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Presse

Impressionen aus Georgien im Bosco

Erschienen in:   Starnberger Merkur

 Im Beisein von Prof. Dr. Alexander Kartosia, dem Botschafter von Georgien in der Bundesrepublik Deutschland, ist am Dienstag die Fotoausstellung „The final Days of Georgian Nomads“ („Die letzten Tage der georgischen Nomaden“) im Bosco eröffnet worden. Die Bilder von Natela Grigalashvili, die bis 18. April zu den Öffnungszeiten des Bosco sowie bei Veranstaltungen zu sehen sind, zeigen ein Land an der Schnittstelle zwischen Asien und Europa. Man sieht Frauen beim Buttern am Dorfbach, einen jungen Kuhhirten auf der Alm, eine Wäscheleine im Wind. „Die Bilder fangen den Rhythmus, die Harmonie und die Schlichtheit des Nomadenlebens in Verbindung mit der Schönheit der Natur ein“, heißt es in der Ankündigung des Theaterforums.

Doch das Leben der letzten Nomaden in der autonomen Republik Adscharien ist bedroht. In Zeiten der Globalisierung fällt die Bewahrung von Traditionen und Werten immer schwerer. Die junge Generation muss viel körperliche Arbeit leisten und hat wenig Perspektiven. Mehrmals im Jahr wechseln die Nomaden ihren Wohnsitz, ziehen je nach Schneeschmelze die Berge hinauf und hinunter, von der Alm ins Tal und wieder hinauf. Sie leben von Ackerbau und Viehzucht. Viele junge Leute wenden sich davon ab und suchen ihr Heil in der Hauptstadt Tiflis.

Natela Grigalashvili kennt die Probleme ihres Landes. Die Trauer über den Prozess des Verschwindens ist Grundlage für die Serie. Die Künstlerin arbeitet als freiberufliche Dokumentarfilmerin in Tiflis. Mit der Bilderserie zählte die Fotografin 2023 zu den Finalisten des renommierten Fotowettbewerbs Leica Oskar Barnack Award (LOBA).

15.01.2026, Volker Ufertinger