Veranstaltungsinfo

So, 24.03.2019
19.00 Uhr
Klassik
Musik
20,00 / 15,00 / 5,00 €*
* Regulär / Vereinsmitglieder / Schüler & Jugendliche – Karten erhätlich beim Verein der Musikfreunde Gauting e.V., über das Theaterbüro im bosco oder an der Abendkasse

Orchestervereinigung Gauting: 1. Sinfoniekonzert - Frühjahrskonzert

Solistin: Milana Nosek - Klavier
Orchestervereinigung Gauting
Leitung: Dorian Keilhack

Im diesjährigen Frühjahrskonzert widmet sich die Orchestervereinigung Gauting ganz der Klassik. Im ersten Teil erwartet die Zuhörer eine frühe Sinfonie (Nr. 4, KV 19) und das Klavierkonzert G-Dur, KV 453 von Mozart. Alfred Einstein schrieb über dieses Konzert: „In freundlicher Tonart steckt es voll geheimen Lächelns und geheimer Trauer“. Als Solistin wird die 13-jährige Milana Nosek aus Gauting auftreten. Im zweiten Teil werden zwei Sinfonien von Joseph Haydn zu hören sein: Die Nr. 1, die er mit 27 Jahren komponierte und die Nr. 91, ein Meisterwerk der Wiener Klassik, die er als reifer Komponist kurz vor seiner Abreise nach London schrieb.

Programm:
Wolfgang A. Mozart                      Sinfonie Nr.4 D-Dur KV 19
Wolfgang A. Mozart                      Klavierkonzert G-Dur KV 453
Joseph Haydn                                Sinfonie Nr.1 D-Dur Hob.I: 1
Joseph Haydn                                Sinfonie Nr.91 Es-Dur Hob.I: 91
 
Veranstalter: 
Verein der Musikfreunde Gauting e.V
Nach(t)kritik 
Die meisten Jungvirtuosen, die eine solistische Karriere anstreben, haben ihre ersten Konzerterfahrungen mit Schul-, Jugend-, Amateur- oder semiprofessionellen Orchestern irgendwo in der sogenannten Provinz gemacht. Auch die Orchestervereinigung Gauting schreibt sich die Aufgabe, junge Musiker der Region zu fördern, auf die Fahnen. Für die Nachwuchsmusiker ist diese Bemühung von unschätzbarem Wert. Diesmal durfte die 13-jährige Milana Nosek am Bosco-Konzertflügel Platz nehmen, um die große Kraft des Orchesters hinter sich zu spüren, gut und einfühlsam umsorgt von Dorian Keilhack am Pult.
Milana Nosek ist als einst langjährige Schülerin von Viera Fischer (heute von Silke Avenhaus) natürlich technisch brillant, in der Lage schönmusikalisch zu formen, wo nötig auch virtuos aufzutreten. Mit dem Klavierkonzert Nr. 17 G-Dur KV 453 von Mozart fiel die Wahl zwar auf ein Werk, das Mozart für seine Schülerin Barbara von Ployer komponiert hatte, doch die Hochbegabte führte es erst als 19Jährige und musikalisch reichlich Fortgeschrittene auf. Insofern wäre es ein Fehler, das Klavierkonzert als Schülerliteratur zu betrachten. Vom Text her, technisch wie musikalisch, bewältigte Milana Nosek die Materie mühelos, doch fehlt es ihr noch an Selbstsicherheit, ja selbst an rein physischer Kraft, dem Orchester einen adäquaten Gegenpart zu bieten. Keilhack nahm zwar das Orchester im Grunde schon unhaltbar weit zurück, doch die Durchschlagskraft der jungen Pianistin reichte auch dann noch nicht aus.
Gewiss, wenn man besser werden will, muss man sich höhere Ziele setzen. Die sollten aber auch im Rahmen der individuellen Belastbarkeit erreichbar sein. Nichts desto trotz schlug sich Milena Nosek für ihr Alter großartig, vermochte gar ihre Unsicherheiten und Textaussetzer überraschend beherrscht zu überspielen. Ihr edler Anschlag perlte wohlklingend, im langsamen Satz überzeugte die feinsinnige Differenzierung wie das frisch-muntere, geschmeidige Fließen im Schlusssatz, mit einem spritzigen Leggiero zum Leuchten gebracht. In ein bis zwei Jahren wäre das Gautinger Orchesterdebüt weit fulminanter ausgefallen und hätte dem preisgekrönten Teenager immer noch eine außerordentliche Frühbegabung attestiert.
Die Verhaltenheit in der Lautstärke der Pianistin wie die Verschlankung im Klavierkonzert forderte im Sinne eines konsistenten Programms auch in den Sinfonien von Mozart und Haydn entsprechende Zurückhaltung und Feingliedrigkeit. Zur Konzerteröffnung bot sich in den Rahmensätzen Mozarts Sinfonie Nr. 4 KV 19 – das Werk eines 9Jährigen – noch reichlich Straffheit und Verve an, um kraftvoll zu überzeugen. Anders hingegen im extrem ruhig, und feierlich ausgespielten langsamen Satz: Die reich changierende Farbigkeit wie auch die Licht-Schatten-Kontraste fielen zwar reichhaltig aus, doch wirkte alles etwas zaghaft und unentschlossen.
Ähnlich sollte es auch in den beiden spielfreudigen Sinfonien Haydns bleiben. Die schnellen und tänzerischen Sätze überzeugten mit lustvollem Zugriff, obgleich Keilhack auch dort schon zur Kontrastierung recht weite Rücknahmen wagte. Die, was den Text betrifft, doch vergleichbar recht leichte Materie nutzte er dafür, sie mit plötzlichen Wendungen und starken Charaktervarianten in den Ausprägungen und im Ausdruck reich auszudifferenzieren, dabei im Dirigat aber lässig und virtuos vorzugehen. Diese Leichtigkeit in der Verständigung tat der Musikalität gut, zumal vor allem die allererste Sinfonie des 25jährigen Haydn (D-Dur, Hob. I:1) einen mitreißenden Schwung an die Hand gab, mit einem galant tänzelnden langsamen Satz das Orchester auch weniger forderte. Die Beschwingtheit selbst der langsamen Sätze und Passagen half ebenso in der späten Sinfonie Nr. 91 (Es-Dur, Hob. I:91), die Sicherheit und Entschiedenheit zu steigern. Um die Intonation und Homogenität war es aber hier nicht zum Besten bestellt. Das Publikum ließ sich dennoch vom mitreißenden Schwung des Programms begeistern und zollte es mit begeistertem Applaus.
Pressestimmen 
Orchestervereinigung und Milana Nosek im Bosco

Sinfonien von Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn sind zwar nicht zu unterschätzen, doch im Vergleich zu den Werken späterer Epochen dieser Gattung noch eine relativ leichte Kost. Selbst für Amateure wie die Orchestervereinigung Gauting.

Für Dorian Keilhack am Pult bot dies eine Gelegenheit, den rein musikalischen Aspekt in seinem Dirigat zu fokussieren, es also einfach mal mit lockeren Zügeln laufen zu lassen in allen nötigen Ausprägungen. So erlebte das Publikum im Gautinger Kulturhaus Bosco einen recht lässig, virtuos und mit Elan agierenden Keilhack, zugleich aber auch stark durchgebildete Werke der beiden Komponisten mit all ihren Licht-Schatten-Kontrasten, ihren dramatischen oder auch melodisch schönen Wendungen, den plastisch geformten Übergängen und dem Wechsel zwischen Leichtigkeit und Schwere.

Der Gesamteindruck war daher auch von der daraus resultierender Musizierlust und der Spielfreude des Orchesters geprägt. Auch wenn die schwungvolle Beherztheit nicht immer ganz so einhellig und sauber intoniert daherkam.

Was homogen allerdings bestens funktionierte, das war die rhythmische Straffheit, das energisches Pointieren und das berüchtigte Tempohalten. Schon mal eine reiche Ausbeute für ein Amateurorchester mit begrenzter Vorbereitungszeit, das mit Mozarts Sinfonie Nr. 4 D-Dur und den Haydn-Sinfonien Nr. 1 D-Dur und Nr. 91 Es-Dur doch schon recht viel zu verinnerlichen hatte.

Zumal gewiss auch viel Arbeit in Mozarts Klavierkonzert Nr. 17 G-Dur geflossen ist. Die 13-jährige Milana Nosek hatte als Klaviersolistin offenbar schon die Mozart-Konzerte Nr. 12 und 8 an der Altenburger Musikakademie mit dem Vienna International Orchestra aufgeführt. Sie hat eine herausragende Spieltechnik und gestaltet überaus musikalisch in perlender Klangschönheit. Und die gebürtige Starnbergerin vermag es außerdem, vielfarbig zu changieren und anschlagstechnisch reich zu differenzieren.

Doch ihre physischen Kräfte reichten jedenfalls im Bosco nicht aus, ihren solistischen Part angemessen über den orchestralen Klangkörper zu erheben. Keilhack nahm das Orchester zwar extrem zurück, sodass schon die geringste Verdichtung und Intensivierung wie ausgeprägte Dramatik wirkte. Aber er konnte damit der jungen Pianistin immer noch nicht genügend Gehör verschaffen.

Allenfalls in den voluminöseren Passagen mit wogenden Arpeggien bekam ihr Spiel die nötige Fülle, um zumindest als Orchesterinstrument mithalten zu können. Solange noch die Routine fehlt, hängt Vieles von der Tagesverfassung ab. Wie auch immer: Milana Nosek war sich stellenweise ihrer Sache nicht sicher, mal von Textlücken abgesehen.

Aber das Klavierkonzert Nr. 17 ist auch kein simples Schülerkonzert. Mozarts hochbegabte Schülerin Barbara von Ployer, die das Werk in Auftrag gegeben hatte, spielte es erst im Alter von 19 Jahren, als Persönlichkeit gefestigt und natürlich mit reichlich Routine. Dennoch erntete Milana Nosek höchste Bewunderung beim Publikum. Gleiches galt für die Orchestervereinigung, die für ihren mitreißenden Vortrag begeisterten Applaus bekam.
13-Jährige brilliert im Bosco mit Mozarts anspruchsvollem Klavierkonzert in G-Dur

Der Pool begabter Nachwuchsmusiker im Würmtal ist offenbar unerschöpflich: Beim Frühlingskonzert des Vereins der Musikfreunde im Bosco begeisterte die erst 13-jährige Gautinger Gymnasiastin Milana Nosek. Einfühlsam geführt von Dirigent Dorian Keilhack bot die talentierte Jungstudentin der Münchner Hochschul-Professorin Silke Avenhaus mit der Orchestervereinigung Gauting das anspruchsvolle Mozart-Klavier-Konzert in G-Dur mit zarter Grandezza.

Verstärkt von zwei Oboen und Hörnern, erklingt die übermütige Fanfare zum Konzert-Auftakt heiter, beschwingt. Dirigent Keilhack lässt das Allegro mit seiner Orchestervereinigung musikalisch grandios erstrahlen. Nach dem getragenen, schwelgerisch interpretierten Andante mündet die Komposition ins flott dahinjagende Presto. Freudiger Applaus erfüllt den Bosco-Saal.

Es ist mucksmäuschenstill, als der Dirigent mit der zierlichen Milana Nosek erneut die Bühne betritt. Mit dem durch Profibläser verstärkten Orchester erklingt Mozarts bekanntes Klavierkonzert G-Dur. Seiner begabten Schülerin Barbara hatte der Komponist das technisch und musikalisch anspruchsvolle Werk gewidmet. Milana Nosek nimmt die große Herausforderung Mozarts an. Unter ihren geübten Fingern perlen die schwierigen, aber spielerisch klingenden Läufe des Allegros nur so dahin – im perfekten Dialog mit dem Orchester. Die 13-jährige Schülerin spielt auswendig, mit bewundernswert elegant-leichtem Anschlag. Im zweiten Satz, dem Andante, sind wunderbare Holzbläser-Soli zu hören. Die vom Orchester aufgebaute Spannung führt die zarte Pianistin berührend weiter – bis zum finalen Triller. Mit ihrem technisch ausgefeilten Anschlag bietet die junge Pianistin das heiter-turbulente Allegretto spielerisch – und mit beachtlichem Tempo. Mit Blumen, begeistertem Beifall und einzelnen Bravorufen danken die Gautinger dem neu entdeckten Ausnahmetalent.

„Mit Humor, sehr viel Spielfreude und Witz“ habe Joseph Haydn seine Sinfonien geschrieben, verrät Dirigent Keilhack an seinem Pult. Im zweiten Programmteil bietet die Orchestervereinigung, verstärkt mit Hörnern und Oboen, die kontrastreich komponierte frühe Haydn-Sinfonie in D-Dur. Dynamische Kontraste mit rhythmischem Drängen entlockt Keilhack dem Ensemble im Presto. Das besinnliche Andante mündet in den mit Spielfreude gebotenen Schlusssatz im Dreiachteltakt.

Mit der späteren Haydn-Sinfonie in Es-Dur überzeugt die Orchestervereinigung abermals. Ergänzt mit Flöte, zwei Oboen, zwei Fagotten und zwei Hörern vermittelt der Dirigent die Lebendigkeit des Largo-Allegro assai perfekt – bis hin zu den reichen Trillerketten des Andante. Nach dem reich komponierten, finalen Vivace-Satz mit den schelmisch interpretierten Achtelläufen bleibt kein Winsch mehr offen. Aufs nächste Konzert am 7. Juli darf man gespannt sein. Solistin Alma Vivienne Keilhack, Tochter des Dirigenten, spielt das Violinkonzert g-Moll von Max Bruch.