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Veranstaltungsinfo

So, 23.03.2025
16.00 Uhr
Ausstellung | Diskussion | Sonstiges

Eintritt frei

Voranmeldung erwünscht
unter 089 / 452 38 58-0 oder
kartenservice@theaterforum.de

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Veranstalter: Theaterforum Gauting e.V.

Talking Heads - Der Talk im bosco: Stefan Berchtold spricht mit Gästen über die Ukraine

Die Gesprächsreihe "Talking Heads" hat es sich zum Thema gemacht, der Identität der Menschen in unserer schönen Region – in all ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit – ein Stück näher zu kommen. Es ist ein Versuch, größere Ereignisse auf unser unmittelbares, kommunales Umfeld herunterzubrechen und so nationalen oder globalen Entwicklungen, Veränderungen und Krisen Gesichter zu geben.

Zur Abrundung des Themenschwerpunkts "Ukraine" und der Fotoausstellung "Ukraine - Alltag im Krieg", die das Theaterforum zusammen mit der Amnesty International Gruppe Würmtal bis zum 23.03.25 zeigt, möchten wir den Blick auf zwei Frauen lenken, die seit Jahren und Jahrzehnten ihre Arbeit dem Aktivismus und der Erforschung von Möglichkeiten für Frieden in diversen globalen Konflikten widmen:

"Gibt es noch Pazifismus, wenn Krieg herrscht und warum ist Pazifismus immer auch feministisch?"

Mit

DR. OLENA ZINENKO, ukrainische Journalistin und Medienwissenschaftlerin
Olena Zinenko aus dem umkämpften Charkiw, lebt z.Z. in Frankfurt/ Oder und hat Lehraufträge an Universitäten, in Charkiw, Frankfurt/O, Bochum. Seit dem 24. Februar 2022 dokumentiert sie den Diskurs über den Krieg in ukrainischen Online- und sozialen Medien und sammelt über ihr Netzwerk Geschichten von Frauen im Umgang mit Krieg und Frieden.  Sie publiziert, berät u.a. staatliche Behörden und trägt als Aktivistin hervorragend zur Vernetzung und Kommunikation bei.

HEIDI MEINZOLT, Europavertreterin der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF)
Heidi Meinzolt lebt und arbeitet in Stockdorf. 

Die IFFF ist die älteste Frauenfriedensorganisation mit nationalen Sektionen in über 40 Ländern und auf allen Kontinenten dieser Welt. Mitten im 1. Weltkrieg 1915 trafen sich Frauen gegen viele Widerstände in Den Haag zu einer Friedenskonferenz. Sie analysierten die Ursachen für Krieg und Gewalt und stellten Forderungen zur Beendigung von Krieg und zur Garantie von Frauenrechten. Ihre Forderungen gingen in die Charta der Vereinten Nationen ein.
Seit 2017 verleiht die Organisation den Anita-Augspurg-Preis an eine „Rebellin gegen den Krieg“. 2023 hat Olena Zinenko diesen Preis erhalten.

“Sometimes I want to smile and be happy, and then I’m told that I don’t look like a victim. I don’t want to be a victim, I want to defend my peace, and I don’t want this fight to be hopeless.” - Olena Zenenko


Zum Themenschwerpunkt "Ukraine"
Seit 2014 führt Russland einen Krieg gegen die Ukraine, der mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim begann. Im Februar 2022 weitete sich der Konflikt zur russischen Invasion in die Ukraine aus. In Zusammenarbeit mit der Amnesty International Gruppe Würmtal blickt dieser Themenschwerpunkt auf die Lage vor Ort sowie die Lebenssituation von Ukrainer*innen im Exil.

Ausstellung "Ukraine - Alltag im Krieg" Di 21.01.2025 - So 23.03.2025 | zu den Öffnungszeiten des bosco und während der Abendveranstaltungen | Eintritt frei
Ausstellungseröffnung Di 21.01.2025 | 19.00 | Eintritt frei, Voranmeldung erwünscht
Multimedia-Vortrag So 02.02.2025 | 15.00 | € 15 / € 8
Heimspiel Fr 07.02.2025 | 20.00 | € 22 / € 12 / € 5
Film Di 18.02.2025 | 19.30 | € 11 / € 9, Karten über das Kino Breitwand Gauting
Talking Heads So 23.03.2025 | 16.00 | Eintritt frei, Voranmeldung erwünscht
 

Themenschwerpunkt in Kooperation mit der Amnesty International Gruppe Würmtal
Amnesty International ist die weltweit größte Bewegung, die für die Menschenrechte eintritt. Am 28. Mai 1961 veröffentlichte der Londoner Rechtsanwalt Peter Benenson in der Zeitung The Observer den Artikel „The Forgotten Prisoners“, in dem er die Leser*innen aufforderte, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Dieser „Appeal for Amnesty“ ist der Beginn von Amnesty International.
Amnesty in Deutschland – das sind mehr als 180.000 Menschen, die sich für den Schutz der Menschenrechte einsetzen. Gegründet wurde die deutsche Sektion von Amnesty 1961 unter anderem von der Journalistin Carola Stern und dem Journalisten Gerd Ruge.
Seit 1972 setzt sich die Amnesty-Gruppe im Würmtal für politisch Verfolgte in allen Teilen der Erde ein – z.Zt. intensiv für Krimtatar*innen, Menschenrechtsaktivist*innen, kritische Journalist*innen und Anwält*innen in der Ukraine sowie in Belarus.
Vertreter*innen der Amnesty International Gruppe Würmtal werden bei den Veranstaltungen des Themenschwerpunkts für Infos zur Verfügung stehen.

Helfen Sie mit, arbeiten Sie mit in der Amnesty Gruppe Würmtal oder werden Sie Fördermitglied bei Amnesty International. Weitere Infos unter amnesty-wuermtal.de und amnesty.de.

Logo Amnesty International

Pressestimmen
Was Krieg mit den Menschen macht
Pressestimme von Christine Cless-Wesle
Erschienen in:   Starnberger Merkur
Stefan Berchtold spricht im Bosco mit zwei Friedensaktivistinnen
 

Voll besetzt war am Sonntagnachmittag die Bar Rosso des Bosco. Zum Finale der Fotoausstellung der Amnesty-International-Gruppe Würmtal „Ukraine-Alltag im Krieg“ sprach Stefan Berchtold in der Reihe „Talking Heads“ mit zwei Friedensaktivistinnen, der ukrainischen Medienwissenschaftlerin Dr. Olena Zinenko sowie Heidi Meinzolt, international gut vernetzte Europavertreterin der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF) aus Stockdorf. Ihr Thema: feministischer Pazifismus. Meinzolt übersetzte die Redebeiträge der Ukrainerin, die aus dem umkämpften Charkiw stammt und derzeit in Frankfurt an der Oder lebt und Lehraufträge hat.

Wie Berchtold einführend sagte, dokumentiert die Ukrainerin den Diskurs über den Krieg online und sammelt über ihr Netzwerk Geschichten von Frauen im Umgang mit Krieg und Frieden. So auch in ihrer aktuellen Publikation „Voices Along The Way“, in deren Vorwort es heißt: „Diese Geschichten zeigen deutlich, dass Frauen den Wert des Friedens kennen und daher versuchen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um sich dem Krieg auf verschiedenen Ebenen zu widersetzen.“ In ihrem Statement im Bosco kritisierte sie, dass viel über den Krieg, militärische Punkte und einen möglichen Wiederaufbau gesprochen werde. Aber zu wenig über die Menschen, wie es ihnen geht, und wie es mit ihnen weitergeht. Diese Stimmen würden zu wenig gehört. Auch bei Verhandlungen dürfe es jetzt nicht nur um Interessensphären gehen, sondern um die Menschen, die brutale Gewalt erlitten haben.

Eine große Rolle spiele auch die Sprache. „Sie ist eine Waffe“, erklärte der Gast. So seien nach dem Angriffskrieg Russlands auch in liberalen Zeitungen plötzlich zu ihrem Erschrecken Begriffe wie „Kriegsstrategie“ aufgetaucht. Dass die frühere Amtssprache Russisch nach der Unabhängigkeit der Ukraine verboten worden sei, bezeichnete sie als „großen Fehler“.

Moderator Stefan Berchtold nahm Bezug auf ihren Blog, wo sie die aktuellen Friedensverhandlungen als „teuflisch“ bezeichnet. Er fragte: „Was empfehlen Sie stattdessen?“ Ihre Erwiderung lautete: „Putin ist ein Krimineller.“ Dass man mit einem Kriminellen nicht reden könne, würden viele Medien fast vergessen. Das führte Berchtold zu der großen Frage, wie der Krieg enden könne. „I don‘t know“, erwiderte Zinenko, die auch staatliche Behörden berät. Für sie ende der Krieg jedenfalls erst, wenn sie mit ihren beiden Töchtern wieder in ihre Heimat zurückkehren könne.

Galerie
Bilder der Veranstaltung
So, 23.03.2025 | © Werner Gruban - Theaterforum Gauting e.V.