Veranstaltungsinfo

So, 07.07.2019
19.00 Uhr
Klassik
Musik
20,00 / 15,00 / 5,00 €

Verein der Musikfreunde Gauting e.V.: 2. Sinfoniekonzert - Sommerkonzert

Das 2. Sinfoniekonzert ist ganz der Romantik gewidmet!
Der Übergang der Wiener Klassik zur Romantik erlebt man u.a. in der Musik Ludwig van Beethovens. Der Konzertabend beginnt mit der 1807 von ihm komponierten Ouvertüre zu Coriolan, einem Werk der Frühromantik.
Der ganz in Tradition seines Freundes Johannes Brahms stehende Komponist und Dirigent Max Bruch komponierte 1868 das folgende Violinkonzert in g-moll, das die erst 13-jährige Solistin Alma Vivienne Keilhack spielen wird.
Der von Max Bruch sehr geschätzte Felix Mendelssohn Bartholdy ist der Schöpfer des letzten Werkes des Abends: der 4. Sinfonie, der „Italienischen“, die nach Eindrücken seiner Italien Reise 1833 (1834 rev.) entstand. Seiner Schwester Fanny kündigte der Komponist die Sinfonie mit folgenden Worten an:“…das lustigste Stück, das ich je gemacht habe…“.

Programm:
Ludwig van Beethoven                                 Ouvertüre zu „Corolian“ c-moll op. 62
Max Bruch                                                     Violinkonzert Nr. 1 g-moll op. 26
Felix Mendelssohn Bartholdy                       Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 „Italienische“
 
 
Solistin:        Alma Vivienne Keilhack – Violine
Orchestervereinigung Gauting
Leitung:        Dorian Keilhack
 
Veranstalter: 
Verein der Musikfreunde Gauting e.V
Nach(t)kritik 
Es muss nicht unbedingt leichter sein, ein Violinkonzert zu spielen, wenn der eigene Vater am Pult steht, auch wenn bekanntlich Vater-Tochter-Beziehungen eine besondere Intensität haben können. Die Verständigung zwischen Dorian Keilhack und Alma Vivienne, die mit ihren 13 Jahren an der Musikhochschule Würzburg bereits das Pre College absolviert, klappte mühelos, und Alma schöpfte auch sichtlich immer wieder Sicherheit daraus. Die Souveränität verließ sie aber manchmal, was ganz sicher nicht an ihrem instrumentalen Können lag. Als frisch gekürte Bundessiegerin bei Jugend Musiziert in ihrer Altersklasse zeigte sie erst vor wenigen Wochen, über welche herausragenden Qualitäten sie verfügt. Und auch in der solistischen Bach-Zugabe überzeugte die junge Geigerin mit höchster Konzentration und Selbstbeherrschung. Aber eine gewisse Restnervosität kann durchaus schon mal üble Streiche spielen. Doch Alma ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und meisterte das Bruch-Konzert g-Moll op. 26 mit klarem Ausdruck und großer Musikalität.
Besonders schwere und knifflige Sätze bzw. Passagen übt und probt man in der Regel viel intensiver. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sowohl Alma Vivienne Keilack als auch die Orchestervereinigung Gauting hier gerade dann zu Hochform aufliefen, wenn der Schwierigkeitsgrad eigentlich Schwachstellen erwarten ließe. So gemeinsam vorgeführt in Bruchs Finalsatz mit seinem bravourös-virtuosen Beginn. Die Orchestervereinigung bestach mit Straffheit und Substanzfülle, die Alma bisweilen einen resoluten Strich abverlangten, den sie dann mit viel Fingerspitzengefühl gegen jegliche Banalität erfolgreich verteidigte. Herausragend fiel vor allem die Schlüssigkeit im gemeinsamen Aufbau aus, der seine fesselnde Dramaturgie auch im lyrischen Teil klar offenbarte. Nachdem Alma im Adagio schon empfindsame Zartheit vorgeführt hatte, ging es nun um Leidenschaft im weitschweifenden Gesang. Mit dieser emotionalen Ausprägung formten Orchester wie Alma behutsam und allmählich eine fulminante Schlussinszenierung. Besonders souverän meisterte Alma auch die Mehrstimmigkeit im Kopfsatz, während das Orchester dazu reiche Farbigkeit austarierte.
Es war wieder einmal eines dieser Konzerte, in dem das Orchester einen ordentlichen Satz nach vorne tat. Im Grunde war dies schon im hochdramatischen Einstieg mit der Ouvertüre zu „Coriolan“ c-Moll op. 62 von Beethoven klar. Das mitdenken der Pausen zwischen den Akkorddonnern, die starken Kontraste zwischen diesem energischen Drängen und der geschmeidigen Melodik sowie der effektive Spannungsaufbau lieferten schließlich beste Voraussetzungen, einen geheimnisvoll verschatteten Schluss hinzubekommen, der enorm viel Atmosphäre vermittelte und schon von höheren Weihen zeugte.
An diese Qualitäten knüpfte das Orchester mit der „italienischen“ Sinfonie A-Dur op. 90 von Mendelssohn wieder an und eröffnete sie munter und frisch in schwungvoller Straffheit. Der Kontrast zwischen forscher Strenge und geschmeidiger Lyrik übte schon eine starke Wirkung aus. Klangschön austarierte, vor allem im Andante, bewies das Orchester Gespür für kollektive Ausdrucksformung, auch wenn sich im dritten Satz eine gewisse Ermüdung in der Homogenität zeigen sollte. Aber Dorian Keilhack am Pult weiß es allzu genau: Wenn der Schlusssatz erstklassig kommt, ist alles gut. Der mit „Saltarello. Presto“ überschriebene Satz ist zwar schwer zu nehmen, doch das Orchester zeigte sich bestens vorbereitet, ein großes Finale zu liefern. Mit spritziger Leichtigkeit und schlanker Linien bot die Gautinger Orchestervereinigung hier ein Meisterstück ab. Die Rhythmisierung wie auch die rasanten Streicherläufe kamen absolut präzis, fügten sich auch nahtlos in den dramaturgischen Aufbau, der für eine überzeugende Homogenität sorgte. Die stets frenetischen Ovationen waren nicht nur verdient, sondern auch hart erarbeitet.
Pressestimmen 
Alma Vivienne Keilhack spielt mit der Orchestervereinigung Gauting im Bosco

Nachdem im Frühjahrskonzert der Musikfreunde Gauting die 13-jährige Milana Nosek als Solistin in einem Mozart- Klavierkonzert aufgetreten war, stand nun im Sommerkonzert im Bosco die Violine im Mittelpunkt. Dorian Keilhack am Pult der Orchestervereinigung Gauting, hatte dafür seine ebenfalls 13-jährige Tochter Alma Vivienne, derzeit am Pre College der Musikhochschule Würzburg betreut, unter seine Fittiche genommen. Auf dem Programm eines der populärsten Violinkonzerte: Max Bruchs g-Moll-Konzert op. 26. Die Beliebtheit des Werkes hat seine Gründe. Es bietet den Solisten eine außergewöhnliche gestalterische Bandbreite. Für Alma ein weites Feld, ihre Fähigkeiten am Instrument zu demonstrieren, was allerdings zugleich die Schwierigkeit mit sich brachte, diese Vielfalt unter einen großen Bogen zu kriegen, damit der schlüssige Aufbau offenbart wird. Das gelang Dorian Keilhack überzeugend, da die Orchestervereinigung Gauting wieder mal ein gutes Stück über sich hinauswuchs, was Straffheit, Präzision und Homogenität anging. Das hatte das Orchester schon zu Beginn mit Beethovens Ouvertüre zu "Coriolan" c-Moll op. 62 mit einer souveränen Kontrastierung zwischen kraftvoller Dramatik und geschmeidiger Melodik vorgeführt. Die Höchstleistung zeigte sich im Ausdruck, explizit im geheimnisvoll verdunkelten Schluss, der eine ausgeprägte Atmosphäre ausbreitete und eine magische Spannung im Raum zurückließ.

Alma war bisweilen stark gefordert, ihre Violinstimme über die Fülle des homogenen Orchesters empor zu heben. Wenn sie mit großem, elegischen Ton zu Höhenflügen aufbrach, fühlte sie sich sichtlich wohl. Dennoch war ihre Sensibilität immer spürbar, zudem mit einem berührend empfindsamen Adagio auch zu hören. Bisweilen schien sie schon im Kopfsatz vor ihrer eigenen Virtuosität zu erschrecken, dann wankte ihre Sicherheit, damit ihre Intonation und Geläufigkeit. Obgleich Alma vor wenigen Wochen in ihrer Altersgruppe auf Bundesebene den Wettbewerb Jugend Musiziert gewann, ist die Herausforderung, souverän vor ein Orchester zu treten, noch ein paar Nummern größer. Aber sie behielt die Nerven, fand immer wieder zu ihrer Selbstbeherrschung zurück, was wiederum ihr Selbstvertrauen sichtlich stärkte.

Im Finale stimmte dann einfach alles, sowohl bei Alma Vivienne wie beim Orchester. Mit einer packenden Dramaturgie schmetterte Alma Bravourös das Thema, erschreckte auch nicht vor den virtuosen Passagen, entwickelte gar ein feuriges Temperament, das sie im lyrischen Abschnitt in Leidenschaft umzumünzen verstand. Mit dem straffen und substanzvollen Orchester gelang so ein fulminantes Finale. Das begeisterte Publikum bekam noch einen geistvollen Bach-Satz für Violine solo als Zugabe.

Auf diese Weise freigespielt, konnte die Orchestervereinigung in der "italienischen" Sinfonie A-Dur op. 90 von Mendelssohn noch einmal alle Register ziehen. Keilhack tat gut daran, zwischendurch die Zügel locker zu lassen, um dann in den rhythmisierten Passagen mit strenger Stabführung Straffheit und Präzision abzurufen. Auch wenn das fließende Wogen der Streicher im dritten Satz etwas aus der Homogenität geriet, zeigte sich das Orchester sonst einhellig in der Gestaltung der dramaturgischen Verläufe. Das sollte im Schlusssatz mit dem Saltarello-Tanz ein Superlativ werden. Trotz spritziger Leichtigkeit und schlanker Linie bereitete das Orchester mit Bravour ein eindrucksvolles Finale aus einem Guss. Das Publikum applaudierte frenetisch.
Orchestervereinigung Gauting überzeugt mit Konzert im Bosco

Die Orchestervereinigung der Musikfreunde Gauting hat am Sonntagabend im ausgebuchten Bosco-Saal abermals eine musikalische Sternstunde geboten. Unter dem Dirigat ihres Vaters Dorian Keilhack spielte die erst 13-jährige Jugend-musiziert-Preisträgerin Alma Vivienne das anspruchsvolle Violinkonzert g-Moll von Max Bruch. Höhepunkt war die vom Orchester beschwingt intonierte „Italienische“ Sinfonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Für blutjunge Solistinnen ist das eine große Herausforderung. Obwohl erst 13 Jahre alt, beeindruckte Alma Vivienne Keilhack als Solistin des Bruch-Konzertes. Unterstützt wurde die Preisträgerin von Jugend musiziert durch ihren Vater Dorian Keilhack, der seiner talentierten Tochter präzise die Einsätze vorgab. Innig intonierte die junge Violinistin, die schon mit drei Jahren bei ihrer Mutter Geige lernte, das berührende Adagio. Nach dem effektvollen, temporeich hingelegten finalen Allegro energico brandeten Beifall und Bravo-Rufe durch den Saal. Dass Alma Keilhack im Spiel mit dem großen Orchester auch etwas Unsicherheit vermittelte, verzieh ihr das Publikum sofort: Sie intonierte eine Bach-Partita als Solo-Zugabe virtuos.

Die Glanzleistungen entlockte Dorian Keilhack seinem Orchester. Absoluter Höhepunkt war die die „Italienische“ Sinfonie. Felix Mendelssohn-Bartholdy hatte dieses schwungvolle Werk während einer Bildungsreise auf Goethes Spuren in Italien komponiert. Aus einem Guss eröffnete das mit Profi-Bläsern verstärkte Orchester den lebhaften Kopfsatz. Mit dem Puls zart getupfter Basstöne gleitet der rhythmische Tanz ins Melancholische. Zum Finale mit dem temperamentvollen neapolitanischen „Saratello“, der strahlend in A-Dur beginnt, wechselt die Rhythmik mit zartem Bläser-Echo ins düstere Moll. Begeistertes Getrampel im Publikum.