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Veranstaltungsinfo

Fr, 12.01.2024
20.00 Uhr
Heimspiel

22,00 / 12,00

Regulär / bis 25 Jahre

Susanne Karl Jazz Quartett feat. Sunk Pöschl: Jazz-Heimspiel

Susanne Karls melodischer Jazzgesang besticht mit warmer Farbigkeit und sucht den unmittelbaren Zugang zum Publikum. 

Der Humor und die persönliche Atmosphäre, die ihren Auftritten eine ganz besondere Note verleihen, profitieren auch von der Virtuosität ihrer renommierten Musiker. "Sentimental, absolut ehrlich und einfach wohltuend", urteilt die Presse. Seit vielen Jahren ist die Sängerin fester Bestandteil der Münchner Musikszene (Letzte CD "Still Crazy"). 

GEORG ALKOFER (Gitarre), ein begnadeter Multi-Instrumentalist, arbeitete nach seinem Studium am Richard-Strauss-Konservatorium mit internationalen Musikern wie Herbie Hancock, Paco di Lucia und Joss Stone zusammen und schrieb nicht nur Eigenkompositionen, sondern auch Filmmusik.  RUDI SCHIESSL (Kontrabass) und ERICH LUTZ (Saxophon) begleiten Karl seit vielen Jahren mit ihrem einfühlsamen Spiel. Als besonderes Highlight ergänzt an diesem Abend SUNK PÖSCHL, genialer Improvisationsmusiker und Urgestein der deutschen Jazz-Szene, am Schlagzeug das Quartett. Wanja  Slavin und Andi Lutter sind nur zwei Beispiele für Musiker, mit denen Pöschl musikalisch zusammenarbeitete. 

Swing, Balladen, musikalische Ausflüge in andere Musikrichtungen, Eigenkompositionen und spontane Überraschungsmomente sollen diesen Abend für das Publikum zum Erlebnis werden lassen.

SUSANNE KARL, Gesang
GEORG ALKOFER, Gitarre
ERICH LUTZ, Saxophon
RUDI SCHIESSL, Kontrabass
SUNK PÖSCHL, Schlagzeug

Nach(t)kritik
Unter Freunden
Nach(t)kritik von Paul Schäufele

Dass der Abend so intim und harmonisch verläuft, liegt nicht nur an der gelösten Atmosphäre, die sich rasch an diesem Ort einstellt, im pink illuminierten Foyer des Bosco, in dem dieses Konzert stattfindet. Es liegt auch nicht an Weißwein und Aperol Spritz, obwohl das natürlich immer ein relevanter Faktor ist. Es liegt an der Sängerin selbst. Susanne Karl nimmt uns an der Hand auf einem Spaziergang durchs American Song Book, durch Klassiker des Pop und Jazzstandards, nostalgisch und heiter, feurig und charmant zurückhaltend. Unterstützung bekommt sie dabei von einer handverlesenen Combo.

Wenn in Van Morrisons „Moondance“ nach einem melancholischen Kontrabass-Solo von Rudi Schießl sich schließlich Susanne Karls Stimme dazu begibt, ist das, als trete sie langsam hinter einem schwarzen Vorhang hervor. Kupfern schimmernd, klangschön und nie grell umfängt ihr Klang das Publikum in den voll besetzten Reihen. Diese Stimme, zart und dabei prägnant, ist geradezu ideal für einen sensiblen Rocksong wie Bob Dylans „Make You Feel My Love“, der auch ein Thema des Abends umreißt. Heute geht es ums Zwischenmenschliche und um die Probleme, die gelegentlich dann auftauchen, wenn zwei Menschen aufeinandertreffen. Doch wenn man die Gautingerin, engagiert begleitet von ihrem Quartett „I could offer you a warm embrace“ (Ich könnte dich wärmend in die Arme nehmen) singen hört, ist das reiner Trost.

Dabei meinte Susanne Karl noch vor dem Stück, dass sie ein wenig aufgeregt sei. „Die Stücke sind deshalb a bissl schneller als sonst“, sagte sie. Und ja, in manchen Momenten ist die Aufgeregtheit nicht zu verbergen. Da klingt es vorbereitet, brav, kontrolliert, bisweilen starr. An George Shearings Jazz-Klassiker „Lullaby of Birdland“ vermisst man das Sinnliche, den doppelten Boden, der im Text mitschwingt. Hier gilt es, sich frei zu machen, auch um die melodischen Sprünge selbstbewusst ausfüllen zu können.

„Was George Shearing und Paul Simon können, können wir auch“, kündigt Susanne Karl an. Gelöster interpretieren sie und ihre Freunde sodann Eigenkompositionen, so die Ballade mit dem assoziationsreichen Titel „Cold Spell“. Die Sängerin hat den Song geschrieben, als sie nach einem Rendezvous nicht zurückgerufen wurde. „Ich weiß, das ist kaum vorstellbar“, sagt sie ironisch lächelnd. Mit der persönlichen Nähe, die Karl als sympathische Conférencière und als Musikerin herstellt sowie mit dem gelassenen Swing des Stücks nimmt sie das Publikum für sich ein. Denn was zumal im ersten Set des Abends fehlte, macht Susanne Karl durch nahbare Bühnenpräsenz und Humor wett – man versteht sich, fühlt sich angesprochen, wie unter Freunden.

Einmal eingespielt, bringt es das Ensemble auch zu feurigem Temperament etwa in Marc Cohns „Walking in Memphis“, angefacht durch Erich Lutz’ phantasievolles Saxophon-Solo. Oder durch das Stück des stets exzellenten Gitarristen Georg Alkofer, das er an diesem Abend mitgebracht hat. „Corazón d’esperanza“ heißt es, ist eine vitale, energiegeladene Samba und markiert einen der Höhepunkte des Abends: Denn wenn Sunk Pöschl – als Urgestein der Münchner Jazzszene eine Klasse für sich – zum Solo ansetzt, ist das aus dem Moment geborene, belebende Kunst. Pöschl trifft ins Schwarze.

Mit einem von Susanne Karl zärtlich gehauchten „Fly Me to the Moon“ hat der Abend begonnen. Nach ein paar Songs ist man gerne dazu bereit. Mit Susanne Karl und ihren Freunden möchte man auf den Mond fliegen, spaßig würde es allemal und an angenehmer, entspannter Musik wäre kein Mangel.

Galerie
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Fr, 12.01.2024 | © Werner Gruban - Theaterforum Gauting e.V.