Veranstaltungsinfo

So, 12.01.2020
15.00 Uhr
Diskussion
Eintritt frei

Zukunft Gauting e.V.: GAUTING 2030 – eine gute Zukunft !?

Podiumsdiskussion
1.Bürgermeisterin Dr.Brigitte
KÖSSINGER
 
2.Bürgermeister Dr.Jürgen
SKLAREK

Gemeinderat Hans-Wilhelm
KNAPE
 
Moderation
 
Dr. Andreas Albath und Markus Proksch
 
Zu Beginn eines neuen Jahrzehntes diskutieren wir über die Chancen und Herausforderungen für Gauting in den kommenden Jahren.
  • -  Wieviele Menschen werden in Gauting 2030 leben ?
  • -  Welche Aufgaben stellen sich in der Ortsentwicklung ?
  • -  Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten beim Verkehr, einen fairen Ausgleich für unterschiedliche Wünsche der Bürger für ihre Mobilität?
  • -  Wird Gauting immer mehr zum Ort für Wohlhabende, wie schaffen wir mehr bezahlbaren Wohnraum für jedermann ?
  • -  Wie erhalten und schaffen wir gute Bedingungen für Gautinger Unternehmen ?
  • -  Wie kann man Gewerbeentwicklung und Klimaschutz verbinden ?
  • -  Lebendiges Gauting mit einer aktiven Bürgerschaft und vielfältigem Angebot – wie kann und soll die Gemeinde dies unterstützen ?
  • -  Wie kann die Gemeinde ihre finanziellen Sorgen überwinden und die vielfältigen Aufgaben und Wünsche der Bürger nach freiwilligen Leistungen solide finanzieren?

Wir diskutieren die Zukunftsfragen für Gauting mit den Teilnehmern auf dem Podium und unter Einbeziehung der Fragen aus dem Publikum.
Fragen interessierter Bürger an die Podiumsteilnehmer können auch im Vorfeld der Veranstaltung an mail@zukunft-gauting.de  gerichtet werden.
Der Eintritt ist frei.
 
Veranstalter: 
Zukunft Gauting e.V.
Pressestimmen 
Im Gautinger Bosco stellten sich am Sonntagnachmittag drei Bürgermeisterkandidaten den Fragen der Bürger. In vielem waren sie sich einig. Aber nicht in Sachen Gewerbegebiet.

Trotz Bilderbuchwetters waren bis zu 500 Bürger am Sonntagnachmittag ins Bosco geströmt. Teilnehmer der von „Zukunft Gauting“ organisierten Veranstaltung: die amtierende Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (CSU), ihr Stellvertreter Dr. Jürgen Sklarek (MiFü – Miteinander Füreinander) und Grünen-Kandidat Hans Wilhelm Knape. Tarek Luft, Kandidat von Piraten und MfG, saß nicht auf dem Podium, da er zum Zeitpunkt der Einladung noch nicht nominiert gewesen sei, sagte Moderator Dr. Andreas Albath, Vorsitzender von Zukunft Gauting, auf Anfrage des Starnberger Merkur. Die Fragen hatten die Bürger vor und während der Veranstaltung eingereicht.

„Wir wollen ein lebenswertes, liebenswertes Gauting im Grünen“, betonte Kössinger. Doch um „ein reiches, soziales und kulturelles Miteinander“ zu erhalten, benötige die Gemeinde mehr Gewerbesteuereinnahmen. Zum Beispiel aus dem Handwerkerhof und aus dem Gewerbegebiet Unterbrunner Feld zwischen Asklepios-Klinik und Unterbrunn. „Diese Mittel sind notwendig“, bekräftigte auch Sklarek. Die Gemeinde wolle auch in Zukunft ihre Vereine und Infrastruktur fördern. „Ökologie und Wirtschaftskraft“ müssten sich aber die Waage halten, plädierte Knape. In Zeiten des Klimawandels sollte in Gauting das Projekt „1000 Solardächer“ auf den Weg gebracht werden.

Einig waren sich die drei Kandidaten bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Auf dem Gelände zwischen Apparatebau und Pötschener Straße entstünden „bezahlbare Mietwohnungen“ sowie geförderte Eigenheime etwa für Handwerker-Familien mit bis zu 70 000 Euro Jahreseinkommen, erläuterten Kössinger und Sklarek. Doch in Zukunft müsse man dichter bauen, betonte die Bürgermeisterin.

Knape möchte indessen der Preistreiberei von Investoren Einhalt gebieten. Er forderte eine neue Vielfalt mit Genossenschaftswohnungen. Gemeindliche Grundstücke dürften nicht mehr vermarktet werden. „Auch private Unternehmer können sozialen Wohnraum schaffen“, sagte Sklarek mit Blick auf das Fördermodell „Schmidt Alarm“ in Stockdorf. Auf dem Gautinger Asklepios-Klinik-Gelände seien 120 zahlbare Mitarbeiterwohnungen in Planung.

„Gauting soll Gauting bleiben“, appellierte Kössinger unter Applaus. Mit der Überbauung des Park-and-Ride-Geländes mit Wohnungen sowie einer Kita auf dem AOA-Areal tue die Gemeinde etwas für Leute, „die schon da sind“. Knape plädierte für „Klasse statt Masse“ bei der Entwicklung von Gewerbeflächen innerorts.

Das Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz scheidet indes die Geister: Knape befürchtet mehr Verkehr und will Gewerbe auf dem Flughafengelände Oberpfaffenhofen ansiedeln. Es dauere rund zwei Jahrzehnte, bis vom Asto-Eco-Park die erste Gewerbesteuer fließe. Das sei „keine nachhaltige Zukunftsplanung für unsere Kinder“, widersprach Kössinger. Hätte Gauting vor zwei Jahrzehnten Gewerbe geplant, „würden wir heute davon profitieren“, sagte sie unter Beifall. Mit dem Gewerbegebiet „direkt an der Autobahnauffahrt Gilching Süd“ werde keine Gemeinde mit Verkehr behelligt. Kössinger und Sklarek betonten, dass der Nachbar Gilching nicht bereit sei, seine Gewerbesteuereinnahmen zu teilen, um das Unterbrunner Holz zu erhalten. Laut Knape indessen „ist der Gilchinger Bürgermeister gesprächsbereit“.

Den Vorwurf, Kössinger habe das Amt für Öffentlichkeit aufgebläht, wollte die Bürgermeisterin nicht so stehen lassen. Den Stellenplan habe der gesamte Gemeinderat beschlossen. „Ich habe genau so viele Stellen im Presseamt wie meine Vorgängerin.“
Mehr als 300 Gautinger kommen zur Diskussion mit Bürgermeister-Anwärtern ins Bosco. Das geplante Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz ist das am meisten umstrittene Thema. Brigitte Kössinger und Jürgen Sklarek verteidigen die Pläne, Hans Wilhelm Knape äußert sich kritisch

Als es um das geplante Gewerbegebiet an der Grenze zu Gilching geht, kommt doch noch Stimmung auf im großen Saal des Bosco. Bei dem Thema sind die größten Meinungsverschiedenheiten auszumachen bei den drei Bürgermeisterkandidaten Brigitte Kössinger (CSU), Jürgen Sklarek (Mifü) und Hans Wilhelm Knape, der als Parteifreier für die Grünen antritt und von der SPD unterstützt wird. "Schön, dass es jetzt lebhafter wird", stellt Andreas Albath fest, der Vorsitzende des Vereins "Zukunft Gauting", der die Podiumsdiskussion organisiert hat. Trotz schönsten Sonntagswetters sind mehr als 300 Besucher gekommen. Kein Sitzplatz bleibt mehr frei, manche stehen an der Seite, sogar in der Bar vor dem Saal versucht ein gutes Dutzend, der Debatte zu folgen. Als es nach einer Stunde um die Pläne für das Unterbrunner Holz geht, wird je nach Standpunkt kräftig applaudiert oder gegrummelt. Und Albath lässt sich verleiten, die ihm als Moderator gebotene Zurückhaltung ein wenig aufzugeben.

Bürgermeisterin Kössinger und ihr Stellvertreter Sklarek verteidigen einmal mehr die Politik des Rathauses mit Hinweis auf die finanzielle Situation der Gemeinde und erklären, dass zusätzliche Einnahmen aus der Gewerbesteuer dringend benötigt würden. "Wenn wir weiter Kultur und Sport fördern wollen, dann brauchen wir die Einnahmen", erklärt Kössinger. Und Sklarek sagt, es gebe keine Alternativen, um an Geld zu kommen und scherzt: "Banken können wir ja nicht überfallen." Grünen-Kandidat Knape ist der einzige in der Runde, der einen anderen Standpunkt vertritt und meint: "Wir sollten die vorhandenen Flächen, die wir im Ort haben, sinnvoll und intelligent nutzen." Er setzt auf Interkommunalität, also auf die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden, und gibt zu bedenken, dass erst in vielen Jahren Gewerbesteuereinnahmen von neu angesiedelten Firmen zu erwarten seien. "Politik, die nicht in die Zukunft schaut, ist keine gute Politik", entgegnet da Kössinger. Und Moderator Albath, der selbst für die UBG als Gemeinderat kandidiert, sagt mit Verweis auf die bei dem Gewerbegebiet geplante Geothermie-Anlage, die beitragen könne, eine Menge Kohlendioxid-Ausstoß zu vermeiden: "Das ist doch etwas, worüber es sich auch aus Sicht eines Grünen lohnt nachzudenken."

Bis dahin und danach war es eine Diskussion ohne größere Kontroversen. Mit drei Teilnehmern auf dem Podium, die zuvorkommend und wenig angriffslustig miteinander umgegangen sind, und einem Publikum, das zwei Stunden lang konzentriert die Debatte verfolgte. Die Moderatoren Albath und Tammo Körner vom "Zukunft Gauting"-Vorstand behandelten dabei die wichtigsten Fragen aus der Gautinger Kommunalpolitik: von der Bevölkerungsentwicklung über die Verkehrsproblematik bis zur Zukunft des Bahnhofs. Der große Andrang zu der Veranstaltung sieben Wochen vor der Kommunalwahl zeigte jedenfalls, wie groß das Interesse der Gautinger daran ist, wer die nächsten Jahre die Geschicke der Gemeinde führt.

Nur etwas unterschiedliche Schwerpunkte setzen die drei Kandidaten zum Beispiel bei der Wohnungspolitik. So wirft Kössinger angesichts der hohen Immobilienpreise im Würmtal die Frage auf, ob das Eigenheim noch die Wohnform der Zukunft sei, oder ob auch über Alternativen nachgedacht werden müsse. "Wir müssen enger bauen", sagt sie. "Es muss uns bewusst sein, dass wir nicht mehr so viele Flächen verbrauchen können." Knape setzt auf genossenschaftliche Modelle und fordert: "Die Gemeinde gibt kein Grundstück mehr auf den Käufermarkt." Sklarek wies darauf hin, dass auch Firmen einen Beitrag zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum leisten könnten. Als Vorbild nannte er die Firma Schmid Alarm, die in Stockdorf gerade Mitarbeiter-Wohnungen schafft. Und er berichtete, dass auf dem Gelände der Asklepios-Klinik, wo er als Oberarzt arbeitet, 120 Mitarbeiter-Wohnungen geschaffen werden sollen. Entsprechende Planungen gebe es bereits, die aber bisher an "ökonomischen Erwägungen" scheiterten, die er aber in der Öffentlichkeit nicht näher erläutern könne. Außerdem glaubt er, dass Einheimischenmodelle eine gute Möglichkeit sein könnten, um Familien an den Ort zu binden.

Lebhaft wird es noch einmal, als es um die Finanzen geht. Nachdem Knape vorgeschlagen hat, alle Ausgaben zu prüfen, und hohe Personalkosten moniert, und Sklarek fordert, sich Gutachten zu sparen, die viel Geld kosten, reagiert Bürgermeisterin Kössinger vehement. Sie verteidigt "gewisse Stellenmehrungen" und verweist darauf, dass etwa durch neue Vergaberichtlinien nach Europarecht mehr Arbeit anfalle.