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Veranstaltungsinfo

Fr, 12.02.2021
20.00 Uhr
Musik

Eintritt frei

Online-Veranstaltung

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Veranstalter: Initiative gauting.live

gauting.live: Ludwig Seuss Band | Erik Berthold

gauting.live ist eine Live-Online-Veranstaltungsreihe, die die Lockdown-Folgen für auftretende Künstler*innen mildern und das kulturelle Leben in Gauting in Zeiten geschlossener Kultureinrichtungen lebendig halten will. In der ersten Ausgabe sind die Ludwig Seuss Band und Erik Berthold zu Gast.

Die Veranstaltung wird übertragen auf der Webseite von gauting.live.

Mit mittlerweile 13 CDs im Gepäck, einer herausragenden Allstarbesetzung und unzähligen Konzerten ist die LUDWIG SEUSS BAND zu einer der interessantesten und begehrtesten deutschen Blues- und Zydeco-Bands gewachsen. Als Blues- und Boogiepianist der Spider Murphy Gang, als einer der versiertesten Organisten der Republik und als einer der besten Zydeco-Akkordeonisten und -Komponisten östlich des Mississippis spielt der Münchner Ludwig Seuss schon lange in der ersten Groove-Liga. Seuss ist seit jeher ein Teamplayer, dem der Bandgedanke wichtiger ist, als selbst im Mittelpunkt zu stehen. Ludwig Seuss vermischt mit seiner Band klassischen Piano-Boogie mit Jump-Blues und Louisiana-Rock&Roll. Seit Ludwig Seuss auch noch den Zydeco aus New Orleans importiert hat, ist der Erfolg für diese Band und ihren extrem tanzbaren Sound nicht mehr aufzuhalten.

Seit über 20 Jahren ist der im Münchener Raum lebende Deutsch-Amerikaner ERIK BERTHOLD mit verschiedenen Bands und Einzelprojekten bis zu 200 Mal im Jahr live unterwegs.  Erik Berthold spielt als Einzelmusiker sechs- und zwölfsaitige akustische Gitarre zu Songs, die unplugged auf seine Art sympathisch im Westcoast Music-Style interpretiert werden. Der Gitarrist und Sänger ist Bandleader der Country & Rock’n’Roll-Band "Erik & The Peacemakers" und weiterer Formationen. In Oberpfaffenhofen besitzt er ein Gitarrengeschäft, betreibt eine eigene Musikschule und gibt kostenlose Workshops für Kinder mit und ohne Behinderung.

Moderation CHRISTINA TEWES-GRADL & STEFAN BERCHTOLD

gauting.live ist eine gemeinnützige Live-Online-Veranstaltungsreihe mit Live-Musik, Lesungen und Talks aus der Gautinger Kulturszene. Die Veranstaltungen, der spendenfinanzierten Initiative werden live aus dem bosco Gauting übertragen und können auch im Nachhinein online abgerufen werden. Moderiert werden die Veranstaltungen von Stefan Berchtold und Christina Tewes-Gradl, zwei der Initiator*innen von gauting.live.

Hinter der privaten Initiative stehen Kulturschaffende, Kulturinteressierte und Lokalpolitiker*innen aus den Reihen der Grünen und der Liste "Menschen für Gauting/Piraten", die gauting.live ehrenamtlich organisieren. Unterstützt wird gauting.live vom Theaterforum Gauting e.V. sowie dem Förderverein Kulturspektakel e.V. Die Gemeinde stellt gauting.live das bosco, Bürger- und Kulturhaus Gauting für die Shows kostenlos zur Verfügung.

Weitere Informationen und die Möglichkeit die Veranstaltungsreihe durch eine Spende zu unterstützen, finden Sie auf der Webseite von gauting.live.

Pressestimmen
800 Zuschauer beim ersten „gauting.live“
Pressestimme von Christine Cless-Wesle
Erschienen in:   Starnberger Merkur

Vielfältiger Auftakt mit Boogie Woogie, Interviews und Schalte ins Rathaus

Das Verlangen nach beflügelndem Sound ist im Lockdown groß: Ein voller Erfolg war der Auftakt von „gauting.live“ am Freitag im Bosco, eine gesponsorte Benefiz-Reihe für Künstler. „Wir gehen von 800 Zuschauern aus“, sagte Mitveranstalter Dirk Lösch. Denn mehr als 400 „Unique Viewer“ hatten die Auftritte der Ludwig-Seuss-Band mit Blues und Boogie Woogie vom Feinsten, aber auch von Erik Berthold (E-Gitarre, Gesang) mit Stefan Berchtold (Bass) am heimischen Bildschirm verfolgt – die meisten zu zweit oder mit der ganzen Familie.

„Spannend wie eine Premierenfeier“, sagte der aufgeregte Veranstalter Stefan Berchtold kurz vor dem Start um 19.30 Uhr: Im Bosco-Saal hatten Techniker um Tobias Mc Fadden das große TV-Studio mit Kameras, Licht-, Tontechnik und Moderatoren-Ecke aufgebaut. Mehr als 150 Sponsoren ermöglichen „gauting.live“ sechs Live-Auftritte mit zehn Acts von Gautinger Musikern und Schauspielern. Zunächst bedankten sich die Initiatorin Christina Tewes-Gradl und Berchtold, der auch Kulturreferent der Gemeinde ist. Vom Bosco ging die Schalte direkt ins Rathaus-Foyer. Denn die Gemeinde hat das Bosco zur Verfügung gestellt. „Damit zeigen die Gautinger Flagge für ihre Kultur“, lobte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. „Weil das Publikum nicht kommen darf, kommen die Künstler zum Publikum.“

Los ging‘s mit rhythmischem Boogie Woogie und Blues des „Spider Murphy-Gang“-Pianisten Ludwig Seuss und seiner Band. „Einer der besten Pianisten“, postete ein Zuschauer begeistert. „Ich bin froh, mal wieder im Bosco zu sein.“ Mit Louisiana-Blues erinnerte Seuss (Piano, Akkordeon, Gesang) mit Peter Kraus (Schlagzeug), Tom Peschel (Bass) und Titus Vollmer (Gitarre, Gesang) an „gute Zeiten“. Denn: „Wir hoffen am 7. Juli auf die große Blues-Nacht im Bosco“, blickte Seuss, Veranstalter der Reihe des Jazzforums, voraus.

Gautings Kulturszene ist reich, das belegte Berchtold mit einem Video-Einspieler. Ein Beispiel ist Schauspieler Sebastian Hofmüller von der „Greulmüllerschen Hörspielmanufaktur“, dessen Maifestspiele in der alten Bahnhofpizzeria 2020 ausgefallen sind. Das galt auch für die „Literarischen Hausbesetzungen“. Er setze auf sein zweites Standbein die „Holz-Spiel-Werkstatt“, berichtete er. „Keiner kann spielen, keiner wird gebucht“, bedauerte Moderator Berchtold im Gespräch mit Gabriel Knoll, dem Vorsitzenden des Gautinger Kulturspektakels. Denn zum ersten Mal seit 1983 musste auch das Band-Festival auf dem Schulcampus abgeblasen werden. „Gibt‘s heuer eines?“, wollte Berchtold wissen. „Wir müssen abwarten“, sagte Knoll. Eventuell gebe es ein „Kult“ mit beschränkten Eintrittskarten und Doppelauftritten: „Leidtragende sind die Bands“, so Knoll. Zum Finale stand Berchtold (Bass) mit Erik Berthold (E-Gitarre, Gesang) auf der Bühne: „Vor 40 Jahren haben wir hier im damaligen Don-Bosco-Pfarrsaal um diese Zeit tolle Faschingsfeste gefeiert“, erinnerte er sich. Dazu passte der berührend intonierte Bob-Dylan-Song: „Don’t think twice it‘s alright“.

Das Spendenbarometer stieg auf fast 13 700 Euro. Bei „Pünktchen und Anton“ am Samstagnachmittag waren rund 400 Kinder und Erwachsene live dabei. Videos der Auftritte gibt es online auf gauting.live.

Rockabilly, Träumerisches und Balkan-Indie: So geht’s weiter

Die Reihe „gauting.live“ wird am Freitag, 26. Februar fortgesetzt. Zum einen mit „Faltsch Wagoni“ – dahinter steckt das Künstlerpaar Silvana und Thomas Prosperi. Sie verbinden satirische Wortkunst und inszenierte Poetry-Songs. Außerdem spielt an diesem Abend die Rockabilly-Band „BusStop Rokkers“. Am Freitag, 5. März, lautet das Motto „Lasst uns träumen“, mit Halina Bertram (Klavier), Gisela Auspurg (Violoncello) und Ernst Matthias Friedrich (Sprecher). Zudem treten Ricardo Volkert und Jost-H. Hecker auf, die musikalisch mit Flamenco-Gitarre durch den Süden Spaniens führen. Am Freitag, 12. März, spielt „Organ Explosion“. Die Band setzte auf analoge Instrumente aus den 60ern und 70ern und Weltraum-Effekte. „Black Patti“ liefert am selben Abend Roots-Musik. Den Freitag, 26. März, gestalten die „Stray Colors“ ein kunterbuntes Leuchtfeuer aus Balkan, Folk und Indie mit zweistimmigem Gesang.

MAZ ab!
Pressestimme von Blanche Mamer
Erschienen in:   Süddeutsche Zeitung - Starnberg

Die neue Online-Reihe im Bosco startet mit einem Konzert der Ludwig-Seuss-Band und des Duos Berthold und Berchtold. Allein bei der Live-Sendung am Freitagabend sind mehr als 400 Zuschauer eingeloggt

Das Bosco ist hellbeleuchtet. Nach Monaten des Lockdowns scheint endlich wieder Leben in der Bude zu sein, pardon, im großen Saal des Gautinger Kulturhauses. Große Aluminiumtruhen stehen aufgereiht im Foyer. Dazwischen liegen Rucksäcke, Lunchboxen und Steuerungsgeräte. Von der Bühne sind Instrumente zu hören. Im Saal laufen die letzten Vorbereitungen für das erste Konzert, das im Internet auf „Gauting. Live“ übertragen wird. Und bis zur kommenden Veranstaltung am 26. Februar online zu sehen ist. Auf dem Programm: Ludwig Seuss und seine Band und im zweiten Teil Erik Berthold und Stefan Berchtold von The Peacemakers.

Man spürt aufgeregte Premierenspannung. Der Raum wurde in ein Aufnahmestudio verwandelt, an der rechten Seite ist eine Kabine aufgebaut, mehr oder weniger schalldicht sitzt hier Benjamin Hüttner, der für die Tonregie zuständig ist. Bei ihm laufen alle Kameras und der Sound zusammen. Drei Kameramänner hasten herum, probieren beste Positionen aus. Hinter Monitoren, die nebeneinander auf einem langen Tisch aufgereiht und mit den Kameras verbunden sind, kontrollieren Veranstaltungstechniker die Bilder. Insgesamt besteht das Team aus 25 Leuten, wie Moderatorin und Mitinitiatorin Christina Tewes-Gradl später berichten wird.

Und dann ist es so weit, kurz vor 20 Uhr. „Noch drei Minuten“, sagt der Toningenieur, noch eine Minute, dann zählt er ab: „Fünf, vier, drei, zwei, eins, MAZ ab!“ Die Moderatorin im roten Kleid und mit Western-Stiefeln bedankt sich für die Spendenbereitschaft der Gautinger: Mit 11 000 Euro von 150 Geldgebern sei die Erwartung der Organisatoren, die 3500 Euro als Minimum angesetzt hatten, klar übertroffen. Nach einem Grußwort von Bürgermeisterin Brigitte Servatius, die das Bosco für die sechs Abende mietfrei zur Verfügung stellt, ist Seuss dran. Er fände es zwar schöner, vor Publikum zu spielen. Doch für Zuhörer sei es eine neue Erfahrung, daheim auf der Couch sitzend, vielleicht im Pyjama und mit einem Glas Rotwein – das sei doch auch nicht schlecht, plänkelt er. Und erzählt, dass sein erster Auftritt in Gauting im Schlosscafé war, das damals Stefan Berchtold und Jane Höchstetter führten. Dieser erste Gig sei seine beste Erinnerung, selbst wenn er danach unzählige Male in der Gemeinde aufgetreten ist. Nun sitzt er am Klavier mit Schiebermütze und grauem Hemd und legt los.

Gleich greift der Seuss-Stil, eine Mischung aus Piano-Boogie, klassischem Blues, Cajun und Zydeco aus Louisiana und Rock’n’ Roll. Warm spielt er sich mit einem Louisiana Blues, den er seit 30 Jahren im Repertoire hat und auch mit seiner Urband, der Spider Murphy Gang, pflegt. Auffallend: Seine Stimme wird mit den Jahren immer schwärzer, der Kick immer höher, nicht nur bei schnellen Nummern, sondern vor allem beim langsamen Blues. Einen Blues aus New Orleans widmet er dem Gedenken „an einen guten Freund, meinen Klavierlehrer, der letzte Woche verstorben ist“. Die Trauer, das muss wohl so sein, wird durch ein fröhliches Stück abgelöst. Als Seuss zum Akkordeon greift, ist das Südstaaten-Feeling perfekt. Als Special Guest kommt San2 auf die Bühne, der auch bei der geplanten 5. Gautinger Bluesnacht am 7. Juli auftreten wird – falls sie stattfindet. Zum Schluss spielen sie gemeinsam das melancholische „How long“, zu dem San2 die Mundharmonika weinen lässt. Doch weil das Publikum immer eine Zugabe verlangt, gibt es noch die schnelle Nummer „Drink of Tangerine“. Ach ja, das Konzert online ist eine tolle Idee, doch man sehnt sich nach einem Live-Auftritt.

Nach Seuss ist es nicht einfach für Erik Berthold und Stefan Berchtold, doch ihr Irland- und Westcoast-Sound kommt gut an. Auch Erik erzählt von seiner Ankunft in Gauting, als 16-Jähriger, den ersten Band-Proben im Keller des JuZ und den Faschingsfeiern im damaligen katholischen Don-Bosco-Heim, das sich zum Kulturhaus Bosco mauserte. Neben irischen Country-Songs wie „Early morning rain“ spielt er Lieder von Johnny Cash („The Highwayman“), Bob Dylan und John Prine („Paradise“), der im Frühjahr 2020 an Corona gestorben ist. Für Mitorganisator Dirk Loesch von den Grünen ist der Start gelungen. Gut 400 Menschen waren bei der Live-Sendung eingeloggt. Er geht allein am Wochenende von zirka 1000 Zuschauern aus. Und gespendet wird auch kräftig. Stand am Sonntagmittag: rund 13 600 Euro .

In zwei Wochen, Freitag, 26. Februar, 20 Uhr geht es weiter mit „Gauting. Live“: Kabarett von Faltsch Wagoni und den BusStop Rokkers.