Veranstaltungsinfo

Fr, 15.06.2018 bis So, 17.06.2018
17.00 Uhr
Sonstiges
Eintritt frei

Kulturspektakel: Die Sache unter der Kastanie

Im Rahmen der Kulturwoche machen das Team vom Kulturspektakel und vom Theaterforum gemeinsame „Sache“.
Das Kultur-Spektakel-Team hat sich ja schon mit einigen „Sachen“ abseits des eigentlichen Festivals einen Namen gemacht. Nun okkupieren sie drei Tage lang den Vorplatz des bosco und im Schatten der großen Kastanie gibt es Live-Musik, frisch zubereitetes Essen, Getränke, Cocktails (und vielleicht ein bisschen Fußball...).

BYOC "Bring your own chair"
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Freitag, 15.06. | ab 17.00 Uhr
Samstag, 16.06. | ab 15.00 Uhr
Sonntag, 17.06. | ab 15.00 Uhr
Veranstalter: 
Kulturspektakel Gauting e.V.
Pressestimmen 
Martin ist sechs Jahre alt. Er kann fehlerfrei und fließend vor rund 50 Zuschauern über Mikro ein Gedicht vortragen. Auch bei Nenas „99 Luftballons“ trifft er Ton und Text. Veranstaltungstechniker Tobias McFadden kann mehr, als nur wie angekündigt „unfallfrei die Gitarre halten“. Und Roberto Berger, Panos sowie Sebastian Fuchsberger sind die Musiker aus dem Publikum, die am Samstag spontan mitmusizieren. Das ist noch bevor die Ü-60er von der Gruppe „Immertanz“ in geschmeidigen Bewegungen durch die Bankreihen gleiten und die Open-Air-Vorführung „Tschick“ den Event abschließt.

Geladen hatte das junge Team vom Kulturspektakel Gauting, das im Rahmen von „Gauting in Kultur vereint“ auf dem Freigelände beim Bosco einen Nachmittag gestaltet. Die Stärke der jungen Ehrenamtlichen ist die Improvisation, betont der ehemalige Vereinsvorsitzende Daniel Leicher – und Spontaneität gehört bei dem jungen Verein sprichwörtlich zum Programm. Diesmal, weil die ursprünglich vorgesehene Band ausgefallen ist. „Ich hab Bock mitzumachen“, sagt daraufhin McFadden alias Kalle und schon ist er der Act des Abends.

So ist das bei den jungen Menschen, wenn sie ganz unkompliziert kulturelle Events auf die Beine stellen. Ort, Termin und der grobe Ablauf seien festgesetzt, der Rest ergebe sich, sagt Leicher.

Eine Vorgehensweise, die offensichtlich bei allen Altersschichten auf Gefallen stößt. Beim Dreikäsehoch etwa, der den Papa mit „Wo sind die Pommes?“ zum Bierzelt zerrt. Dort schenken die Helfer Ess- und Trinkbares aus: Wraps, Burger oder eben Pommes. Oder die Limo, die Laura sich ergattert hat. Die Neunjährige ist mit Lena (25) aus Weßling da und lauscht dem Gitarristen. Später rutscht Laura die Limoflasche aus der Hand und geht auf dem Tanzboden zu Bruch. Egal. Gemeinsam mit den Tänzern klaubt sie die Scherben auf.

Derweil bekommt Kalle aus den Reihen der Zuschauer musikalische Verstärkung: Roberto Berger aus Gauting, Panos, der Wahlgautinger aus Griechenland, und Fuchsberger. Mit Sonnenbrille und Leinenschuhen zupft Berger die Akkorde von „Angie“, Kalle sitzt barfuß am Mikro. „Über den Wolken“ bekommt dann mit Fuchsberger eine zweite Stimme, und Panos begeistert mit einer ausgereiften Gesangsstimme.

Auf der Wiese hinter dem Spektakel treten ein paar Jungs den Fußball in ein imaginäres Tor. Ein Mädchen klettert auf die Bühne und springt sich einmal drehend wieder runter. Eine Dame verteilt Flyer für ein Sinfoniekonzert. Manfred Kessler und Hanne Bötsch sitzen auf der Bank und warten auf den Auftritt der kreativen Ü-60er unter der Leitung von Bettina Fritsche. Jeder gestaltet den Abend allein durch seine Anwesenheit mit. Die dreiköpfige Familie, die das Ganze eine Weile Eis schleckend und Füße wippend beobachtet. Oder der ältere Herr Marke 68er, der sich ein Bier holt. Manche bleiben bis zum Film, andere gehen wieder. Jeder, wie er mag eben.

So war das gedacht, zeigt sich Daniel Leicher am Tag darauf glücklich mit dem Open-Air-Event. Die Organisatorin der Kulturwoche, Elke Groebler von der Kulturplattform Gauting, ist mit dem neuntägigen Programm mehr als zufrieden. Über die Ausgrabungen, die Bastelwerkstätten oder die Lesungen am Kindernachmittag im Schlosspark. Oder die Überraschungsauftritte bei der S-Bahn und die diversen Ausstellungen. Nicht zu vergessen das Bläserquintett und der Kameruner Perkussionist. Ein reichhaltiges Kulturprogramm, das gestern auf der Abschlussveranstaltung allseits gelobt wurde. Von Vizebürgermeister Dr. Jürgen Sklarek, den Veranstaltern und den Zuschauern. Gibt es eine Wiederholung? „Irgendwie machen wir weiter“, verspricht Groebler. „In welcher Form, entscheiden die Vereinsmitglieder.“ Und wer weiß: Vielleicht gestaltet der heute sechsjährige Martin als Erwachsener eine Veranstaltung des Kulturspektakels mit und improvisiert. Dass er das kann, hat er ja bewiesen.
Kurzfristig Musiker angefragt, Lichter und Leinwand in einen Baum drapiert und schließlich noch acht Kilogramm Zwiebeln geschnippelt: Die Macher des Gautinger Kulturspektakels erweisen sich einmal mehr als kreative und geschickte Organisationstalente. "Die Sache unter der Kastanie" nennen sie diesmal ihr Happening im Rahmen der Kulturtage. Auf dem Vorplatz des Bosco gibt es an diesem Wochenende einen Biergarten mit Imbiss, Live-Musik, einer Filmvorführung und Public Viewing.Zunächst hätten sie wegen des personellen Aufwands gezögert, ob sie mitmachen sollen, berichtet der Veranstaltungstechniker Simeon Wanninger, der sich federführend um "Die Sache" kümmert. Dann haben die Kulturspektakler aber doch in kurzer Zeit ein Drei-Tages-Programm zusammengestellt. Vom Ambiente jedenfalls ist Mitorganisator Wanninger begeistert: "Das sieht ganz cool aus mit der Beleuchtung im Baum".

Zum Auftakt am Freitagabend sollten Bands auf der Bühne unter der Kastanie spielen. An diesem Samstag beginnt der Biergartenbetrieb um 15 Uhr, von 21.15 Uhr an wird "Tschick" gezeigt: Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Wolfgang Herrndorf erzählt von zwei jugendlichen Außenseitern aus Berlin, die in den Sommerferien mit einem gestohlenen Auto quer durch Ostdeutschland in Richtung Walachei fahren. Am Sonntag tritt um 15 Uhr Erik Berthold mit den Corner Kids auf. Von 17 Uhr an können Fußballfans auf einer 3,50 Meter breiten Leinwand das Spiel der deutschen Mannschaft bei der WM erfolgen.

Verköstigt werden die Gäste mit Burger, Süßkartoffel-Pommes und Wraps. Für das Zwiebel-Chutney haben sich die jungen Helfer selbst in die Küche des Bosco gestellt.

Es soll lecker geworden sein, verspricht Wanninger.