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Veranstaltungsinfo

19.04. - 18.07.2026

Ausstellung

Eintritt frei
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Veranstalter: Theaterforum Gauting e.V.

Themenschwerpunkt: Boden – Lebensraum und Lebensgrundlage

Mit dem Themenschwerpunkt Boden – Lebensraum und Lebensgrundlage beginnt in dieser Saison die mehrjährige Veranstaltungsreihe Die Erde, von der wir leben im bosco Gauting.
 

Schwerpunkt-Reihe "Die Erde, von der wir leben"

Die Elemente Boden, Wasser, Luft, Pflanzen, Lebewesen, Gestein und Feuer sind grundlegend für unsere Existenz. Zusammen bilden sie die Basis für das menschliche Dasein und sind tief in den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Strukturen von Gesellschaften verankert. In einer mehrjährigen Veranstaltungsreihe möchten wir den Blick auf die natürliche Umwelt und unseren Umgang mit ihr richten.

Teil 1: Boden – Lebensraum und Lebensgrundlage
im Zeitraum 19.04. – 18.07.2026

Der Boden trägt uns – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn: Er nährt uns, gestaltet unsere Landschaften, ist Grundlage allen Wirtschaftens und Lebensraum unzähliger Organismen, er ermöglicht Biodiversität und beeinflusst unser Wetter und Klima.

Böden unterscheiden sich in ihrer Entstehungsgeschichte, Struktur und Beschaffenheit. Sie sind Grundlage für das Leben und Überleben an Land, und gleichzeitig soziale und kulturelle Verbindungsstücke, die Gemeinschaften formen und dazu beitragen, Identitäten und Traditionen zu bewahren. In vielen Kulturen spielt der Boden eine zentrale Rolle in Mythen und Legenden; landwirtschaftliche Praktiken sowie der Respekt vor dem Land und seinen Ressourcen sind oft tief in der jeweiligen Kultur verwurzelt. Viele indigene Gemeinschaften und traditionelle Kulturen betrachten den Boden als heilig und pflegen eine spirituelle Verbindung zu ihrem Land – während wir in postindustriellen Gesellschaften zunehmend den Bezug zum Boden verlieren, ihn großflächig vernichten und versiegeln. Und das, obwohl der Erhalt und die nachhaltige Nutzung von Böden von zentralem Interesse für die Sicherung der Zukunft unserer Erde sowie unserer Zivilisation sind.

Im ersten Teil unserer Reihe Die Erde, von der wir leben widmen wir uns dem Boden als oft vernachlässigte, aber zentrale Grundlage unseres Daseins.

 

PROGRAMM IM BOSCO | Themenschwerpunkt „Boden – Lebensraum und Lebensgrundlage

So 19.04.2026 | 16.00 | Talking Heads: Boden | Eintritt frei

Di 21.04.2026 - Sa 18.07.2026 | Ausstellung "Ein Bild der Erde" | Eintritt frei
Di 21.04.2026 | 19.00 | Ausstellungseröffnung mit Ekkeland Götze | Eintritt frei
Do 07.05.2026 | 20.00 | Künstlergespräch: Ekkeland Götze | Eintritt frei

Do 21.05.2026 | 20.00 | Multimedia-Vortrag: Boden Burnout | € 15
Fr 12. + Sa 13.06.2026 | Workshop: Hikaru Dorodango | € 90
So 05.07.2026 | 14.00 | Familien-Workshop: Plastisches Gestalten mit Lehmerde | Eintritt frei, Anmeldung erforderlich


FILME IM KINO BREITWAND | Programm zum Themenschwerpunkt
Tickets sind jeweils über das Kino Breitwand Gauting erhältlich.   

Di 28.04.2026 | 19.30 | Film "Unser Boden, unser Erbe" | € 11 / € 10
So 17.05.2026 | 14.00 | Film "Checker Tobi 3 - Die heimliche Herrscherin der Erde" | € 11 / € 10 / € 7
Di 26.05.2026 | 19.30 | Film "Die Wiese – Ein Paradies nebenan" | € 11 / € 10
Di 02.06.2026 | 19.30 | Film "Rivers and Tides" | € 11 / € 10
Di 23.06.2026 | 19.30 | Film "Erde" | € 11 / € 10
Di 30.06.2026 | 19.30 | Film "Das Salz der Erde" | € 11 / € 10

 

Ausstellungs-Tipp:

CONVIVIUM. Nahrungssysteme am Limit
23.04.2026 - 11.10.2026
Architekturmuseum der TUM in der Pinakothek der Moderne

Foto: Veranstalterwebseite / © Johannes Schwartz

Die Ausstellung präsentiert in zwölf Kapiteln anschauliche Beispiele dafür, wie unsere Lebensmittel heute produziert und vertrieben werden. Der Blick richtet sich vor allem auf Europa, doch die globalen Zusammenhänge werden stets einbezogen. Ziel der Ausstellung ist es, für die Besucherinnen und Besucher sichtbar zu machen, welche räumlichen und technischen Grundlagen es für unsere Nahrungsproduktion gibt – und welche Herausforderungen und Chancen sich daraus für die Zukunft ergeben.

Informationen und Begleitprogramm unter
www.architekturmuseum.de/ausstellungen/convivium

Pressestimmen
Das Boden-Dilemma
Pressestimme von Christine Cless-Wesle
Erschienen in:   Starnberger Merkur

Gauting – „Boden – Lebensraum und Lebensgrundlage“: Das ist der Titel des neuen Themenschwerpunktes im Gautinger Bosco. Zum Auftakt diskutierten Martin Held von der Evangelischen Akademie Tutzing, die Gautinger Architektin Svenia Rosette, Werner Gruban, ehemaliger Sachgebietsleiter Klimaschutz in München, und Anette Stautner von der Ortsgruppe Bund Naturschutz am Sonntag mit Moderator Stefan Berchtold.

Martin Held erläuterte das Grundproblem: Durch übermäßige Nutzung und Versiegelung verkämen kostbare Böden, die Wasser aufnehmen, die Ernährung sicherstellen und Pflanzenwachstum ermöglichen, nur noch zu Flächen mit Mehrwert. Wie Moderator Stefan Berchtold ergänzte, seien deshalb auf kommunaler Ebene Akteure wie das „Umweltnetzwerk“ gefragt, die sich für die nachhaltige Entwicklung einsetzen.

Der Gemeinderat für MfG/Piraten benannte aber auch das Dilemma, vor dem Gauting steht. „Es gibt einen Zielkonflikt mit den Gewerbesteuereinnahmen“, sagte er vor etwa 30 Interessierten. Mangels ausreichend Gewerbegebieten verfüge die Gemeinde nur über acht Millionen an Einnahmen aus der Gewerbesteuer, Gräfelfing hingegen über satte 100 Millionen. Er machte aber auch Flächen aus, wo eine Entsiegelung durchaus möglich sei, etwa den Bosco-Parkplatz oder die Hubert-Deschler-Straße.

Ärztin Dr. Anette Stautner vom Gautinger Bund Naturschutz ist in dem von Martin Held geforderten Sinn aktiv: Mit weiteren Ehrenamtlichen befreit sie Biotope in und um Gauting von Neophyten. Ihre Hauptaufgabe sieht sie jedoch in der Erhaltung von Biodiversität und Artenvielfalt. Damit aussterbende Wildbienen künftig von Biotop zu Biotop fliegen, empfahl sie torffreies Gärtnern, Beetpatenschaften im öffentlichen Raum und so viele Naturgärten wie möglich.

Was die Versiegelung wertvoller Böden angeht, jammere man in Gauting auf hohem Niveau, erklärte Architektin Svenia Rosette vom Bereich Städtebau der Regierung Schwaben. Denn laut Gautinger Flächennutzungsplan (FNP) von 1990 seien mehr als 50 Prozent am Ort Wald und 27 Prozent Landwirtschaft. Nur 6,6 Prozent der Flächen entfielen auf Wohnbau, großteils für Einfamilienhäuser mit Gärten, 48 Prozent auf Verkehr, aber nur 0,8 Prozent auf Gewerbe. Die Zeit für den Transformationsprozess nach Wetterextremen wie Überschwemmungen „wird denkbar knapp“, warnte indes Werner Gruban, ehemaliger Referent für Klimaschutz und Umwelt in München.

Das Bosco widmet sich dem Boden
Pressestimme von Volker Ufertinger
Erschienen in:   Starnberger Merkur

Neuer Themenschwerpunkt ab 19. April – Mehrjährige Reihe über die Erde

Gauting – Die Elemente Boden, Wasser, Luft, Pflanzen, Lebewesen, Gestein und Feuer sind grundlegend für die Existenz des Menschen. Zusammen bilden sie die Basis für das Dasein. In einer mehrjährigen Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Die Erde, von der wir leben“ richtet das Theaterforum deshalb den Blick auf die natürliche Umwelt – und den Umgang der Menschen mit ihr. Teil 1 trägt den Titel „Boden – Lebensraum und Existenzgrundlage“. Er bietet zwischen Sonntag, 19. April, und Samstag, 18. Juli, neben einer Ausstellung eine ganze Reihe von Veranstaltungen, bei denen sich das Theaterforum dem Thema auf verschiedenen Wegen nähert.

Zum Auftakt lädt Stefan Berchtold in der Reihe „Talking Heads“ am Sonntag, 19. April, zum Gespräch. Seine Ausgangsthese: Durch übermäßige Nutzung ist der Boden erheblich geschädigt und geht zunehmend unter Asphalt und Beton verloren, Stichwort Versiegelung. Seine Frage: Wie können wir dem entgegenwirken? Welche Handlungsspielräume sich vor Ort in den Kommunen bieten, bespricht der Kulturreferent der Gemeinde mit Dr. Martin Held (Evangelische Akademie Tutzing), Svenia Rosette (Architektin im Bereich Städtebau, Regierung von Schwaben), Werner Gruban (ehemaliger Sachgebietsleiter Nachhaltige Entwicklung im Referat für Klimaschutz und Umwelt in München) sowie Anette Staudtner von der Ortsgruppe des Bund Naturschutz Gauting. Beginn ist um 16 Uhr, der Eintritt ist frei.

Auch der Schwerpunkt „Boden“ wird von einer Ausstellung begleitet. Am Dienstag, 21. April, um 19 Uhr findet die Vernissage von „Ein Bild der Erde“ mit Fotos von Ekkeland Götze statt (Einführung Julia Geiger, Leitung Archiv Geiger). Der Maler, Siebdrucker und Ingenieur arbeitet seit 1989 an einem umfassenden künstlerischen Projekt: einem Bild der Erde. Dabei nutzt er das Verfahren der Terragrafie: Er sammelt Erden aus allen Kontinenten, die er unverändert auf Papier oder andere Bildträger druckt. „Hinter der scheinbaren Einfachheit seiner quadratischen Arbeiten verbirgt sich die Geschichte und Spiritualität der Orte selbst“, heißt es in der Ankündigung. In einem Künstlergespräch mit Bosco-Leiterin Barbara Schulte am Donnerstag, 7. Mai, gibt der Künstler Einblicke in die Entstehung seiner Werke und berichtet von seinen Reisen. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

Investigativ-Journalist über „Boden-Burnout“

„Boden Burnout“: Unter diesem Titel hält Investigativ-Journalist Marius Münstermann am Donnerstag, 21. Mai, einen Multimedia-Vortrag. Darin zeigt er, wie verschiedene Akteure (landwirtschaftliche Betriebe, aber auch Konzerne und Politik) mit teils konkurrierenden Interessen um den Boden ringen. Er stellt die Frage: „Gibt es Agrar- und Ernährungssysteme, die eine nachhaltige Bodennutzung ermöglichen?“ Seine Antwort: „Die Lösungen sind längst da.“ Es sei an der Zeit, sie anzuwenden, um die aktuelle Bodenkrise zu überwinden. Denn nur gesunde Böden versprechen Erfolg im Kampf gegen den Hunger und wappnen gegen die Klimakrise, Wassernot und Artensterben. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt kostet 15 Euro.

Begleitende Filme im Kino Breitwand

Im Juni wird es künstlerisch: Am Freitag, 12., und Samstag, 13. Juni, findet ein zweitägiger Workshop statt. Unter dem Titel „Hikaru Dorodango“ erlernen Teilnehmer zusammen mit Rita Eckart die japanische Kunstform, aus Erde und Wasser glänzende Kugeln zu formen. Am zweiten Workshoptag wird ein vegetarisches Mittagessen angeboten. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Wer möchte, kann mit eigener Erde arbeiten. Dem schließt sich am Sonntag, 5. Juli, ein Familien-Workshop an. In „Plastisches gestalten mit Lehmerde“ können kleine und große Künstlerinnen und Künstler bei Ruth Mahla den heimischen Boden kennenlernen. Achtung: Man wird dreckig. Das Angebot ist offen für Kinder jeden Alters, gemeinsam mit einer erwachsenen Begleitperson. Auch das Kino Breitwand gestaltet den Themenschwerpunkt mit. Es zeigt zwischen Dienstag, 28. April („Unser Boden, unser Erbe“ von Marc Uhlig) und Dienstag, 30. Juni („Das Salz der Erde“ von Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado) teils preisgekrönte Abendfilme, jeweils um 19.30 Uhr. Tickets sind über das Kino erhältlich.