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Veranstaltungsinfo

24.01. - 08.02.2024
18.30 Uhr
Ausstellung

Eintritt frei
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Veranstalter: Mechthild Lobisch & Gemeindearchiv Gauting

Hilde Thon: Ausstellung zum 110. + 4 Geburtstag

Ölbilder, Gouachen, Zeichnungen aus dem Nachlass

Die diplomierte Bibliothekarin Hilde Thon kam 1938 nach Gauting und ist bei vielen noch in sehr lebhafter Erinnerung. Auf Anregung von Hans Schellinger begann sie 1952 mit der Malerei. Unbekümmert von akademischen Kunstfertigkeiten reflektieren ihre Gouachen und Ölbilder die malerischen Traditionen der klassischen Moderne und der Nachkriegszeit.  Gut eingeführt in die Gautinger Künstlerkreise beteiligte sie sich regelmäßig an den Ausstellungen des Kunstvereins. 

Zum 114. Geburtstag und fünfundzwanzig Jahre nach ihrem Tod bietet ein Überblick aus dem Nachlass die Möglichkeit, Hilde Thon und ihre eigenwilligen Bilder neu zu entdecken.  Sie haben nichts von ihrer Ausstrahlung verloren .

Zum 110. Geburtstag erschien 2020 ein Katalog von Mechthild Lobisch, die auch den Nachlass bearbeitete.
50 Seiten mit farbigen Abbildungen, 21 x 24 cm


 Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Gautinger Gemeindearchiv.

Eröffnung Mi 24.01.2024 | 18:30 Uhr
Dauer der Ausstellung bis Do 08.02.2024

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des bosco und während der Abendveranstaltungen besucht werden –     ausgenommen 29.01. bis 31.01.2024.

Pressestimmen
Ausnahmeerscheinung im Gautinger Kulturleben
Pressestimme von Christine Cless-Wesle
Erschienen in:   Starnberger Merkur

Im Bosco sind Bilder aus dem Nachlass von Hilde Thon zu sehen – Sie kam erst spät zur Kunst.

Eigentlich war diese Ausstellung im kleinen Saal des Bosco bereits zum 110. Geburtstag der Gautinger Malerin Hilde Thon (1910-1999) geplant, sprich 2020. Doch dann kam Corona dazwischen. Deshalb ist die Ausstellung mit farbintensiven Gemälden der Autodidaktin Hilde Thon erst jetzt zu sehen – und die Ölbilder, Gouachen und Zeichnungen aus dem Nachlass sind eine wahre Pracht. Darunter das gelungene Doppelporträt „Hans Schellinger und Hilde Thon“ aus dem Jahre 1953. Es erinnert an die große Zeit von Gauting als Künstlerkolonie mit Akademiemalern wie Hans Schellinger, Lulu Beck oder Odi Kasper.

Wie die Kuratorin der Ausstellung, Mechthild Lobisch, erzählte, kam die diplomierte Bibliothekarin und Dolmetscherin Hilde Thon durch ihre Freundin, die Landschaftsarchitektin Gerda Gollwitzer, 1938 nach Gauting. „Als anregende, kontaktfreudige Gesprächspartnerin fand sie rasch Anschluss an die örtliche Kultur- und Kunstszene“, sagte sie bei der Vernissage vor wenigen Tagen. Insgesamt beschenigte sie der gebürtigen Dessauerin, „eine Ausnahmeerscheinung im Gautinger Kulturleben ihrer Zeit“ gewesen zu sein.

Altbürgermeister Dr. Ekkehard Knobloch erinnerte daran, dass Thon im Gautinger Kunstverein aktiv gewesen sei, der seit 1965 im damaligen „Don-Bosco-Heim“ – dem heutigen Kultur- und Bürgerhaus „bosco“ – ausstellte. „Doch dass die spät berufene Künstlerin selber malte, habe ich nicht gewusst.“ Erst durch ihre Mentoren, die Gautinger Akademiemaler Hans Schellinger und Adolf Kleemann, habe Thon mit über 40 Jahren damit angefangen, selbst zu malen, unbekümmert um akademische Kunstfertigkeiten. Zu diesem Zweck nahm sie Unterricht bei Maler Stefan Britt, dem legendären Mitgründer des Gautinger Kunstvereins. Dank der Erbschaft ihres begüterten Stiefvaters, des Chemikers Dr. phil. Eduard Thon, konnte sich die Künstlerin auch eine kleine Wohnung in der Germeringerstraße leisten – und sich ganz der Malerei widmen.

Wie die Kuratorin ergänzte, waren die Bilder der Autodidaktin im Jahr 1968 mit denen der Gautinger Akademiemalerinnen Ottilie Kasper und Rosemarie von Hacke in einer gemeinsamen Ausstellung im Don-Bosco-Heim zu sehen. 1981 präsentierte Hilde Thon ihre Werke im Atelier von Mechthild Lobisch. So kam es, dass sie den künstlerischen Nachlass übernahm.

Mit der aktuellen Ausstellung und dem dazu erschienenen, 50-seitigen Katalog bringt sie die vergessene Malerin den Gautingern wieder ins Gedächtnis. Zum Beispiel mit dem Ölbild „Selbst. Die rote Perücke.“ Oder ihrem farbintensiven „Selbstbildnis mit Korallen“. Das Ölgemälde „In Ottilie Kaspars Garten“ lässt ein verschwundenes kleines Gautinger Paradies wieder aufleben. Das leider unverkäufliche Doppelporträt „Hans Schellinger und Hilde Thon“ von 1953 erinnert nicht nur an ihren großen Mentor, sondern an die große Zeit der Gautinger Künstlerkolonie. Mit der Filzstiftskizze von Stefan Britt, entstanden im Jahr 1981, erinnert die Gautingerin wiederum an ihren Lehrmeister, den unvergessenen Maler und Mitgründer des Kunstvereins. Die Ausstellung „Hilde Thon zum 110 + 4. Geburtstag“ hängt nur noch bis Donnerstag, 8. Februar, im Bosco.

Galerie
Bilder der Veranstaltung
Mi, 24.01.2024 | © Werner Gruban - Theaterforum Gauting e.V.