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Veranstaltungsinfo

21.04. - 18.07.2026
19.00 Uhr
Ausstellung

Eintritt frei

Spenden erwünscht

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Veranstalter: Theaterforum Gauting e.V.

Ekkeland Götze: Ein Bild der Erde

Die Ausstellung bildet den Rahmen zu unserem Themenschwerpunkt Boden – Lebensraum und Lebensgrundlage, dem ersten Teil der mehrjährigen Veranstaltungsreihe Die Erde, von der wir leben.

Ekkeland Götze arbeitet seit vielen Jahren an einem umfassenden künstlerischen Projekt: einem Bild der Erde. Im bosco werden Werke von allen fünf Kontinenten gezeigt – entstanden aus Erden von seinen Reisen, die ihn unter anderem ins Amazonasgebiet, zu den Sioux nach Nordamerika sowie nach Australien, Japan, Island und Madagaskar führten.

Götze arbeitet mit einem einzigartigen Verfahren, das er Terragrafie nennt: Er sammelt Erden, die er unverändert auf Papier oder andere Bildträger druckt. Hinter der scheinbaren Einfachheit seiner quadratischen Arbeiten verbirgt sich die Geschichte und Spiritualität der Orte selbst: Von Vulkanen und heiligen Bergen bis zu Landschaften, die vom Klimawandel gezeichnet sind, spiegelt jedes Werk die Einzigartigkeit seines Ursprungs wider.

Zugleich öffnen die Arbeiten einen Raum für individuelle Deutungen und sind ein Medium interkultureller Begegnung: Die enge Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort, insbesondere mit indigenen Gemeinschaften, ist ein zentraler Bestandteil von Götzes künstlerischer Praxis.

Die Ausstellung lädt dazu ein, die Erde neu zu sehen und zu entdecken – nicht als Abbild, sondern als unmittelbar-sinnlich erfahrbares Material und Erinnerungsträger.


EKKELAND GÖTZE wurde 1948 in Dresden geboren. Er arbeitete als Maler, Siebdrucker und Ingenieur und absolvierte die Abendschule der Hochschule für Bildende Künste Dresden. 1988 zog er nach München und machte 1989 die Erde zum Gegenstand seiner Kunst. Seitdem arbeitet er mit großer Intensität und Konsequenz an diesem Thema und realisierte Projekte auf allen Kontinenten der Erde. Werke von ihm befinden sich in öffentlichen Sammlungen u.a. in Berlin, Dresden, München, New York, Neuseeland, Südafrika und Indien. 2018 erhielt er den Seerosenpreis der Landeshauptstadt München.

Heute, in einer Zeit, in der die Erde durch menschliche Einwirkung immensen Veränderungen und Gefährdungen unterworfen ist, rückt seine Kunst diese Problematik ins Bewusstsein der Menschen.

www.ekkeland.de


Ausstellungseröffnung Di 21.04.2026 | 19.00 | Eintritt frei
Eröffnungsveranstaltung in Anwesenheit des Künstlers
Einführung JULIA GEIGER, Kunsthistorikerin und Leitung Archiv Geiger

Künstlergespräch Do 07.05.2026 | 20.00 | Eintritt frei
Ekkeland Götze im Gespräch mit bosco-Leitung Barbara Schulte

Dauer der Ausstellung Bis Sa 18.07.2026  zu den Öffnungszeiten des bosco und bei Veranstaltungen
 

Unterstützt von

     Logo Stiftung der Gemeindesparkasse

 

Zur Schwerpunkt-Reihe "Die Erde, von der wir leben"

Die Elemente Boden, Wasser, Luft, Pflanzen, Lebewesen, Gestein und Feuer sind grundlegend für unsere Existenz. Zusammen bilden sie die Basis für das menschliche Dasein und sind tief in den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Strukturen von Gesellschaften verankert. In einer mehrjährigen Veranstaltungsreihe möchten wir den Blick auf die natürliche Umwelt und unseren Umgang mit ihr richten.

Teil 1: Boden – Lebensraum und Lebensgrundlage
im Zeitraum 19.04. – 18.07.2026

Der Boden trägt uns – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn: Er nährt uns, gestaltet unsere Landschaften, ist Grundlage allen Wirtschaftens und Lebensraum unzähliger Organismen, er ermöglicht Biodiversität und beeinflusst unser Wetter und Klima.

Böden unterscheiden sich in ihrer Entstehungsgeschichte, Struktur und Beschaffenheit. Sie sind Grundlage für das Leben und Überleben an Land, und gleichzeitig soziale und kulturelle Verbindungsstücke, die Gemeinschaften formen und dazu beitragen, Identitäten und Traditionen zu bewahren. In vielen Kulturen spielt der Boden eine zentrale Rolle in Mythen und Legenden; landwirtschaftliche Praktiken sowie der Respekt vor dem Land und seinen Ressourcen sind oft tief in der jeweiligen Kultur verwurzelt. Viele indigene Gemeinschaften und traditionelle Kulturen betrachten den Boden als heilig und pflegen eine spirituelle Verbindung zu ihrem Land – während wir in postindustriellen Gesellschaften zunehmend den Bezug zum Boden verlieren, ihn großflächig vernichten und versiegeln. Und das, obwohl der Erhalt und die nachhaltige Nutzung von Böden von zentralem Interesse für die Sicherung der Zukunft unserer Erde sowie unserer Zivilisation sind.

Im ersten Teil unserer Reihe Die Erde, von der wir leben widmen wir uns dem Boden als oft vernachlässigte, aber zentrale Grundlage unseres Daseins.

 

PROGRAMM IM BOSCO | Themenschwerpunkt „Boden – Lebensraum und Lebensgrundlage

So 19.04.2026 | 16.00 | Talking Heads: Boden | Eintritt frei

Di 21.04.2026 - Sa 18.07.2026 | Ausstellung "Ein Bild der Erde" | Eintritt frei
Di 21.04.2026 | 19.00 | Ausstellungseröffnung mit Ekkeland Götze | Eintritt frei
Do 07.05.2026 | 20.00 | Künstlergespräch: Ekkeland Götze | Eintritt frei

Do 21.05.2026 | 20.00 | Multimedia-Vortrag: Boden Burnout | € 15 - Veranstaltung entfällt ersatzlos
Fr 12. + Sa 13.06.2026 | Workshop: Hikaru Dorodango | € 90
So 05.07.2026 | 14.00 | Familien-Workshop: Plastisches Gestalten mit Lehmerde | Eintritt frei, Anmeldung erforderlich


FILME IM KINO BREITWAND | Programm zum Themenschwerpunkt
Tickets sind jeweils über das Kino Breitwand Gauting erhältlich.   

Di 28.04.2026 | 19.30 | Film "Unser Boden, unser Erbe" | € 11 / € 10
So 17.05.2026 | 14.00 | Film "Checker Tobi 3 - Die heimliche Herrscherin der Erde" | € 11 / € 10 / € 7
Di 26.05.2026 | 19.30 | Film "Die Wiese – Ein Paradies nebenan" | € 11 / € 10
Di 02.06.2026 | 19.30 | Film "Rivers and Tides" | € 11 / € 10
Di 23.06.2026 | 19.30 | Film "Erde" | € 11 / € 10
Di 30.06.2026 | 19.30 | Film "Das Salz der Erde" | € 11 / € 10

Pressestimmen
Die Seele der Erde
Pressestimme von Volker Ufertinger
Erschienen in:   Starnberger Merkur

Gauting – Madagaskar östlich von Afrika ist berühmt für seine rote Erde. Lange war sie unter dichtem Baumbestand verborgen, doch seit großflächigen Abholzungen erkennt man das Rot, etwa von Satelliten aus, ganz genau. „Die Insel blutet förmlich“, erzählte Ekkeland Götze (77) am Donnerstagabend im Bosco. Für ihn war dies der Grund, 2014 hinzufahren, rote Erde mitzunehmen, sie in seinem Atelier in München-Sendling zu bearbeiten und auf Leinwand zu drucken. Vor eben diesem Bild unterhielt sich der Konzeptkünstler mit Bosco-Leiterin Barbara Schulte in der Bar rosso. Der Dresdner Künstler erzählte auf kurzweilige Art die Geschichte hinter seinen Kunstwerken.

Anlass für das Interview war der aktuelle Themenschwerpunkt des Bosco mit dem Titel „Boden – Lebensraum und Grundlage“, der den Auftakt zu einer mehrjährigen Veranstaltungsreihe zur Umwelt bildet. Für die begleitende Ausstellung war das jahrzehntelange Projekt des Dresdners unter dem Titel „Ein Bild der Erde“ wie gemacht. Seit 1989 reist er durch die ganze Welt, nimmt Bodenproben von besonderen Orten der Menschheitsgeschichte und druckt sie nach einem Verfahren, das er „Terragrafie“ nennt, auf Papier, Leinwand und anderes Material. Im Bosco hängen aktuell gut 20 Werke von allen fünf Kontinenten, schimmern in verschiedensten Farben und erzählen die Geschichte ihrer Herkunft. „Das sind die Seelen der Orte“, sagte er. „Wer weiß schon, welche Informationen da drinstecken?“

Schulte stellte ihren Gast als „weitgereisten Mann“ vor. In der Tat ist Götze schon bis ins Amazonasgebiet vorgedrungen, nach Australien und Neuseeland, nach Japan, Island, Afrika und Nepal. Die Umstände seiner Expeditionen gestalteten sich teils abenteuerlich. Denn: Die Menschen in anderen Kulturkreisen haben zu der Erde, auf der und von der sie leben, ein ganz anderes, tiefergehendes, magisches Verhältnis. Noch dazu sind viele Eingeborene sensibilisiert, weil ihnen klar ist, dass sie in der Kolonialzeit von Europa regelrecht ausgeplündert wurden. „Ich habe mit den Menschen immer offen und ehrlich geredet und gesagt, worum es mir geht“, erzählte er. „Das ist der einzige Weg.“ Die Sioux-Indianer haben ihm sogar einen Ehrennamen gegeben. Er gab aber auch zu: „Es hat nicht immer geklappt.“

Den Ursprung seines Langzeitprojekts verortete er in seiner Dresdner Kindheit als Sohn einer Putzfrau. „Ich habe gelesen, gelesen, gelesen.“ Zur Lektüre des jungen Götze gehörten unter anderem Bücher über den berühmten Captain Cook, den Entdecker der Südsee. „Das hat mein Fernweh geweckt, da wollte ich natürlich auch überall hin.“ 1988, noch vor dem Mauerfall, kam er nach München und musste sich als Künstler neu erfinden. Am Haus der Kunst hatte er plötzlich die Idee, die ihn fortan ein Leben lang begleiten sollte. Einer Intuition folgend nahm er Erde mit, brachte sie auf eine Leinwand auf und nannte sie: „Nummer 1, Haus der Kunst, Englischer Garten.“ Inzwischen sind es weit über 1000. Das tausendste namens Olduvai (weißlich schimmernde Erde aus Tansania, der Wiege der Menschheit), hängt ebenfalls im Bosco.

„Und wie ist deine Prognose?“, wollte Barbara Schulte von ihrem Gast wissen. „Wie geht es mit unserer Erde weiter?“ Der Künstler zeigte sich besorgt angesichts des globalen Raubbaus. „Wenn es linear so weitergeht, gibt es irgendwann nur noch die Bilder“, prophezeite er. Diese sind bei den Veranstaltungen des Bosco sowie zu den Öffnungszeiten (dienstags bis freitags 10 bis 12.30 Uhr, donnerstags und freitags 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 12 Uhr) zu sehen. Die Finissage findet am 18. Juli statt.

Dahoam ist so vieles
Pressestimme von Michael Berzl
Erschienen in:   Süddeutsche Zeitung

Heimaterde in der Kunst „Unsere Heimat ist die Erde“, sagt der Künstler Ekkeland Götze aus Sendling bei der Eröffnung seiner Ausstellung in Gauting, und er klingt ziemlich resolut dabei. Strubbeligesweißes Haar, Vollbart und ein Gesicht, das viel Sonne abbekommen hat. Den Begriff der Heimat fasst der 77-jährige Kosmopolit weitestmöglich, dem Sujet Erde nähert er sich auf ganz spezielle, oft abenteuerliche Art. Auf der ganzen Welt war er schon unterwegs, um Erde einzusammeln und daraus mit einer speziellen Drucktechnik Bilder anzufertigen. „Terragrafie“ nennt er das Verfahren. Wie das funktioniert? „Das ist ein Geheimnis.“ Götze arbeitet seit mehr als drei Jahrzehnten an seinem Projekt, war dafür schon auf allen Kontinenten unterwegs, ist auf dem Amazonas gefahren, auf den Kilimanjaro gestiegen, hat die Batak in Sumatra besucht. „Ein Bild der Erde“ lautet der Titel der Ausstellung, die noch bis Mitte Juli im Kulturhaus Bosco zu sehen ist. 25 Bilderwurden dafür ausgewählt. Alle quadratisch, alle mit einer Kantenlänge von 71 Zentimetern. Am Donnerstag, 7. Mai, kommt Götze noch einmal nach Gauting zu einem Gespräch mit der Bosco-Leiterin Barbara Schulte, das um 20 Uhr beginnt.

Die Ausstellung gehört zu einem auf mehrere Jahre angelegten Themenschwerpunkt. In einer Veranstaltungsreihe soll der Blick auf die natürliche Umwelt und unseren Umgang damit gerichtet werden. Zum Auftakt geht es um die Heimaterde und um noch viel mehr; um den Boden als Lebensraum und Lebensgrundlage, „als oft vernachlässigter, aber zentraler Grundlage unseres Daseins“. Und das in vielerlei Aspekten: Das Breitwand-Kino zeigt passende Filme, in Zeitrafferaufnahmen wird eine Blumenwiese als „Paradies von nebenan“ vorgestellt, und in einem Familien-Workshop formen die Teilnehmer unter der Anleitung der Geografin und Bodenkundlerin Ruth Mahla Lehmerde aus einem Bio-Gemüseacker und beschäftigen sich so mit den typischen Eigenschaften des Bodens unter ihren Füßen. 

Galerie
Bilder der Veranstaltung
Di, 21.04.2026 | © Werner Gruban - Theaterforum Gauting e.V.