlich.

Die Jubiläumsveranstaltung wird gefördert durch:
     
  
                 
Veranstalter: 
Theaterforum Gauting e.V.
Pressestimmen 
Traum und Wirklichkeit: Unter diesem Motto feiern Gründer Hans-Georg Krause und sein Team 25 Jahre Theaterforum Gauting. Denn was der pensionierte Lehrer einst als „Vision“ im kleinen TheaterSpielRaum der Hauptschule initiierte, begeistert seit 2005 im Bürger- und Kulturhaus Bosco.

Ohne Hans-Georg Krause, den Gründer und Vorsitzenden des Theaterforums, gäbe es das Bosco nicht. Das Bürger- und Kulturhaus ist ein Leuchtturm im Landkreis, um den sogar Münchner die Würmtalgemeinde beneiden. Der leidenschaftliche Theaterfreund Krause steht dabei nie irgendwo vorn auf der Bühne, sondern zieht im Hintergrund die Fäden. in den ersten neun Jahren managte der Vorsitzende des Theaterforums dies ehrenamtlich, im Hauptberuf war er Lehrer. Inzwischen ist er pensioniert. Zum Festakt am kommenden Freitag, 21. September, werden Krause und sein Team das Buch „Traum & Wirklichkeit – 25 Jahre Theaterforum Gauting“ an die Gäste verteilen. Vorn auf dem Bildband ist die sinnbildliche Theaterfigur von Rosemarie Zacher im purpurroten Mantel vor Publikum zu sehen – daneben der Leuchtturm – das Bosco.

Bei einem Sommerfest 1991 im Schlosspark hatten Krause und Jens Groß – heute Schauspieldirektor in Bonn – zunächst ein „Diskursives Gutachten“ über „Perspektiven einer kommunalen Kulturpolitik“ entwickelt. „Kultur ist das eigentliche Leben. Sie liegt der Politik und Wirtschaft, dem Lokalen und dem Feuilleton zugrunde und verbindet sie.“ Dies hatte, so Krause, schon der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker gesagt. Aus dem Traum eines langfristigen Kulturkonzepts in Gauting wurde aber erst einmal nichts. Deshalb gründete Krause mit ein paar Mitstreitern im September 1993 den Verein Theaterforum.

Im „TheaterSpielRaum“ im Keller der Gautinger Hauptschule fanden die ersten Kleinkunst-Veranstaltungen statt. Das Theaterforum holte Kultur für die Bürger in die Würmtalgemeinde. Desgleichen bei den „Theatertagen in Gauting“, einem bunt gemischten Programm mit Schauspiel, Literatur und Musik. Auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Dr. Ekkehard Knobloch startete Krause auch noch den „Gautinger Kinderfrühling“. Und 1996 gründete er das landkreisweite „Schüler-Theaterfestival“ – abwechselnd in Gauting und Starnberg. Krause bekam dafür den Klinge-Kulturpreis überreicht.

Für das immer reicher werdende Kulturleben mit Musik-Theaterfestival und „Kleiner Szene“ wurde der TheaterSpielRaum bald zu klein. Unter Bürgermeisterin Brigitte Servatius wurde das ehemalige Don-Bosco-Heim im Ortskern deshalb nach und nach zum Bürger- und Kulturzentrum ausgebaut. Nur durch die festen Zuschüsse der Gemeinde und mit Unterstützung der ehrenamtlichen Spartenleiter für Schauspiel, Literatur, Klassik, Jazz, Vielklang, Kabarett und der Aktiven des Theaterforums habe sich das Bosco zum kulturellen Leuchtturm im Landkreis entwickeln können, schwärmt Krause. Bei der anstehenden Neuwahl im Oktober wird Krause nicht mehr antreten. Das Management hat der 67-Jährige bereits in die Hände seiner Tochter Amelie Krause abgegeben.

Besonders und anders wie das Bosco, so soll auch der Festakt sein. Zugesagt haben Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger, Landrat Karl Roth und Bezirkstagspräsident Josef Mederer. Aber es wird keine Reden geben, sondern Video-Grußworte und Vorführungen aus 25 Jahren Theaterforum. Beginn ist um 19.30 Uhr.
Der ehemalige Lehrer Hans-Georg Krause hat 1993 mit dem Theaterforum die Grundlage für das heutige Bosco geschaffen, das bestsortierte Kulturzentrum weit und breit.

Beim großen Festakt zum 25-jährigen Gründungsjubiläum des Vereins Theaterforum in Gauting soll niemand eine Rede halten. Und am liebsten hätte Hans-Georg Krause auch kein Interview im Vorfeld gegeben. Ausgerechnet der Mann, der das Theater nach Gauting brachte, scheut selbst das Rampenlicht und bleibt am liebsten im Hintergrund.

"Es geht doch primär um das Projekt und um das Team", betont er. Ein Team von Unterstützern und Mitstreitern steht ihm mittlerweile zur Seite, in den letzten Jahren hat er bereits viel Verantwortung abgegeben. Aber das Theaterforum war sein Baby - großgezogen hat er es praktisch allein. Viele Jahre war er in Gauting sozusagen für alles zuständig, was mit Kultur zu tun hatte: Erst stellte er ein Theaterfestival auf die Beine, später auch noch Kindertheater, Kabarettreihen, Lesungen und Konzerte. Er wählte Stücke und Künstler aus. Er verhandelte mit Unterstützern und kämpfte um Zuschüsse. Bei den Veranstaltungen schleppte er Stühle und organisierte die Technik. Als Impresario trat er nie in Erscheinung, das Dunkel im Publikumsraum war ihm lieber. Vor allem aber ließ der stets zurückhaltend im Hintergrund agierende Krause nicht locker, bis Gauting endlich einen Kultursaal hatte.

Angefangen hatte alles mit einer anonymen Schrift, die im März 1992 in Gauting kursierte: Kommunalpolitiker aller Parteien und "Kulturbürger" fanden das "Diskursive Gutachten über Perspektiven einer kommunalen Kulturpolitik für die Gemeinde Gauting" damals in ihren Briefkästen. Die Verfasser wollten ungenannt bleiben, weil sie glaubten, dass der Inhalt der Schrift für sich sprechen werde. Sie erreichten jedoch genau das Gegenteil: Die Diskussion fokussierte sich zuerst auf die Identität der Autoren und dann, nachdem Hans-Georg Krause und sein Mitstreiter Jens Groß sich geoutet hatten, auf die Frage, ob man in Gauting einen Kulturreferenten brauche. Man brauchte keinen.

Angespornt von dieser Niederlage gründete Krause am 23. September 1993 den Verein Theaterforum Gauting e.V. Auch die Gautinger Künstlerin Rosemarie Zacher gehörte zu den Gründungsmitgliedern, bald darauf avancierte sie zur 2. Vorsitzenden. Die ganze Arbeit habe aber Krause selbst gemacht, allein und unermüdlich, so zumindest ihre Erinnerung. "Ich gebe es zu, im Kern bin ich ein Einzelkämpfer", gesteht auch Krause selbst.

1951 in Passau geboren und in Regensburg aufgewaschen, kam Hans-Georg Krause als Hauptschullehrer nach Gauting. Auf einer Reise nach Wien sah er Klaus Maria Brandauer im Burgtheater als "Hamlet". Weil man halt ins Burgtheater geht. Er war begeistert. "Theater hatte mich vorher überhaupt nicht interessiert", erinnert er sich. Zuhause in München spielte Sepp Bierbichler den Totengräber im "Hamlet". Das wollte er sich zum Vergleich anschauen - und war wieder begeistert. Er war vom Theatervirus infiziert. Als frischgebackener Vereinsvorsitzender organisierte er im Oktober 1993 die ersten Theatertage in seinem Wohnort. Gespielt wurde in der Aula der Hauptschule. Einmal im Jahr ein Programm zusammenstellen, einen Flyer gestalten und Plakate kleben - anfangs war der Aufwand überschaubar.

Doch das Baby wurde größer, es bekam Geschwister: Von 1995 an gab es zusätzlich den "Kinderfrühling", von 1998 an den kleinen "TheaterSpielraum" im Keller der Schule als festen Spielort und ein ganzjähriges Programm. Mit der Eröffnung des Kultursaals Bosco im September 2005 hatte Krause sein Ziel erreicht - gleichzeitig musste er sich nun vom Einzelkämpfer zum Teamplayer wandeln. Der Gemeinderat beauftragte den Verein, zusätzlich zum Programm die organisatorische Betreuung des Hauses zu übernehmen. Seit 2014 leitet Amelie Krause das Bosco, seit sie ihren Vater zum Großvater gemacht hat, wird sie von Désirée Raff unterstützt.

Kabarettisten wie Gerhard Polt, Sigi Zimmerschied und Richard Rogler traten in Gauting auf, große Schauspieler wie Jörg Hube, Claus Eberth oder Thomas Holtzmann und hochkarätige Musiker. Es gab und gibt Schauspielaufführungen, literarische Lesungen, Kabarett, Tanz- und Kindertheater, außerdem Kammermusik, Jazz, Filmabende, Ausstellungen und vieles mehr: Insgesamt waren es fast 2000 Veranstaltungen in 25 Jahren. Mittlerweile gibt es für jede Sparte einen eigenen Programmleiter. Krause kümmert sich nur noch ums Schauspiel, aber auch da will er sich nun zurückziehen. Bei den nächsten Vorstandswahlen will er nicht mehr antreten, danach allenfalls beratende Funktionen übernehmen: "Vielleicht kann ich mich noch bei Einzelprojekten nützlich machen." Und dabei wird er wie immer im Hintergrund bleiben.