Veranstaltungsinfo

Mo, 22.10.2018
20.00 Uhr
Diskussion
Vortrag
Eintritt frei

Architektur-Sichten: München und die Würmtal-Gemeinden 2050

Wie soll die Zukunft der Region gestaltet werden und wer entscheidet darüber?
Das Verhältnis von München und seinen Umlandgemeinden ist bezüglich der Gestaltung der Region von Anziehung, Abhängigkeit und Widerstand geprägt. Ein gemeinsames an Einem-Stang-Ziehen ist in Teilbereichen erkennbar.  Auf eine starke Interkommunalität ist diese Region aber angewiesen! Die Kommunen müssen ihre räumliche Umwelt unter einer konsensfähigen Leitidee in eine geordnete Zukunft führen. Dazu bedarf es offensichtlich eines neuen und kräftigen Impulses. Denn die Nutzungs-Konflikte haben sich verschärft, die Herausforderungen haben sich zugespitzt. Fassen wir die Perspektive 2050 in Auge, so wird klar: Neue Gestaltungsideen müssen entworfen, neue Planungsmethoden entwickelt und neue Planungsinstrumente  angewendet werden. Welche wären das und wie könnten diese aussehen? Welches wären die unverzichtbaren Grundsätze einer zukunftsfähigen neuen Regionalplanung und Regionalentwicklung? Wieviel kommunale Planungsautonomie ist geboten, wieviel interkommunale Gemeinsamkeit ist nötig? Die Vortragenden schildern aus den Perspektiven ihrer jeweiligen Kommune ihre Sicht der Dinge. In der anschließenden Diskussion sollen insbesondere die Themen interkommunale Entwicklungsplanung weiter vertieft werden.

Referenten PROF. DR. (I) ELISABETH MERK, Leiterin des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München, Präsidentin der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung
KARL ROTH, Landrat des Landkreises Starnberg
UTA WÜST, Erste Bürgermeisterin, Gräfelfing
Moderation DR. ULLA ZIEGLER, DR. ANDREAS ROMERO

In Zusammenarbeit mit der AG ArchitekturSichten, gefördert durch die Bayerische Architektenkammer und Bezirk Oberbayern.



Veranstalter: 
Theaterforum Gauting e.V. und AG ArchitekturSichten
Galerie 
Bilder der Veranstaltung

2018

Pressestimmen 
„München und die Würmtalgemeinden 2050“ – ein Thema, das den Bürgern auf den Nägeln brennt. Die Bar rosso des Gautinger Bosco war mit 60 Besuchern überfüllt, als in der Reihe „ArchitekturSichten“ Kreisbaumeister Dr. Christian Kühnel, Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst und Professorin Dr. Elisabeth Merk, Leiterin des Stadtplanungs-Referats der Landeshauptstadt, die drängenden Zukunftsprobleme diskutierten.

„Wir wachsen miteinander auf 5,5 Millionen Einwohner“, betonte Professorin Merk in Bezug auf München und sein Umland. Ein passendes Mobilitätskonzept mit S- und U-Bahnen werde aber seit 25 Jahren verschlafen.

„Wir haben ein Riesenglück, dass wir in so einer fantastischen Landschaft leben dürfen“ schwärmte Kreisbaumeister Dr. Christian Kühnel. „Die müssen wir bewahren.“ Die Wirtschaft boomt im Landkreis Starnberg, wie er betonte. Alle zwei Jahre weise er für eine Gemeinde ein neues Gewerbegebiet aus. Dadurch entstünden neue Arbeitsplätze mit entsprechendem Zuzug – und die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum. Wohnungen gebe es im Landkreis, „aber nicht jeder kann sie bezahlen“. Wohin die Reise geht, zeige New York: Da müsse schon der gehobene Mittelstand, wie der Hochschullehrer, durchschnittlich fünf Stunden pro Arbeitstag ein- und auspendeln. „Das Gewerbe diktiert die Konsequenzen“, warnt der Kreisbaumeister. Tosenden Applaus der Besucher im Gautinger Bosco gab es dann für eine Forderung, die Dr. Kühnel aufstellte: Dort, wo der Arbeitsplatz entstehe, müsse auch die Wohnung sein, betonte er.

„Sie sprechen mir aus dem Herzen“, sagt Moderatorin Dr. Ulla Ziegler vom Gautinger Arbeitskreis „ArchitekturSichten“. Der Kraillinger Grünen-Gemeinderat Werner Engl wunderte sich gar über die Aussagen von Dr. Kühnel: „Ich bin überrascht, dass Sie so vernünftig sind.“ Der Kreisbaumeister argumentiere mit seiner Rede auch gegen den geplanten sechsgeschossigen Wohnungsbau im Kraillinger Waldgebiet. Dann kam er auch auf das geplante Gautinger Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz zu sprechen, wo 2000 Arbeitsplätze entstehen sollen. Dadurch entstehe Siedlungsdruck und das soziale Problem mit bezahlbarem Wohnraum verschärfe sich. „Wie vermitteln Sie das der Gautinger Bürgermeisterin?“, fragte der Grünen-Gemeinderat aus Krailling. „Die Gemeinden haben die Planungshoheit, die Gemeinderäte die Verantwortung. Ich bin nicht ihr Aufseher“, antwortete der Kreisbaumeister. In kleiner Runde sage er den Bürgermeistern aber trotzdem seine Meinung.

Die Gautingerin Johanna Degkwitz äußerte ihren Unmut: „Wir werden als Bürger zu wenig über die Zusammenhänge informiert.“

Der pensionierte Stadtplaner Dr. Andreas Romero sagte: „Mein Wunsch ist eine Regionalkonferenz München Südwest, die politische Entscheidungen trifft.“ In diese Richtung gehe das Regionalmanagement München Südwest, betonte Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst. Regionalmanagerin Katharina Reichel, die bekanntlich im Gautinger Rathaus sitzt, habe das Thema „Wohnungsbaukonzept“ schon auf ihrer To-Do-Liste.