Veranstaltungsinfo

Do, 07.11.2019 bis Sa, 09.11.2019
18.00 Uhr
Ausstellung
Eintritt frei*
* Während der Öffnungszeiten kann die Ausstellung besichtigt werden.

P-Seminar Kunst des Otto-von-Taube-Gymnasiums: Erinnern und Vergessen

Ausstellung des P-Seminars Kunst des Otto-von-Taube-Gymnasiums zum Thema „Erinnern und Vergessen“ im boschetto
Erinnern und Vergessen sind abstrakte Prozesse, die sich einer direkten Beschreibung entziehen. Wer darüber sprechen will, braucht Metaphern.
Die zehn Schülerinnen und Schüler des P-Seminars Kunst lernten verschiedene Strategien von Künstlerinnen und Künstlern kennen, die sich mit der Thematik des Erinnerns und Vergessens, mit Begriffen wie zum Beispiel Mythos, Denkmal oder Reflexion beschäftigen. Anschließend fertigten sie ihr eigenes Werk im Stile eines ausgewählten Kunstvertreters. Die persönlichen Erlebnisse und eigenen Wahrnehmungen spielten dabei eine elementare Rolle. Das Ergebnis dieser Auseinandersetzungen stellt eine abwechslungsreiche Ausstellung mit Arbeiten aus den unterschiedlichen Bereichen Zeichnung, Malerei, Fotografie, Film, Objekt und Installation dar.
 
Veranstalter: 
P-Seminar Kunst des Otto-von-Taube-Gymnasiums
Pressestimmen 
P-Seminar Kunst stellt Arbeiten aus

„Erinnern und Vergessen“ – zehn Gymnasiasten des P-Seminars Kunst am Otto-von-Taube-Gymnasium Gauting haben unter diesem Titel einen ganz persönlichen Blick auf ihre eigene Erinnerungskultur geworfen. Es entstanden beeindruckende Kunstwerke, die ein Wochenende lang im kleinen Saal des Bosco zu sehen waren.

Mit „Erinnern und Vergessen“ hatte Kunstlehrerin Svantje Munzert offenbar das richtige Thema gesetzt – auch beim Publikum der Austellung. Gesteckt voll war das Gautinger „boschetto“ bei der Vernissage. „Jeder Mensch hat seine eigene Vorstellung, sein eigenes aktives Erinnern“, erklärte Svantje Munzert bei der Eröffnung. Aufgabe des Historikers sei es, die Kultur des Vergessens zu entlarven. Aber die Aufgabe des Künstlers sei es, Orte, Gegenstände, Gerüche oder Geschmecktes mit authentischem Material als Spuren für die Nachwelt zu sichern.

Inspiriert von großen Vorbildern haben die P-SeminaristInnen ihre eigenen Kunst-Werke kreiert. Einige Beispiele: Carlotta Linke ist mit ihrer Kamera in die Privatsphäre von Personen eingedrungen. Nach dem Vorbild der Künstlerin Sophie Calle verbindet die Gautingerin Text mit Fotografie. Durch lange Belichtungszeiten sollen sich die gezeigten Personen im Alter von 50 und 60 Jahren an Erlebtes aktiv erinnern, erklärte Carlotta Linke.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Josephine Zacher, die Tochter der Gautinger Malerin Rosi Zacher, ließ sich von der polnischen Performance-Künstlerin Justyna Koeke inspiriert – und von ihren eigenen Kinderzeichnungen. Mit einer riesigen Stoffpuppe mit goldglänzenden Flügeln vermittelt Josephine ihren Kindheitstraum vom Fliegen.

Mit einer Kleiderbügel-Installation vom ersten Strampler bis zum glitzernden Silber-Top am ersten Ausgehabend als Jugendliche erinnert Lara Scholz an ihre durchlebte Zeitspanne – mit dem Hinweis „Fortsetzung folgt.“

Sanft bewegt ein Ventilator die bunten Seidentücher: Schals ihrer verstorbenen Großmutter haben Nike Zapp zu ihrer Installation angeregt.

Ein Höhepunkt in der Ausstellung des P-Seminars: In den fantastischen Werken von Christopher Mai begegnet der Betrachter Arnulf Rainer. Wie der bekannte Wiener Künstler hat auch Mai seine wahnsinnigen Selbstportraits übermalt. Unter dem Titel „Krieg“ hat sich der junge Künstler gezeichnet – mit Augenbinde. Ein Symbol dafür, wie die Gesellschaft vor begangenen Verbrechen die Augen verschließt, erklärte Mai.