Direkt zum Inhalt

Veranstaltungsinfo

Do, 01.07.2021
19.00 Uhr
Diskussion

Eintritt frei

Ort: boschetto ( kleiner Saal)

< Zurück zur Übersicht > Termin im Kalender eintragen
Veranstalter: FDP Ortsverband Gauting

FDP Ortsverband Gauting: Kultur in Zeiten der Pandemie. Was lernen wir aus der Krise?

Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass unsere globale Welt anfällig ist für Pandemien. Bei der Bekämpfung dieser musste vor allem die Kulturlandschaft viele Einschränkungen erleiden. Wir wollen die Vergangenheit als Chance sehen, um die Zukunft krisensicher zu gestalten.

Die FDP Gauting lädt Sie herzlichst ein zu einer Veranstaltung:

Lebendiges Gauting: Kultur in Zeiten der Pandemie. Was lernen wir aus der Krise?

Gemeinsam mit dem Vertreter der Gautinger Kulturlandschaft: Mathias Helwig (Kino Breitwand), Thomas Hilkert (Theaterforum) und Victoria Beyzer (Gemeinderätin) diskutieren wir über die Wege für die Gautinger Kulturlandschaft und wie wir diese krisensicher machen können

Pressestimmen
Kulturschaffende warnen vor neuem Lockdown
Pressestimme von Christine Cless-Wesle
Erschienen in:   Starnberger Merkur

FDP-Runde: Theaterforum denkt an Streaming, Kinobetreiber fordert lokale Regeln

„Kultur in der Krise. Was lernen wir aus der Pandemie?“ Mit diesem Thema lag Gautings Gemeinderätin Victoria Beyzer genau richtig. Bei einer FDP-Runde mit etwa zehn Teilnehmern forderten sowohl Thomas Hilkert, Vorsitzender des Gautinger Theaterforums, als auch Breitwand-Kino-Betreiber Mathias Helwig, dass ein weiterer Lockdown wegen einer befürchteten Delta-Welle in jedem Fall vermieden werden muss. Alternativen wären durchdachte Hygienekonzepte „auf lokaler Ebene“.

Nach der Wiedereröffnung im Mai stünden von heute auf morgen international renommierte Musiker nicht für verschobene Konzert-Auftritte in Gauting parat, berichtete Hilkert. Ohne die 450 Fördermitglieder, ohne 50 Prozent Ticketspenden bei abgesagten Terminen und ohne die Kulturzuschüsse der Gemeinde wäre das Bosco nie über die Runden gekommen, lobte Hilkert „die große Solidarität“. Von der Livestream-Initiative „Gauting live“ habe er viel gelernt. Im Falle einer Delta-Welle denke er mit seinem Team deshalb auch über Streaming nach oder Open-Air-Aufführungen vor dem Bosco.

„Ich muss von meinem Gewerbebetrieb leben“, erklärt Kinobetreiber Helwig. Dass wegen einer Pandemie Lichtspieltheater komplett geschlossen werden, „habe ich in 35 Jahren noch nie erlebt“. Für ein Kino sei die ad hoc erlaubte Öffnung im Mai der schlechteste Zeitpunkt gewesen, denn im Sommer „kommen die Leute nicht“. „Warum straft man die Kultur?“, fragte er. Dass Kinos, Theaterhäuser, Opern, Konzertsäle in der Pandemie geschlossen wurden, sei doch nur ein „winziger Faktor“ des Ansteckungsrisikos. Er habe sein Personal sechs Monat in Kurzarbeit schicken müssen. Einige hätten sich andere Jobs gesucht, sagte Helwig über das akute Personalproblem. Er habe die Hoffnung, dass jede Pandemie einmal endet. Ohne Begegnungen im Theater, im Kino, wo unterschiedliche Leute zusammenkommen und sich austauschen, würden einzelne Gruppen „nur radikaler“.

„Kultur ist systemrelevant – auch für die psychische Gesundheit“, ist auch das Credo Beyzers. „Es darf nicht mehr sein, dass Kulturbetriebe total geschlossen werden, wenn die Leute geimpft, getestet mit Masken dasitzen“, erklärte Hilkert. „Kultur ist uns wichtig“ seien lediglich Lippenbekenntnisse der Politik, ergänzte Helwig. Sein Rat: Die Entscheidungskompetenzen sollten auf die kommunale Ebene verlagert werden.