Gauting – Die Elemente Boden, Wasser, Luft, Pflanzen, Lebewesen, Gestein und Feuer sind grundlegend für die Existenz des Menschen. Zusammen bilden sie die Basis für das Dasein. In einer mehrjährigen Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Die Erde, von der wir leben“ richtet das Theaterforum deshalb den Blick auf die natürliche Umwelt – und den Umgang der Menschen mit ihr. Teil 1 trägt den Titel „Boden – Lebensraum und Existenzgrundlage“. Er bietet zwischen Sonntag, 19. April, und Samstag, 18. Juli, neben einer Ausstellung eine ganze Reihe von Veranstaltungen, bei denen sich das Theaterforum dem Thema auf verschiedenen Wegen nähert.

Zum Auftakt lädt Stefan Berchtold in der Reihe „Talking Heads“ am Sonntag, 19. April, zum Gespräch. Seine Ausgangsthese: Durch übermäßige Nutzung ist der Boden erheblich geschädigt und geht zunehmend unter Asphalt und Beton verloren, Stichwort Versiegelung. Seine Frage: Wie können wir dem entgegenwirken? Welche Handlungsspielräume sich vor Ort in den Kommunen bieten, bespricht der Kulturreferent der Gemeinde mit Dr. Martin Held (Evangelische Akademie Tutzing), Svenia Rosette (Architektin im Bereich Städtebau, Regierung von Schwaben), Werner Gruban (ehemaliger Sachgebietsleiter Nachhaltige Entwicklung im Referat für Klimaschutz und Umwelt in München) sowie Anette Staudtner von der Ortsgruppe des Bund Naturschutz Gauting. Beginn ist um 16 Uhr, der Eintritt ist frei.

Auch der Schwerpunkt „Boden“ wird von einer Ausstellung begleitet. Am Dienstag, 21. April, um 19 Uhr findet die Vernissage von „Ein Bild der Erde“ mit Fotos von Ekkeland Götze statt (Einführung Julia Geiger, Leitung Archiv Geiger). Der Maler, Siebdrucker und Ingenieur arbeitet seit 1989 an einem umfassenden künstlerischen Projekt: einem Bild der Erde. Dabei nutzt er das Verfahren der Terragrafie: Er sammelt Erden aus allen Kontinenten, die er unverändert auf Papier oder andere Bildträger druckt. „Hinter der scheinbaren Einfachheit seiner quadratischen Arbeiten verbirgt sich die Geschichte und Spiritualität der Orte selbst“, heißt es in der Ankündigung. In einem Künstlergespräch mit Bosco-Leiterin Barbara Schulte am Donnerstag, 7. Mai, gibt der Künstler Einblicke in die Entstehung seiner Werke und berichtet von seinen Reisen. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

Investigativ-Journalist über „Boden-Burnout“

„Boden Burnout“: Unter diesem Titel hält Investigativ-Journalist Marius Münstermann am Donnerstag, 21. Mai, einen Multimedia-Vortrag. Darin zeigt er, wie verschiedene Akteure (landwirtschaftliche Betriebe, aber auch Konzerne und Politik) mit teils konkurrierenden Interessen um den Boden ringen. Er stellt die Frage: „Gibt es Agrar- und Ernährungssysteme, die eine nachhaltige Bodennutzung ermöglichen?“ Seine Antwort: „Die Lösungen sind längst da.“ Es sei an der Zeit, sie anzuwenden, um die aktuelle Bodenkrise zu überwinden. Denn nur gesunde Böden versprechen Erfolg im Kampf gegen den Hunger und wappnen gegen die Klimakrise, Wassernot und Artensterben. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt kostet 15 Euro.

Begleitende Filme im Kino Breitwand

Im Juni wird es künstlerisch: Am Freitag, 12., und Samstag, 13. Juni, findet ein zweitägiger Workshop statt. Unter dem Titel „Hikaru Dorodango“ erlernen Teilnehmer zusammen mit Rita Eckart die japanische Kunstform, aus Erde und Wasser glänzende Kugeln zu formen. Am zweiten Workshoptag wird ein vegetarisches Mittagessen angeboten. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Wer möchte, kann mit eigener Erde arbeiten. Dem schließt sich am Sonntag, 5. Juli, ein Familien-Workshop an. In „Plastisches gestalten mit Lehmerde“ können kleine und große Künstlerinnen und Künstler bei Ruth Mahla den heimischen Boden kennenlernen. Achtung: Man wird dreckig. Das Angebot ist offen für Kinder jeden Alters, gemeinsam mit einer erwachsenen Begleitperson. Auch das Kino Breitwand gestaltet den Themenschwerpunkt mit. Es zeigt zwischen Dienstag, 28. April („Unser Boden, unser Erbe“ von Marc Uhlig) und Dienstag, 30. Juni („Das Salz der Erde“ von Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado) teils preisgekrönte Abendfilme, jeweils um 19.30 Uhr. Tickets sind über das Kino erhältlich.