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Veranstaltungsinfo

So, 18.10.2020
17.00 Uhr
Tee bei Sabine

Eintritt frei *
* Restkarten ab 16:15 an der Kasse erhältlich
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Veranstalter: Theaterforum Gauting e.V.

Tee mit Sabine: Sabine Zaplin, Autorin und Kulturjournalistin

Beim allerletzten Teegespräch ist Sabine Zaplin selbst zu Gast.
Tee mit Sabine anstatt Tee bei Sabine.

Über 57 lockere Gespräche hat Sabine Zaplin seit 2009 in der bar rosso des bosco geführt mit Menschen aus der regionalen Kulturszene und darüber hinaus – Junge und Ältere, bekannte Persönlichkeiten und Newcomer. Und jetzt ist Schluss! Der letzte Gast ist sie selbst, und Theaterforumsgründer Hans-Georg Krause wird mit ihr u.a. über ihre Erfahrungen als Gastgeberin sprechen, über ihre Arbeit als Kulturjournalistin und ihre Mühen und Freuden als Buchautorin.

Moderation
HANS-GEORG KRAUSE, Gründer Theaterforum Gauting e.V.
Zu Gast
SABINE ZAPLIN, Autorin und Kulturjournalistin

Die letzte reguläre Ausgabe von „Tee bei Sabine“ mit dem Gautinger Musiker Rüdiger Sinn wurde coronabedingt als Aufzeichnung realisiert. Eine schöne Erinnerung an das beliebte Format:


 

Pressestimmen
Vom Duett zum Quartett
Pressestimme von Christine Cless-Wesle
Erschienen in:   Starnberger Merkur

Sabine Zaplin beendet Reihe „Tee bei Sabine“ und plaudert zum Schluss mit Hans-Georg Krause

Zum letzten „Tee bei Sabine“ strömten am Sonntagnachmittag mehr als 100 Gautinger in den coronabedingt locker bestuhlten Bosco-Saal. Im Gespräch mit Hans-Georg Krause, dem Gründer des Gautinger Theaterforums, erläuterte Kulturjournalistin Sabine Zaplin ihren Werdegang als Regie-Assistentin, Bosco-Nachtkritikerin, Roman-Autorin und Moderatorin der beliebten Gesprächsreihe mit Gautinger Kulturschaffenden.

Nach fast zehn Jahren führte ausnahmsweise Krause das letzte „Tee“-Gespräch. In alter Tradition hatte die Kulturjournalistin ihr eigenes Geschirr mitgebracht: Zur Konfirmation habe sie sich diese Teekanne gewünscht und sei schon zehnmal mit ihr umgezogen. Ursprünglich brannte Sabine Zaplin fürs Theater: Nach dem Abitur arbeitete die Bielefelderin deshalb als Regie-Assistentin an der Städtischen Bühne Hagen. „Ich habe da zwar viel gelernt, bezahlt wurde ich aber wie eine Praktikantin mit Jahresverträgen.“ Sie verabschiedete sich deshalb von ihrem Theater-Traum und studierte vergleichende Literaturwissenschaften und Anglistik: „Ich lese gerne Geschichten und habe schon als Kind alles in mich reingefressen“, so die 56-Jährige. „Am Schreiben habe ich große Freude“. In ihrer Tätigkeit als Journalistin lernte sie den Gautinger Krause kennen, den damaligen Leiter des Bosco.

Nach dem Studium baute sich die Wahl-Gautingerin beim Bayerischen Rundfunk ein zweites Standbein auf: Sabine Zaplin ist regelmäßig auf „B5 aktuell“ mit Empfehlungen zu Neuerscheinungen zu hören. „Wir machen da keine Verrisse“, betont die Autorin der Romane „Adabeis und andere“, der „Königskinder“ und „Engelsalm“. Sabine Zaplins jüngster Roman „Alle auf Anfang“ über einen 16-jährigen Internet-Junkie ist 2011 erschienen.

Und der Tee? Aufhänger war damals das Gautinger Schlosscafé, das wegen Kündigung des Mietvertrags schließen musste – unter Protest der Bürgerinitiative „Rettet das Schlosscafé“. Kulturjournalistin Sabine Zaplin gründete deshalb vor fast zehn Jahren mit Krause die Reihe „Tee bei Sabine“ nach dem Einladungsmotto ihrer ostwestfälischen Heimat: „Komm’ nach dem Mittagessen, dann bist Du zum Abendessen schon wieder zu Hause“. Zaplin: „Mein erster Gast war die Gautinger Künstlerin Rosemarie Zacher – und wir waren irre aufgeregt, ob sich jemand dafür interessiert.“ Doch nach 57 Teegesprächen sei’s auch gut, findet die Journalistin – und arbeitet schon an ihrem nächsten Projekt: Mit ihrer Kollegin Tanja Weber bringt sie eine Art „Literarisches Quartett“ auf die Bosco-Bühne. Der virtuelle Appetitanreger, der auf das neue Format „Boox“ Lust machen soll, steht bereits auf der Bosco-Homepage. Am 31. Januar wird Hans-Georg Krause den Kulturreferenten des Gemeinderats, Stefan Berchtold, dem Publikum vorstellen. Dann schließt sich der Kreis. Denn Jazz-Musiker Berchtold betrieb einst mit Kulturmanagerin Jane Höchstetter das Schlosscafé´, also den Auslöser für „Tee bei Sabine.“

Nach(t)kritik
Finales Teegespräch
Nach(t)kritik von Christine Cless-Wesle

Lebendig und sehr persönlich war dieses letzte Gespräch in der Reihe „Tee bei Sabine.“ Wegen Corona-Abständen ging der finale Talk am Sonntag mit mindestens 100 Besuchern ausnahmsweise als „Tee mit Sabine“ im absolut ausgebuchten großen bosco-Saal über die Bühne. Im Scheinwerferlicht interviewte Hans-Georg Krause, der Gründer des Theaterforums, die Moderatorin Sabine Zaplin. Die Gautinger Kulturjournalistin erzählte offen über ihr Leben als Regieassistentin, Autorin – und  übers Lampenfieber beim Premieren-Teegespräch mit der Gautinger Künstlerin Rosemarie Zacher.

„Ich habe das Gefühl, Eulen nach Athen zu tragen“, sagt Hans-Georg Krause zum Auftakt dieses 57. Tee-Gesprächs im bosco.

Denn welcher Kultur beflissene Mensch in Gauting kennt nicht Sabine Zaplin? In erprobter Gesprächs-Tradition hatte die Moderatorin ihre eigene Teekanne mitgebracht: Seit  ihrer Konfirmation mit 14 Jahren sei dieses Keramikgeschirr in ihrem Besitz – und „mindestens zehn Mal mit mir umgezogen“, erzählt die verheiratete Mutter von zwei erwachsenen Kindern.

In dialektfreiem Hochdeutsch formuliert die gebürtige Ostwestfalin vorn auf der Bühne ihre Sätze.

Locker erzählt die in Bielefeld aufgewachsene Gautingerin im Dialog mit Hans-Georg Krause,  wie sie eigentlich zunächst fürs Theater brannte. „Ich war gerade zehn und ein sehr  schüchternes Kind“, so Sabine Zaplin. Trotzdem habe sie sich als Fünftklässlerin getraut, nach einer Premiere den Deutschlehrer anzusprechen – und sich für die Theater-AG zu bewerben. „Seither bin ich von Theater besessen“, erzählt Sabine Zaplin von Besuchen an den Schauspielhäusern Bochum, Köln.

Nach dem Abitur versuchte es die 19Jährige mit Bewerbungen als Schauspielschülerin – unter anderem an der renommierten  Folkwang-Schule Essen. Doch es wurde dann doch ein Semester Theaterwissenschaft in der Provinz Erlangen.

Als Regieassistentin an der Städtischen Bühne Hagen „habe ich viel gelernt“, bezahlt wurde sie aber als Praktikantin mit Jahresverträgen.

Sabine Zaplin verabschiedete  sich deshalb von ihren Theater- Träumen, studierte in München Literaturwissenschaft, denn: „Schon als Kind habe ich gerne Geschichten gelesen und Schreiben macht mir große Freude.“

Damals in den 1990er-Jahren entdeckte die junge Autorin in der SZ Starnberg eine Anzeige „Schreiber gesucht.“  Parallel zum Studium „ging ich auf Termine und schrieb für die Süddeutsche.“

Aus dieser Zeit kannte Sabine Zaplin auch Hans-Georg Krause, den „Macher“ des Gautinger bosco und Gründer des Theaterforums.

Nach dem Studium baute sich Sabine Zaplin eine zweites Standbein auf, absolvierte eine Hospitanz beim Bayerischen Rundfunk: Die Gautinger*innnen kennen ihre  kompetente Besprechungen „Neues vom Buchmarkt“ auf B 5 aktuell.

Doch die Aufträge der freien Kulturjournalistin bei der SZ „wurden deutlich weniger“, erinnert Hans-Georg Krause.

Da habe er mit Sabine Zaplin  einfach das neue Format „Nach(t)kritiken“ erfunden. Die schon am Abend und inzwischen am nächsten Morgen im Netz steht.

„Ich war darüber glücklich“, sagt die Kulturjournalistin zu Krause, aber: „Ich habe Dich manchmal dafür verflucht, dass ich noch nachts um zehn Uhr eine Schicht einlegen musste.“

Als dann das Gautinger „Schlosscafé“ mit Kulturveranstaltungen von Jane Höchstetter und Stefan Berchtold schließen musste, entwickelten Hans-Georg Krause und die Journalistin die „naheliegende Idee“ zum sonntäglichen Teegespräch mit Kulturschaffenden aus Gauting,

„Beim ersten Teegespräch mit Künstlerin Rosemarie Zacher waren wir irre aufgeregt“, gesteht die Moderatorin.  

Der „lockerste“ Dialog lief mit Matthias Helwig. Der Cineast, Inhaber des Gautinger „Breitwand“-Kinos und Gründer des „Fünf-Seen-Filmfestivals“,  habe nach ihrer ersten Frage gleich weiter geredet nach den Worten „Du wolltest doch sicher fragen, dass…“  Das „war für mich vollkommen entspannt.“

Doch nach 57 Mal Teegespräch „waren alle da gewesen“, erläutert Sabine Zaplin den Grund fürs Finale.

„Eigentlich war das frech“, findet der Gautinger Hans-Georg Krause im Rückblick. Denn nach gerade mal vier Jahren „hier in der Region“ publizierte die Bielefelderin  1998 ihrer erstes Buch „Adabeis und andere Spezln.“

Ja, das sei in der Tat frech, bestätigt die Autorin lachend. Denn ein „Zuagroaßter“ werde erst nach 30 Jahren ein echter Münchner. Doch sie habe ja einen Ehemann, der gebürtiger Münchner ist – und den Text  redigierte, „damit ich keinen Schmarr`n schreibe.“

Es folgte Sabine Zaplins Roman „Königskinder“ über die „Guglmänner“, die treuen Anhänger von König Ludwig.  

Nach intensiven Gesprächen mit dem Holocaust-Überlebenden Solly Ganor in Israel übersetzte die Literatin dessen tief berührende Geschichte „Das andere Leben“ ins Deutsche. „Ich habe mich durch Leichenberge gewühlt. Denn die Geschichte von diesem lebensfrohen Mann hat mich sehr berührt: Ich möchte, dass viele Menschen sein Buch lesen“, sagt Sabine Zaplin.

Wie sie all diese Aktivitäten neben zwei Kindern gepackt hat? , fragt Hans-Georg Kruase die jetzige Präsidentin des Zonta-Clubs München II. „Mit Disziplin“, sagt Sabine Zaplin unter Applaus.

Ihr nächstes Projekt steht schon: Zusammen mit ihrer Gautinger Kollegin Tanja Weber bringt die Autorin eine Art „Literarisches Quartett“ auf die bosco-Bühne, verrät Hans-Georg Krause. Ein kleiner Film fürs neue Format „Boox“ steht als „Teazer“ bereits auf der virtuellen bosco-Home-Page.

Und am 31. Januar wird der Gemeinderats-Kultur-Referent Stefan Berchtold dem Publikum vorgestellt, blickt Krause voraus – mit den Worten: „Bleiben Sie bis dahin gesund!“    

Galerie
Bilder der Veranstaltung
Sa., 17.10.2020 | © Werner Gruban - Theaterforum Gauting e.V.