Veranstaltungsinfo

Fr, 19.10.2018
20.00 Uhr
Vielklang
22,00 / 10,00 €*
* Vorverkauf ab 07.07.2018

Cobario: Zehn Welten

Das mehrfach ausgezeichnete Wiener Instrumentaltrio tourte mit zwei Gitarren und Violine schon um die halbe Welt und sog dabei stets neue musikalische Inspirationen auf: aus staubigen, südamerikanischen Wüsten, tiefgrünen irischen Hügeln und dem klassischen Wiener Kaffeehaus.
Die ehemaligen Straßenmusiker laden ihr Publikum immer wieder auf eine musikalische Weltreise ein. Charmant führen sie dabei mit Wiener Schmäh durch den Abend.

Seit bereits zehn Jahren begeistern die weitgereisten und spielfreudigen Vagabunden Herwigos (Violine, Bratsche, Klavier), El Coba (Gitarre) und Giorgio Rovere (Gitarre) ihr Publikum mit melancholisch verträumten Weisen, energetisch treibenden Klanginstallationen und virtuosen Soli. Zeit für ihr fünftes Album mit dem Titel „Zehn Welten“. Schon das Booklet lädt als eine Art Seekarte zur musikalischen Entdeckertour ein. Jede Komposition eröffnet eine Welt für sich, die Cobario erforscht und erkundet haben.

Cobario starteten 2006 in Barcelona als Straßenmusikanten. Schnell entwickelten sie einen ganz eigenen Stil, der vor allem durch die so unterschiedlichen Inspirationen geprägt ist, die man als Straßenmusiker rund um die Welt sammelt. Das Spiel auf öffentlichen Plätzen lebt von der besonderen Energie, die durch die Interaktion mit dem Publikum entsteht. Die vielen Geschichten und kleinen Abenteuer, die das Trio auf seinen Reisen erlebte, wurden in Musik verpackt und mit Wiener Charme präsentiert. Schon bald wurden Cobario auf Festivals und in Konzerthäuser in Europa, Nordamerika und Asien eingeladen. Ihre aktuellen Kompositionen und die lebendige Spielweise leben noch immer von dieser Energie, wie Cobario auf ihrem neuen Album „Zehn Welten“ eindrucksvoll hören lässt.

HERWIG SCHAFFNER, „HERWIGOS“, Violine, Viola, Klavier
GEORG AICHBERGER, „GIORGIo ROVERE“, Gitarre
JAKOB LACKNER, „EL COBA“, Gitarre

Veranstalter: 
Theaterforum Gauting e.V.
Galerie 
Bilder der Veranstaltung

2018

Nach(t)kritik 

Eine Reise über „Seven Seas“, von „Nizza“ an den „Cliffs of Dover“ vorbei und hinüber zu „El Mariachi“. Unterwegs ein paar Tiere an Bord der musikalischen Arche aufgenommen, die Katze Blue, den Esel Zigo und die Raubtiere vom Stamm der Nemesis. Fort sein, unterwegs und vor allem „weit weg“, so weit, dass die Sinne irgendwann in tiefste Tiefen spüren, hinunter, „deep down sea“. Ein Konzert mit Cobario - Achtung: die Betonung liegt hier auf der vorletzten Silbe - ist ein Abenteuer unter vollen Segeln, eine Expedition auf den Tragflächen der Musik. Reisesouvenirs in Form von leidenschaftlichem Flamenco, lebensfroher Musette, den Klängen des Orients und der Wiener Kaffeehäuser, irischer Häfen, ungarischer Ebene oder rumänischer Wälder - das alles ist Cobario. Das alles gab es heute abend im bosco zu hören.

Cobario, das sind der hochmusikalische Geiger Herwig Schaffner alias Herwig - auch auf der Bratsche unterwegs; der exzellente Gitarrist Jakob Lackner alias El Coba und der nicht minder exzellente Gitarrist Georg Eichberger alias Giorgio Rovere. Die drei haben - damals noch mit einem anderen Gitarristen - nach Jahren an Konservatorien und in Konzertsälen als Straßenmusiker ihren Sound gesucht, gefunden und geschärft und auf diese Weise ganz Europa und die halbe Welt bereist. Mittlerweile sind sechs Alben entstanden, mit „10 Welten“, dem jüngsten Werk, waren sie in Gauting zu Gast. Ehrensache, dass sie auch Nummern aus den früheren Alben hier vorstellten.

Es ist die Kombination aus höchster Perfektion und virtuoser Spontaneität, was den besonderen Charme dieses Saitentrios ausmacht. Sie musizieren auf einem gemeinsamen Atem, sprechen dieselbe musikalische Sprache und kommunizieren über Rhythmus und Harmonien auf eine Weise, die Lust auf immer noch mehr macht.Wenn man die Augen schließt, ist man mit ihnen auf Reisen, auf unbekannten Wegen in nicht immer ganz unbekannten Vehikeln. Der Funke springt über, in den Stücken, auch in den so wunderbar Wienerischen Moderationen, die sie immer wie eine kleine Plauderei auf der Bühne gemeinsam übernehmen. Worldmusic nennt man heute solche Formen, gerne auch mal Crossover. Doch im Grunde lässt sich Cobario mit seinen so verschiedenen und immer wieder gleich überzeugenden Musiktiteln nicht so leicht auf einen Nenner bringen. Kein Wunder: das gilt ja auch für die so verschiedenen Häfen, die das Trio während seiner 10-Welten-Reise ansteuert. Aber egal: sie sind in all diesen Häfen zuhause, docken überall an, ohne sich selbst dabei zu verraten. Jede Nummer, so geprägt vom jeweiligen Stil einer der zehn Welten sie auch sein mag, ist dennoch eindeutig Cobario. Unverwechselbar. Und vor allem: mit Suchtpotential. Nur unter Protest lassen die Gautinger die drei Musiker schließlich von der Bühne gehen. Zu den zehn Welten ist heute noch eine elfte gekommen.